GhostBSD – Nutzerfreundliches UNIX oder Luftschloss?

GhostBSD ist ein Unix-Betriebssystem das auf TrueOS und FreeBSD aufsetzt und den Anspruch hat ein nutzerfreundliches Betriebssystem zu sein. Mit diesem Testbericht wollen wir prüfen ob GhostBSD diesem Anspruch gerecht wird und warum man Unix statt Linux einsetzen sollte.

Über GhostBSD

GhostBSD basiert auf TrueOS. TrueOS ist mittlerweile leider nicht mehr aktiv und basierte selbst auf FreeBSD. GhostBSD möchte also nutzerfreundlich sein und unterstützt verschiedene leichtgewichtige Desktop Oberflächen. Standardmäßig liefert man MATE Desktop aus. Den von FreeBSD mitgebrachten Paketmanager bringt auch GhostBSD voll zum Einsatz. Auf Distrowatch wird Distrowatch auf Platz 50 zum Zeitpunkt meiner Recherche gelistet.

Download

Die Projekt Internetseite von GhostBSD erreicht Ihr über http://ghostbsd.org. Dort oben mittig auf Download klicken und anschließend könnt Ihr das Official Release mit MATE oder das Community Release mit XFCE herunterladen. Beachtet, daß keine 32-bit Architektur mehr unterstützt wird. Ich habe, nachdem die ISO Datei runtergeladen war, mit VirtualBox installiert.

Installation

Wir starten in den Live-Modus. Dort klicken wir „Install GhostBSD“ und schon geht’s los mit dem Installationsassistenten. Ich habe im Rahmen der Installation von GhostBSD die Sprache auf Deutsch umgestellt. Beim Installation Type bin ich der Empfehlung gefolgt und ZFS vorausgewählt gelassen. Als Bootloader habe ich den angebotenen FreeBSD BIOS loader übernommen. Ein Root Kennwort war zu setzen bevor der Installer dann so richtig loslegt. Nach kurzer Zeit und ein paar netten Grafiken kommt die Meldung, daß die Installation abgeschlossen ist und ein Neustart ansteht.

Eckdaten: Auslastung Plattenplatz

Von den 21GB meiner VM sind nach Installation 3,6GB belegt. Das ist sehr sparsam und ist einer der untersten oder gar der unterste Werten, die mir in meinen bisherigen Tests so untergekommen sind. Das ist sparsam und kann sich sehen lassen. Der erste Schwung an Aktualisierungen fiel sehr üppig aus. Danach waren 4,9GB belegt.

Eckdaten: Arbeitsspeicherverbrauch RAM

Htop mußte ich via sudo pkg install htop installieren.

Danach konnte ich einen Arbeitsspeicherkonsum von 657MB erkennen. Das ist ein guter Wert als initialer Benchmark. Im Alltag wird dieser Wert jedoch nicht erreicht, wenn Ihr Anwendungen geöffnet hab. Ist nur ein Leerlauf Benchmark Wert.

Desktop

Die MATE-Arbeitsumgebung liegt in Version 1.22.2 vor.

Insgesamt macht GhostBSD auf mich einen angenehmen ersten Eindruck vom Erscheinungsbild her.

Als Themes haben wir Vimix, Vimix-light und Vimix-Dark vorinstalliert. Bei den Symbolen haben wir Vivacious-Color-Dark vorkonfiguriert. Beides im Zusammenspiel wirkt angenehm auf mich. Wenn Ihr nun der Meinung seid, daß das wieder ein langweiliger statischer Desktop ist, dann liegt Ihr aber falsch, denn unter Station Tweak haben wir unter Interface die Möglichkeit das Panel-Layout umzustellen. Hier können wir Desktop-Konzepte wie Windows, MacOS usw nachstellen, doch seht selbst. Das finde ich klasse und effizient.

Bei den Hintergrundbildern wird ein kleines Paket mitgeliefert, das mich ebenfalls positiv überraschte. Die Bilder sind schön anzusehen und sind stimmig.

Je nachdem welches Desktop Konzept Ihr einstellt, könnt Ihr per Klick zwischen den Paradigmen wechseln. Der Standard-Mate Desktop geht einen etwas anderen Weg. Oben haben wir eine Leiste, die Links ein Startmenü beherbergt. Rechts der Leiste sind Steuerelemente. Unten haben wir eine weitere Leiste, die die geöffneten Fenster anzeigt. Gefällt Dir das? Dann siehst Du was Gnome2 hätte werden können. Denn Mate ist ein Fork von Gnome2. Es ist mal etwas anderes, auch wenn GhostBSD Mate nicht exklusiv vertreibt, die Standard-Mate Konfiguration liefern manche Distributionen schon gar nicht mehr aus, sondern passen MATE direkt an.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: Da BSD, haben wir keinen Linux Kernel
  • Browser: Firefox 75.0
  • E-Mail Client: Thunderbird 68.7.0
  • Office: LibreOffice 6.3.4.2.0+

Allgemein vorinstallierte Software:

Bis auf Telegram Desktop konnte ich nichts finden bei dem ich sagen würde, das wäre nicht Mindestbesetzung. Also hier alles gut. Es wird mitgeliefert was man braucht, nicht mehr und nicht weniger.

Besonderheiten

An der Stelle kann ich nur erwähnen, daß mein Mauszeiger trotz installierter VirtualBox Pakete manchmal etwas träge und schwammig reagierte. Das begegnete im Linuxumfeld mir so noch nicht. Von daher schiebe ich es mal auf GhostBSD und nicht auf meine Hardware oder mein Hostsystem.

Fazit

GhostBSD schreibt sich auf die Fahne nutzerfreundlich zu sein. Erfüllen Sie diesen Anspruch? Was meinst Du nachdem Du das Video gesehen hast? Würde Dich das ansprechen? Ich finde es wird diesen Anspruch gerecht. Es ist ein sehr einfach zu installierendes UNIX System, das alles grafisch regeln läßt. Der Plattenplatzverbrauch ist genial gering und der Desktop läßt sich kinderleicht anpassen. So erwarte ich das auch von einem nutzerfreundlichen System.

Für wen könnte GhostBSD in Frage kommen? Für alle, die mal was anderes als Linux kennenlernen wollen oder über Linux hinaus mal mit Unix experimentieren möchten. Lohnt es sich als Haupt-Distro? Gut möglich aber das muß jeder für sich selbst entscheiden. Ich empfehle erst mal in einer VM Umgebung ausführlich zu testen und dann selbst abzuwägen, ob einem der Aufwand für ein Systemwechsel das ganze auch Wert ist. Mir hat der Test mit GhostBSD viel Spaß gemacht und ich werde es im Auge behalten und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt nochmal testen. Ein Wechsel zu GhostBSD kommt für mich derzeit nicht in Frage weil mir der Aufwand zu groß wäre und ich kein Alleinstellungsmerkmal oder keinen Benefit sehe zu wechseln. Da müsste Linux generell viele Böcke schießen um mich vollumfänglich zum Wechsel zu Unix zu bewegen. Aber für nebenbei oder für eine Testumgebung ist es allemal eine interessante Angelegenheit. Mir gefiel GhostBSD auf alle Fälle ganz gut.

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