Linux Mint ohne Flatpak

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Mich erreichen in letzter Zeit des Öfteren Klagen, dass man Linux Mint nicht ohne Flatpak betreiben oder nutzen kann. Sobald man Flatpak löscht, startet die Anwendungsverwaltung also der App Store nicht mehr. Betroffen sind Linux Mint und LMDE. Das habe ich mir mal angeschaut und hier ist mein Vorschlag, wie Ihr das Problem lösen könnt. Viel Spaß

Die Ausgangslage

Manche mögen einfach die Software Container nicht. Linux Mint selbst mag ja auch nicht das Snap Container-Format von Ubuntu und unternimmt Anstrengungen dieses von der eigenen Distro auszusperren. Stattdessen widmet man sich der Mitbewerberlösung Flatpak. So jetzt habe ich scheinbar einige YouTube Zuschauer, die auch mit Flatpak Probleme haben. Welche Probleme sei jetzt dahingestellt. Das spielt keine Rolle. Ist auch völlig legitim eigene Vorstellungen zu haben und zu verfolgen.

Jetzt ist es aber so, dass eine Abhängigkeit der Anwendungsverwaltung mit Flatpak gibt, die hart verdrahtet ist. Davon seht Ihr erstmal nichts. Ihr bemerkt sie aber wenn ihr Flatpak entfernt und dann die Anwendungsverwaltung starten wollt, denn es passiert nichts. Im Terminal wenn wir sie mit „mintinstall“ starten, bekommen wir aber eine aussagekräftige Meldung: gi.repository.Glib.Gerror blablabla. Also es wird etwas erwartet, was nicht gefunden werden kann. Im ersten Schritt hatte ich versucht den Ordner einfach leer hinzustellen aber das mundete nicht. Fehler bestand weiter.

An der Stelle also eine dicke Warnung an die, die Flatpak vom Linux Mint System entfernen wollen. Lasst die Finger vom Befehl „sudo apt remove flatpak“. Das führt Euch nämlich zu genau dieser Fehlersituation, zumindest zum Zeitpunkt der Beitragserstellung Ende Mai / Anfang Juni 2024.

Du kannst natürlich auf die Anwendungsverwaltung verzichten und machst künftig alles im Terminal mit APT Befehlen. Das geht. Wenn Du aber die grafischen Tools einsetzen möchtest, dann wird das kein Trost für Dich sein. Schauen wir uns also meinen Lösungsvorschlag an.

Mein Lösungsvorschlag

Wir können hartverdrahtete Abfragen zwar beseitigen, doch ist die Gefahr hoch, dass im späteren Verlauf eine Aktualisierung das Problem wieder reaktiviert und dann wären wir wieder in gleicher Situation. Also keine gute Idee. Wir machen etwas anderes. Wir arbeiten um das Problem herum. Wir können Flatpak nicht löschen ohne eben skizzierte Regression. Also löschen wir zunächst alle installierten Flatpak Container und danach schmeißen wir das Flathub Repository vom System. Damit bleibt zwar das Flatpak Binary installiert aber es ist inaktiv und kann nichts mehr installieren ohne eine Paketquelle.

Das ist der Kompromissvorschlag von mir für Dich. Wenn Dir dieser nicht schmeckt, dann bleibt Dir vermutlich nur Flatpak via APT zur löschen und künftig im Terminal mit APT Befehlen zu arbeiten. Das geht und möglicherweise nimmt der eine oder andere diese bitter Pille im Kauf. Wenn Du nicht so hart gesotten bist und lieber meinem Kompromissvorschlag folgen möchtest, dann öffne bitte jetzt das Terminal und gib die nachfolgenden Befehle ein:

Um die derzeit installierten Flatpak Container anzeigen zu lassen, gibt folgenden Befehl ein:

flatpak list

Ich empfehle einen Screenshot zu machen um den Ausgangszustand dokumentiert zu haben. Vielleicht überlegst Du es Dir zum späteren Zeitpunkt anders und dann weißt Du, was Du als erstes wieder installieren musst.

Jetzt gehts ans Eingemachte: Flatpak Container löschen und Repo entfernen

flatpak uninstall --all && flatpak remote-delete flathub

Da kannst die Befehle hier rauskopieren und einfügen. Ein manuelle eingeben ist somit nicht nötig.

Abschließende Gedanken

Sobald Du das den eben genannten Befehl ausführst, werden die Flatpak Container gelöscht und die Flathub Paketquelle entfernt. Wenn Du zum späteren Zeitpunkt Flatpak wieder nutzen willst, dann kann der zuvor angefertigte Screenshot hilfreich sein. Mit diesem Kompromiss ist einerseits Flatpak quasi auf dem System tot und andererseits ist die Tür nicht endgültig geschlossen.

Falls Du die Flathub Paketquelle zum späteren Zeitpunkt wieder hinzufügen möchtest, dann kannst Du das mit diesem Terminal Befehl machen:

flatpak remote-add --if-not-exists flathub https://dl.flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo

Wieso es zu dieser Hartverdrahtung kommt, das können die Linux Mint Entwickler sagen. Ich finde es grundsätzlich unschön aber zeitgleich auch unkritisch. Liegt wohl daran, dass ich Flatpak nutze. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es sich hierbei um einen Fehler handelt, der zum späteren Zeitpunkt mal behoben wird. Vielleicht nicht die harte Verdrahtung, sondern ehr diese als abfangbaren Fehler zu machen.

Ich hoffe diese Lösung konnte Dir helfen. Hast Du vielleicht eine bessere Lösung im Köcher? Dann gerne her damit. Schreibe sie einfach in die Kommentare. Das gilt im Übrigen auch gleichermaßen für Deine Gedanken dazu und dann können wir gerne diskutieren.


8 Comments

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  1. Wäre es denn nicht am einfachsten? Man installiert einfach keine Flat Backpakete und nimmt einfach nur die DEP Pakete, die angeboten werden?

  2. > Mich erreichen in letzter Zeit des Öfteren Klagen, dass man Linux Mint nicht ohne Flatpak betreiben oder nutzen kann.

    Häh?

    Mir ist bei LMDE nach “sudo apt purge flatpak*” überhaupt nichts aufgefallen: Alles läuft noch wunderbar.

    > Sobald man Flatpak löscht, startet die Anwendungsverwaltung also der App Store nicht mehr.

    Ach so. Diesen lahmen GUI-Mist schmeiße ich (schon immer) gleich mit raus: Ich nutze entweder apt direkt (bester Überblick was geschehen soll) oder Synaptic.

    “nicht mehr betreiben” finde ich in dem Zusammenhang arg übertrieben: So als würde man behaupten, das Auto ist kaputt, nur weil der kleine Mülleimer in der Mittelkonsole voll ist. 😉

  3. Warum ein Screenshot, wenn man in der Konsole arbeitet?
    Schreib es doch in eine Datei? “latpak list > flatpacklist.txt”

  4. Das stimmt nicht. Zumindest nicht für LMDE:

    Ich habe es gerade testweise neu installiert und bei “sudo apt purge flatpak” wird nur das deinstalliert.

    Selbst bei “sudo apt purge *flatpak*” werden nur drei Pakete deinstalliert, die alle zu Flatpak gehören und auch bei einem folgenden “sudo apt autoremove –purge” fliegt nichts weiter raus.

    mintinstall (die Anwendungsverwaltung) lässt sich auch dann noch problemlos starten.

    Passiert das vielleicht erst, wenn man schon ein Flatpak installiert hat/hatte? Oder betrifft es doch nur die ach so glorreiche Ubuntu-Edition?

    Mit LMDE konnte ich das jedenfalls nicht reproduzieren und etwas das auf Ubuntu basiert, kommt mir nicht mehr auf den Rechner.

  5. Halte diese Abhängigkeit für einen Fehler im System, denn gerade Mint will nach *meinem* Verständnis eine Unabhängigkeit von den Ubuntu Sperenzchen bewahren – deshalb auch LMDE. Auf jeden Fall danke für diese überraschende Info!

  6. @AndreasH: Der Screenshot lügt aber nicht. Du siehst es ja selbst.
    @Tealk: Ein Screenshot dokument den Status Quo m.E. für einen Blogartikel besser als eine Textdatei. Daher.

    Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass der Fehler seitens der LM Entwickler zwischenzeitlich adressiert und somit bereinigt wurde. Ich schaue, dass ich es nochmal am WE nachstelle. Vielleicht hat es sich ja damit sozusagem von alleine gelöst.

  7. Bin selbst mit Linux Mint 21 auf das Problem gestoßen. Meine lösung damals war und ist heute noch:

    flatpak uninstall –unused
    sudo apt remove –autoremove flatpak
    sudo apt purge flatpak
    sudo apt remove gir1.2-flatpak-1.0

    Letzteres wird mit entfernen von Flatpak nicht mit entfernt und sorgt dann für Ärger. Ist gir1.2-flatpak-1.0 ebenfalls entfernt, läuft die Anwendungsverwaltung auch ohne FP.