Ist der Kauf wiederaufbereiteter / refurbished Hardware nachhaltig gedacht? MFTP33


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Alle sprechen über Nachhaltigkeit. Doch wie nachhaltig ist es, regelmäßig neue Hardware zu kaufen? Oder anders gefragt, ist der Kauf wiederaufbereiteter / refurbished Hardware nachhaltig gedacht? Das ist Thema dieser Podcast Folge.

Die Gerätehersteller lieben es quartalsweise neue Bestzahlen den Aktionären zu präsentieren. Auch CEOs oder Geschäftsführer wie man altdeutsch sagt, lieben es im Rampenlicht zu glänzen und den Fleiß und die Produktivität der arbeitenden Angestellten als Zeugnis Ihrer Führung zu präsentieren. Doch ist es wirklich nachhaltig, wenn wir alle zwei oder drei Jahre das Smartphone oder den Computer durch ein Neugerät ersetzen? Und wohin dann mit dem Altgerät? Muss es denn wirklich immer ein Neugerät sein?

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns genau damit. Ob es wirklich immer ein Neugerät sein muss oder ob es nicht cleverere Alternativen dazu gibt, die nicht nur Deinen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt schonen.

Es gibt sie die Alternativen. So viel kann ich gleich vorwegschicken. Aus Eigenerfahrung kann ich auch sagen, dass sich hier ein erheblicher Geldbetrag einsparen lässt. Klingt gut oder? Ist es auch. Die Rede ist hier von sogenannter wiederaufbereiteter Hardware, auch unter dem Terminus Refurbished bekannt zu kaufen. Hierbei handelt es sich um Geräte, egal ob Notebook, Tablet oder Smartphone, die nicht ganz neu sind, sondern schon mal von jemand in Betrieb genommen wurden. Meist geht dies einher in Verbindung mit der Ausübung des Kaufwiderrufs gemäß Fernabsatzgesetz. Also konkret: Du bestellst Dir ein neues Smartphone. Nachdem es geliefert wurde, packst Du es aus und stellst fest, dass es für Deiner Hand doch viel zu groß und wuchtig ist. Du entscheidest, diesen Klopper nicht zu behalten. Du widerrufst beim Händler den Kauf und schickst das Gerät zurück inkl. Rückerhalt Deines Geldes.

Doch was macht der Händler nun mit dem Gerät? Da es bereits geöffnet oder aktiviert ist, kann er es nicht mehr als Neugerät verkaufen. Genau an dieser Stelle kommt der Markt mit der wiederaufbereiteten Hardware ins Spiel. Denn die meisten nutzen das Gerät innerhalb des Testzeitraums nach Fernabsatzgesetz meist nicht merklich im Alltag. Das Gerät wird also keine oder nur minimale Abnutzungserscheinungen aufweisen. Jetzt kann der Händler es also verschrotten, es im Lager vergammeln lassen oder verkauft es als Gebrauchtgerät mit einem gewissen Preisnachlass. Meist entscheiden sich die Händler für dritte Variante, wobei es mittlerweile auch schon Zwischenhändler gibt, die genau diese Ware aufkaufen um es dann selbst weiterzuverkaufen.

Hier entstand also eine völlig neue Wertschöpfungskette mit gebrauchter Hardware. Das Ganze auf dem Rücken des Einkaufens via Internet in Verbindung mit dem Fernabsatzgesetz, dass ja 14 Tage Probezeitraum inkl. Rückgabe einräumt. Obwohl ein gewisser Prozentsatz an versendeter Ware zurückgeschickt wird, fahren die meisten Händler dennoch mit Gewinn. Auch ist es abhängig von der Branche und Marke wie hoch die Retourenquote ist.

Im Weiteren wollen wir aber den Fokus weg von der betriebswirtschaftlichen Sichtweise und hin zur Lieferkette richten.

Die meisten Hersteller produzieren in Asien und verschicken dann weltweit an ihre Logistik-Hubs vor Ort. Die Corona Pandemie zeigte schmerzlich, wie sehr uns die in den 90er Jahren geebneten Produktionswege durch Just-In-Time Lieferung nun auf die Füße fallen. Durch die Null-Covid-Strategie in China werden von heute auf morgen ganze Wirtschaftszentren stillgelegt. Mit Stilllegung kommt auch die Lieferkette zum Erliegen. Nicht sofort, denn ein Teil der produzierten Güter ist ja noch auf den Weg aber nach ein paar Wochen macht sich das in Güterknappheit bemerkbar. Die Lieferzeit von Neugeräten steigt also.

Geräte, die schon hier sind und keinen Absatz fanden, sind also zu wertvollen Ersatzgütern mutiert. Schließlich sind sie schon da und kurzfristig lieferbar. Für sie fällt auch keine neue Reise um die Welt an. Lediglich die Binnentransporte. Auch müssen sie nicht mehr produziert werden.

Doch nicht nur Retourware wäre hier zu erwähnen, sondern auch Leasingrückläufer. Gewöhnlich werden Geräte nach 3-5 Jahren zurückgegeben, obwohl sie meist noch klaglos laufen. So wird der Markt der Gebrauchtgeräten aus zwei Quellen primär gespeist: Retouren und Rückläufer.

Je nach Gerät, Ursprungsquelle und Zustand lässt sich ein erheblicher Geldbatzen sparen. Wer z.B. statt einem neuen Macbook Pro ein refurbished Gerät kauft, kann einige Hundert Euro sparen. Selbes gilt auch bei iPhone oder iPad. Aber nicht nur bei Apple lässt sich sparen. Auch Geräte anderer Hersteller wie z.B. Samsung können auf diese Weise günstiger erstanden werden. Vom Smartphone bis zum Fernsehgerät ist alles möglich.

So läuft es ab

Die Einsendung

Die einen widerrufen den Kauf und schicken das unliebsame Gerät an den Händler zurück. Die anderen gehen auf die Wiederverkaufsportale und stoßen den Ankaufprozess an. Diese Portale kaufen also auch Gebrauchtgeräte auf und bezahlen Dir dann einen Schätzwert, der aufgrund Deiner Angaben des Gerätezustands ermittelt wird. Danach sendest Du das Gerät zum Händler und erhältst kurz darauf Dein Geld. Egal welchen der eben genannten Wege eingeschlagen wurde, ist das Gerät zurückgeschickt, wird es aufbereitet. Heißt gereinigt und so in den Zustand gebracht, dass es wieder verkauf werden kann. Defekte Kartons werden ersetzt und Hygieneprodukte wie Kopfhörer werden vernichtet. Wer also etwas einsenden möchte, kann die Kopfhörer meist behalten und spart dem Händler erneut Müll. Sicher will niemand bereits gebrauchte Kopfhörer haben. Ich denke da sind wir uns einig. Ist das Gerät aufbereitet, kann es wieder in den Kreislauf gehen und wird zum Verkauf angeboten.

Der Erwerb

Es gibt zweierlei Möglichkeiten solche Geräte zu erwerben. Einerseits gibt es Händler, die spezielle Rubriken für Retouren haben. Beispielsweise bieten Notebooksbilliger, Cyberport oder Amazon mit Warhouse Deals entsprechende Schnäppchen an. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Portale wie asgoodasnew oder rebuy, die Gebrauchtwaren aufkaufen und aufbereitet weiterverkaufen. Darüber hinaus können auch auf Kleinanzeigenportalen wie z.B. Ebay Kleinanzeigen Gebrauchtgeräte erstanden werden. All diese Beispiele sind ohne jedwede Unterstützung genannt. Keiner der Händler war im Vorfeld über die Nennung informiert und so ist dies auch keine bezahlte Schleichwerbung oder dergleichen. Es gibt noch unzählige weitere Händler und Portale. Um nicht zu sehr ins Details abzusinken, wurden beispielshaft namhafte Anbieter genannt. 

Wer also solch ein Angebot kauft, kauft meist zurückgegebene Ware. Diese ist meist neuwertig, sofern der Händler dies nicht anders beschreibt. Somit kann also ein echtes Schnäppchen geschossen werden, sofern es Dich nicht stört, dass Du das Gerät nicht initial in Betrieb genommen hast. Es soll ja Menschen geben, die darauf abfahren die Folien abzuziehen. Dafür darf man dann den Preis des Neugeräts zahlen. Wer diesen Fetisch nicht hat, kann sparen und spart sich nebenbei auch den Plastikmüll der Folien.

Clevere Alternative oder doch nur für Geizkrägen?

Geizkrägen dürften zweifelsohne auf Ihre Kosten kommen. Das leugne ich nicht, wenn auch gleich ich mich nicht zu dieser Personengruppe zähle. Dennoch kann ich aus Eigenerfahrung attestieren, dass man hier gute Hardware bekommen kann zu einem deutlich reduzierten Preis. Ich habe auf diese Weise schon Computer, Tablets und Smartphones erworben und war zu 95% der Fälle sehr zufrieden. Wenn Bedarf einer Neuanschaffung ansteht, so prüfe ich die Angebote für Neu- als auch Gebrauchtgeräte. Fällt mir ein Angebot über genau das geplante anzuschaffende Gerät in den Schoß, dann ergreife ich die Gelegenheit. Was ich aber nicht mache ist, um jeden Preis zur Not auch runtergeramschte Geräte anschaffen. Das ist nicht mein Ding. Ich setze auf eine möglichst lange Nutzungsdauer. Daher würde ich Gebrauchtgeräte auch nur in einem neuwertigen oder einwandfreien Zustand kaufen. Generell empfehle ich auch immer die Zustandsbeschreibungen der Produkte sehr genau zu studieren. Dies gestaltet jeder Anbieter nach eigenen Gutdünken. Meiner Erfahrung nach sollte man stets auf neuwertig oder wie neu gehen. Alles andere ist dann oftmals mit mehr Frust als Lust verbunden.

Wie macht Ihr das? Kauf Ihr neu oder gebraucht? Wie sind Eure Erfahrungen? Eure Meinung dazu könnt Ihr gerne in die Kommentare schreiben. Das geht z.B. auf meinem Blog oder auf meinem YT Kanal.

Das war die heutige MFTP Ausgabe. Wenn Du über iTunes den Podcast hörst, freue ich mich über eine 5 Sterne Bewertung. Vielen Dank für die freundliche Aufmerksamkeit und bis zur nächsten Ausgabe. Ciao.

Der Podcast ist abrufbar auf allen gängigen Podcast Plattformen, u.a. auf:

Viel Spaß

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4 Kommentare

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  1. -refurbished Hardware

    Ja auf jeden Fall, vor allem bei Laptops empfehlenswert
    Ansonsten: Altgerät AUFRÜSTEN !

    -RAM auf Maximum (meist 8 oder 16 Gig)
    -SSD gegen HDD eintauschen
    -bis zur 4. Core I Gen. :
    Pentium/Celeron raus, I3 oder I5 rein
    (Kühlsystem beachten)

    Beim Tower-PC muss nur alle paar Jahre die Hauptplatine, samt RAM, CPU mit Kühler und eventuell die Graka gewechselt werden. Und ca. alle 10 Jahre das Netzteil!
    Bin Selberbauer.

    Mc-Schrott will ich nicht!
    Es reicht mir schon wenn ich mich
    (aus Gütmütigkeit) zwangsweise damit beschäftigen muss.

  2. -Refurbished

    Ja auf jeden Fall, allerdings je nach Zweck und Qualitätszustand.

    Entlich eine bezahlbare und vernünftige Linux-Grafikkarte?
    Zeit wird es !

    Textauszug:

    Intel® Arc™ A380 Grafik

    Funktionsmerkmale

    H.264 Hardware-Kodierung/Dekodierung Ja
    H.265 (HEVC) Hardware-Kodierung/Dekodierung Ja
    AV1-Codierung/Decodierung Ja
    VP9 Bitstream & Decoding Ja

    Intel® Deep Link Techniken

    Intel® Deep Link Hyper Compute‡ Ja
    Intel® Deep Link Hyper Encode‡ Ja
    Intel® Deep Link Stream Assist‡ Ja

    https://ark.intel.com/content/www/de/de/ark/products/227959/intel-arc-a380-graphics.html

  3. Hallo, ist der Blog Stream falsch verlinkt? Meine Podcast App Antenna Pod gibt mir einen 404 Fehler.

    MfG

  4. Hallo Flo,

    danke für den Hinweis. Es gab einen fehlerhaften Slug. Sollte jetzt behoben sein.