MX Linux 19.1 im Test. Was taugt die Distro, die quasi von 0 auf 100 durchstartete?

MX Linux hat unter den Linuxdistros quasi den Sprung von 0 auf 100 in kürzester Zeit geschafft. Auf Distrowatch rangiert MX Linux seit längerer Zeit unter den Top 3, wenn nicht sogar Platz 1. Wie das kommt und ob MX Linux was besser macht als andere schauen wir uns an. Viel Vergnügen.

Download

Wir navigieren auf mxlinux.org und dann auf „Download MX Linux“. Anschließend einen Spiegelserver in der Nähe suchen und kurz warten. Ich habe dann mit VirtualBox weitergemacht und MX Linux 19.1 installiert.

Installation

Der Installer führt ohne Probleme zur Installation auf die Platte. Hier konnte ich keine Probleme oder dergleichen erkennen.

Verbrauch Plattenplatz in GB nach Installation

Nach der Installation habe ich die vorgeschlagenen Aktualisierungen eingespielt. Danach waren 5,4GB von der Platte belegt. Ein relativ schlankes System also.

Desktop allgemein

Der XFCE Desktop liegt laut Synaptic in Version 4.14.0 vor und hat damit selben Stand wie z.B. beim kommenden Xubuntu 20.04. Weiter zeigt der Desktop die Uhrzeit und Systemauslastung an. 

Die Leiste ist links positioniert, wobei unten das Startmenü, gefolgt von Steuerelementen und oben die Uhrzeit und der Abmeldeknopf ist.

Desktop Themes

Die MX Tweaks beinhalten einen Reiter „Thema“, der MX Light und MX Dark u.a. beinahltet. Unten gibt’s noch nen Knopf „Erscheinungsbild“. Klicken wir den, landen wir bei den altbekannten XFCE Theme-Einstellungen. Das Standard-Icon Theme ist Parirus und das der Obefläche Greybird-mx. Arc und Numix sind u.a. auch mit dabei.

Desktop Aussehen

Der Desktop ist ein modifizierter XFCE Desktop, der entsprechend bei Anhängern von XFCE sicher Anklang finden dürfte. Mir persönlich gefiel er leider nicht, da mich das Konzept im Ganzen leider nicht anspricht.

MX Linux liefert auch Hintergrundbilder mit. Hier kann MXLinux in meinen Augen aber gewaltig punkten. Die mitgelieferten Bilder sind hübsch und abwechslungsreich. Das gefiel mir.

Vorinstallierte Software

Kernel 4.19.0-6

Firefox 73.0

Thunderbird 68.4.2

LibreOffice 6.1.5.2

Ansonsten sind Apps wie Adobe Flash Player, Gnome PPP oder Nvidia Treiberinstlalation mit dabei. Auch fallen viele MX Apps auf. Für mein Geschmack sieht es recht viel aus aber ich bin kein MX Crack, sodaß ich das zweifelsfrei beurteilen kann. Aber Adobe Flash Player sollte m.E. nach nicht mehr Teil einer Standardinstallation sein.

Als Debian basierende Distribution setzt MX Linux standardmäßig auf Flatpak statt Snap.

Die MX Tools sind ein Sammelsurium an Einstellungen. So können wir hier z.B. Schnappschüsse konfigurieren, Cleanup-Jobs starten, NVIDIA Treiber und Codeces nachinstallieren, Systemkonfiguration wie Zeit oder Tastatur-Layout vornehmen, Repositories konfigruieren und iDevices mounten, also z.B. iPhone oder iPad. 

Sehr umfangreich und zentral an einem Ort. Das gefällt mir. Auch dürfe es Neueinsteigern gefallen, daß das Handbuch nur einen Klick weg ist.

Speicherverbrauch

Im Rahmen meiner Testphase wurden etwa 530MB Arbeitsspeicher verbraucht.

Hier sieht man wie schlank XFCE ist im Vergleich zu Schwergewichten wie z.B. Gnome.

Fazit

Ja ich sags gleich raus um der Wahrheit die Ehre zu geben. Mir ist der Hype um MX Linux offen gestanden schleierhaft. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, daß ich generell nicht der Anhänger von XFCE bin. Ich sehe im Vergleich zu Debian mit XFCE weicht es stark ab aber wo genau hier die Nische sein soll, erschließt sich mir nicht.

Wer also XFCE mag, kann sich MX Linux gerne mal anschauen. Doch ich konnte nicht so ganz erkennen wo der Mehrwert gegenüber Manjaro mit XFCE oder Xubuntu liegt. Gut Debian Buster mit XFCE kommt in einem ziemlich blanken Gewand daher. Das finde ich auch nicht so ansprechend und im Vergleich dazu kann ich schon sehen wieso MX Linux hier was aufgesetzt hat aber den Mehrwert, den der ganze Aufwand generiert, kann ich leider nicht sehen. Allerdings könnte ich mir vorstellen, daß wenn MX Linux von XFCE auf einen anderen Desktop wie z.B. Budgie oder Gnome wechseln würde, könnte es mit seinen ganzen Tools etc vielleicht noch mehr punkten. Für mich wirkt XFCE einfach nicht mehr zeitgemäß bzw. hat seine Zielgruppe dahingehend, daß es ältere Systeme gut unterstütz und ich für meinen Teil sehe mich hier nicht. Dennoch finde ich es respektabel und gut, wenn sich Projekte finden, die im Sinne der Nachhaltigkeit auf dem Planeten sich die Mühe machen und ältere Computer dahingehend optimiert unterstützen, sodaß diese auch noch ein einigermaßen modernes und zügiges Nutzererlebnis sicherstellen.

Wie siehst Du das? Oder bist Du gar MX Linux Anwender und kannst mir hier Deine Erfahrung in die Kommentare schreiben? Ich bin immer offen für Erfahrungsberichte.

Ich hoffe Dir gefiel das Video. Für ein Kanalabo und Daumenhoch bin ich dankbar 🙂 Anregungen einfach in die Kommentare reinschreiben. Meine Videos könnt ihr gerne mit Euren Freunden in den sozialen Median teilen. 🙂

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2 Kommentare

  1. Hallo MichlFranken,
    die klick-zahlen auf Distrowatch kann man getrost in die Tonne klopfen. Die sagen nämlich gar nichts aus. Ob wirklich der erste Platz gerechtfertigt ist für MX Linux könnte man nur durch entsprechende Erfassung der wirklichen verwendeten Distri`s der User ermitteln. Und das wiederum ist unmöglich. Wie soll das gehen. Hier wird etwas vorgegaukelt, was in Real gar nicht funktionieren kann. Also, Distrowatch sollte man vorsichtig und mit hinterfragen betrachten.

    Ich habe MX Linux auch getestet. Ja, es stimmt, es hat einen gewissen Reiz. Aber mal ehrlich, das System ist so überfrachtet, da könnte ein absoluter Laie schnell überfordert sein. MX Tools, MX Tweaks und die normalen Einstellungen zu XFCE. Wer blickt da als Anfänger durch? Für mich als fortgeschrittener Linuxer seit etwa 5 Jahren, hat da noch so seine Schwierigkeiten da durchzublicken. Ich würde diese Distro niemals einem Umstiegswilligen empfehlen der vorhat auf Linux zu wechseln.

    Die aktuelle Distribution (19.3) ist zwar nur 1,5GB groß, ist aber nach meiner Meinung für Anfänger nicht geeignet. Das könnte für so machen schnell in Frust ausarten. XFCE Desktop ist zwar ganz nett bei MX, aber wesentliche Neuerungen/Verbesserungen gegenüber anderen Distri`s wie Mint oder Manjaro kann ich beim besten willen nicht erkennen. Neue Besen kehren gut heißt es immer, aber ob sie wirklich auch sauberer machen ist eine ganz andere Sache.

    Größtes Manko sehe ich bei dieser Distri übrigens bei der Installation. Ist nämlich UEFI eingestellt, kriegt man kein Auswahlmenü für die Funktionstasten F1, F2 (Sprache) usw. zu sehen!! Und der Desktop erscheint erst mal in Englisch. Von dort aus kann man dann installieren, allerdings in englisch und muss dann später nach der Installation auf Deutsch umstellen, was ein erheblicher Mehraufwand ist. Ernsthaft jetzt? Für den Laien verständlich? Wohl kaum. Im Legacy (BIOS) Modus, sieht man die Funktionstasten F1, F2 (Sprache) und kann beim booten auf deutsch stellen! Mit solchen Praktiken wie an diesem einen Beispiel von MX Linux wird man niemals jemanden zu Linux bewegen können, meine bescheidene Meinung. Der Laie will die Kiste einschalten und arbeiten.

    Gut, es baut auf Debian auf, was auch lobenswert ist, aber einen Mehrwert oder den gewissen WOW-Effekt sehe ich bei MX Linux nicht.

    Wie immer Danke für deine Sichtweise zu der Distribution MX Linux
    Grüßle

  2. Wenn man Systeme nach subjektiven Vorlieben beurteilt müßen sogenannte Neulinge schlecht abschneiden.
    Insider wissen das, MX-Linux das Wissen und Seriösität von Debian die Sicherheit von antix
    und alle vorteile und Einfacheiten von Mepis-linux in ein Paket packt.
    Als Jahre langer Debian Nutzer begrüße ich diese Distro, da sie Anfängern, Umsteigern den Weg in eine freie unzensierte ungetrackte Welt verschafft. Opensuse-> SUN ORACLE, Ubuntu-> Canoical, Fedora-> Redhat, Windows 10?????????????
    Debian ist frei, Mepis ist frei, Antix ist frei, im Zeitalter der digitalen Überwachung sollte jeder die freie Wahl des Betriebssystem haben.
    #distrowatch.com

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