Der Browsermarkt wird zunehmend dominiert von Chrome und Chrome-basierte Browser wie Chromium, Opera, Brave oder Edge. Obwohl Chromium, die Basis von Googles Chrome Browser, als quelloffenes Projekt betrieben wird, entscheidet Google über das, was aufgenommen wird oder auch nicht. Auch ist es die Entscheidung des Hausherrn, welche Optimierungen an welcher Stelle vorgenommen werden. Dieses Hausrecht ist zunächst nichts Ungewöhnliches, doch in Verbindung mit einer nahezu Monopolstellung bei den Browser-Engins eine doch sehr bedenkliche Entwicklung.

Webentwickler programmieren und optimieren ihre Seiten zunehmend auf Chrome und Co. und gehen zum Teil nicht mehr auf Alternativen wie Firefox großartig ein. Möglicherweise läuft es mit Firefox, möglicherweise nicht. Hauptsache in der Chrome-Familie läuft alles wie gewünscht.

Die Marktanteile entscheiden über die Zukunft

Laut Statista erzielte Googles Chrome Browser im März 2022 einen weltweiten Marktanteil von 67,3 Prozent bei den Pageviews. Zum Vergleich kamen Safari mit 9,56 und Firefox mit 7,6 Prozent bescheiden daher. Diese Daten basieren ausschließlich auf Basis von Desktop Computern. Auf Smartphones dürften Chrome bei Android und Safari bei iOS und iPadOS ebenfalls eine deutliche Dominanz ausstrahlen.

Google wird das Internet bestimmen – willst Du das?

Mit knapp 70% weltweiten Marktanteil wird Google nicht nur mit einer Unmenge an Daten gefüttert. Mit dieser Entwicklung bestimmt Google mittel- und langfristig über das Internet. Die Basistechnologien für Webbrowser werden über die Rendering-Engine bestimmt. Hier bestimmt die Technik über das Tempo des Browsers und letztlich auch über die Einhaltung und Definition von Webstandards.

Beherrscht Google diese Position dauerhaft, so kann Google über die Webstandardeinhaltung oder gezielte Missachtung bestimmen, wie die Technik auszusehen und zu funktionieren hat. Neben der Chromium Engine sind derzeit noch zwei weitere Mitbewerber am Markt: Apple mit Webkit und Mozilla/Firefox mit Gecko. Doch beide Mitbewerber kommen nicht mal auf 20 Prozent.

Google hat in den letzten Jahren seine Browsertechnologie ungemein gepusht. Egal ob Erweiterungen oder Optimierungen und Komfort. Alle Wege liefen zu Chrome. Chrome wiederum verbindet sich breitmaschig mit allen Google-Diensten. So entsteht für Google eine sich in sich selbstschließende Wertschöpfungskette mit Dir als das auszuwertende Produkt.

Nein sagen heißt zu Verzichten

Wer damit nicht einverstanden ist, muss das nicht hinnehmen. Noch gibt es Alternativen. Firefox ist die quelloffene Alternative. Aus dem Grund möchte ich diesen Standpunkt auch als Startpunkt für meine Pro Firefox Aktion verstanden wissen.

Nur wenn wir Firefox aktiv nutzen und unterstützen, können wir diesem Trend etwas entgegensetzen. Es hilft nicht auf Chromium, Ungoogled Chromium oder Edge auszuweichen, da alle aus demselben Chromium-Engine Topf kommen.

Webkit spielt nur im Apple Universum eine Rolle und kommt als echte Alternative demnach auch nicht infrage, da auch hier ein gewinnorientiertes Unternehmen dahintersteht. Hinter Firefox steht die gemeinnützige Organisation Mozilla. Doch gemeinnützige Organisationen leben leider nicht nur von Luft und Liebe. Sie sind auf das Wohlwollen anderer angewiesen. Das kannst Du sein oder das kann ich sein. Derzeit ist es leider überwiegend Google.

Denn Mozilla finanziert sich dadurch, dass es Suchmaschinenanbieter dafür bezahlen lässt, die Standardsuchmaschine im Browser zu sein. Derzeit ist Google die Standardsuchmaschine in Firefox. Damit ist Google leider nicht nur mit Chrome Hauptkonkurrent, sondern auch durch die Suchmaschine Hauptgeldgeber der Mozilla Organisation. Mit jährlich etwa 400-450 Millionen Dollar ist das keine Kleinsumme, die da fließt.

Doch wir haben es dennoch in der Hand eine Abwärtsspirale bei Mozilla abzuwenden, indem wir, die Anwender, das jahrelange Engagement der Entwickler auch einmal mit einer Spende honorieren. Wir gehen ja auch ins Geschäft und bezahlen die Ware, die wir als Gegenleistung erhalten. Auch bei Open Source Software steht am Anfang des Programms ein Entwickler, der Rechnungen zu bezahlen hat. Die Spenden sollen demnach nicht dazu dienen jemanden reich zu machen, sondern ihm bzw. dem Projekt Geldsorgen zu nehmen und somit dessen Unabhängigkeit und Zukunft sicherzustellen.

Mein Aufruf ist daher ganz klar

Wir haben es in der Hand! Ändert Euer Handeln, klärt Freunde und Familie auf.

Für freie Alternativen und gegen Monopolstellungen von gewinnorientierten Unternehmen. Nutzt Firefox! Gibt es übrigens für Linux, macOS, Android und Windows. Unter iOS ist es leztlich nur ein Webkit-basierter Browser mit anderem Design als Safari.

Dieser Standpunkt darf auch gerne geteilt, verbreitet und unterstützt werden!

Euer Michl