Peppermint OS 10: Das Gulasch unter den Linux Distributionen genauer angeschaut

Herzlich willkommen zum Pinguin Kochkurs 10. Heute kredenzen wir ein Pinguin Gulasch, nennen es vegetarisch leicht und servieren hoffentlich das Beste aus allen Welten. Oder etwa doch nicht? In diesem Beitrag finden wir das gemeinsam heraus. Bleibt dran. Es geht los nach dem kurzen Intro.

Über die Distribution

Peppermint basiert auf Ubuntu ohne selbst ein offizielles Derivat zu sein. Im Jahr 2011 erschien nach Angaben von Distrowatch die erste Ausgabe und seit 2019 amtiert Version 10 als aktuelle Peppermint Version. Das Projekt ist scheinbar noch aktiv, wenn auch gleich die letzte Version schon etwas Staub angesetzt hat.

Unterbau, Paketformat und Paketverwaltung

Peppermint baut auf Ubuntu LTS auf, genaugenommen Ubuntu 18.04 und erhält somit bis 2023 Sicherheitsaktualisierungen. Entsprechend der Ubuntu Basis kommt das DEB Paketformat von Debian zum Einsatz und APT ist der Paketmanager der ersten Wahl.

Unterstützte Architekturen

Da mit Ubuntu 18.04 noch 32-Bit Architektur unterstützt wird, kann auch Peppermint sowohl 32-bit als auch 64-bit Architektur unterstützen und entsprechende Versionen anbieten.

Zielgruppe der Distribution

Hier fällt mir offen gestanden wenig ein, da sich das schlecht einschätzen lässt. Wer viel in Cloud Umgebungen unterwegs ist, könnte von Peppermint´s Ausrichtung profitieren. Ansonsten bin ich mit Einschätzungen sehr vorsichtig.

Vorarbeiten, Inbetriebnahme & Systemvermessung

Um das ISO Abbild herunterzuladen, navigiert Ihr auf die Projektwebseite und klickt mittig den Knopf „Download Peppermint OS“. Ich hatte bei Direct Download das 64-bit fähige Image geladen.

Der Installationsprozess ist von Ubuntu übernommen. Wenn Du Dir das zunächst genau anschauen magst, kann ich Dir den Beitrag, in dem ich die Installation von Ubuntu 20.04 beschreibe.

Minimale Installation

Der Plattenplatzverbrauch lag bei meinem System bei 5,7 GB. Damit liegt das in einem üblichen Mittelfeld. Der Verbrauch an Arbeitsspeicher lag etwa bei 380 MB RAM. Das ist im unteren Feld und zeugt von der Sparsamkeit an Ressourcen.

Desktop & Programme

Als Desktop Oberfläche haben wir LXDE oder XFCE 4.12.2? Letztlich von allem ein bisschen.

Das war auch eingehend als Gulasch gemeint. So haben wir als Standard-Dateibrowser Nemo, was eigentlich der Dateibrowser vom Cinnamon Desktop ist. Es gibt hier also ein Mix aus verschiedenen Komponenten aus verschiedenen Oberflächen. Das muss man auch erst einmal auf sich wirken lassen.

Der Desktop folgt einem ganz klassischen Paradigma aus dem Windows 7 Umfeld. Also unten eine Leiste mit Startmenü, Programmschnellstartern und Steuerelementen.

Wem das Erscheinungsbild generell nicht so zusagt mt den Dunkelgrau-Rottönen, wird noch eine große Anzahl an Alternativen finden unter Erscheinungsbild anpassen. Auch gibt es hier zahlreiche andere Symbolsets angeboten.

Bei den Hintergrundbildern liefert man durchaus was Brauchbares mit und mir fiel das ganz positiv auf.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.4
  • Browser: Firefox
  • E-Mail Client: Nicht vorinstalliert
  • Büropaket: nicht vorinstalliert
  • Software-Container: Flatpak ist vorinstalliert

Allgemein vorinstallierte Software:

Was mich etwas irritiert ist die Tatsache, dass auch bei minimaler Installation Spiele mit ins System gepackt wurden. Was erwartet einen hier nur bei normaler Installation? Irgendwie gruselig. Ansonsten haben wir bis auf den nicht existenten E-Mail Client für den Start alles nötige mit an Bord.

Wie eingehend kurz erwähnt, wer viel mit Clouds arbeitet, könnte hier jetzt glücklich werden, denn Peppermint OS versucht mit ICE WebApps ein natives Desktoperlebnis zu realisieren. So wird bei Büro z.B. das Microsoft Office geführt. Doch installiert ist es nicht. Letztlich öffnet sich ein Browser und leitet direkt auf die Anmeldeseite von Office-365. Es ist also kein Microsoft Office vorinstalliert, lediglich die WebApps sollen das suggerieren.

Besonderheiten und Fazit

Mit ICE können WebApps realisiert werden, ähnlich wie Linux Mint das jetzt auch macht. So können wir letztlich definierte Webseiten in einem separaten Fenster öffnen und somit suggerieren, es wären Desktop Apps.

Aktualisierungen werden hier mit mintUpdate eingespielt. Auch hier wurde wieder ein Brocken aus einem anderen Umfeld geräubert ohne das jetzt negativ zu meinen.

Zu welchen Fazit könnte man kommen?

Die Basis von PeppermintOS ist leider nicht mehr ganz frisch und fährt mehr oder minder noch auf Besitzstandswahrung in form von Sicherheitsaktualisierungen durch die Ubuntu 18.04 Basis. Inwiefern noch große Impulse vom Projekt selbst kommen, kann aktuell nicht gesichert bestätigt werden. Zumindest hat man zwei eigene PPA Paketquellen eingebunden und ich gehe davon aus, dass man die eigenen Pakete zumindest versorgt.

Gefallen könnte diese Distro denjenigen, die noch ältere Rechner haben und diesen wieder neues Leben einhauen wollen. Das System ist schnell, schlank und leicht und bekommt noch bis 2023 garantiert Sicherheitsaktualisierungen. Von daher könnte das eine ganz gute Wahl sein. Wer neuere Hardware am Start hat, kann natürlich auch zu Peppermint greifen, wenn das gezeigte gefällt. Ich persönlich würde das aber nicht tun, sondern stattdessen eine andere Distribution bevorzugen. Aber das ist individuelle Geschmackssache. Was meint Ihr? Gefällt Euch Peppermint OS? Hat jemand ältere Rechenknechte damit bestückt und kann seine Erfahrungen teilen?

Das zu diesem Artikel korrespondierende Video kann auf meinem YouTube Kanal hier angeschaut werden.

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