Red Hat Enterprise Linux 8.4 (RHEL 8) – Test der ultimativen Linux Server Distro

Red Hat Enterprise Linux (RHEL) ist eine der größten und bekanntesten Enterprise Linux Distributionen weltweit. Der Fokus liegt auf Geschäftskunden und ganz speziell auf einem stabilen Linux Server Modell. RHEL ist die Speerspitze von RedHat und heute schauen wir uns einmal RHEL 8 genauer an. Nach dem Intro starten wir durch. Viel Spaß.

Über die Distribution

Die Wurzeln von Red Hat als Unternehmen reichen bis ins Gründungsjahr 1993 zurück. Nach zahlreichen Fusionen und Übernahmen wurde Red Hat zuletzt von IBM im Jahr 2018 gekauft und firmiert seither zwar formal unabhängig unter dem IBM Dach.

Red Hat ist auch das Unternehmen, welches federführend die Entwicklung von Fedora und CentOS vorantreibt, natürlich in Zusammenarbeit den den jeweiligen Gemeinschaftsprojekten. Red Hat selbst hat sich schon seit fast 20 Jahren aus dem Linux Desktop Umfeld zurückgezogen und konzentriert sich seit dem auf den Server. Neben RHEL zählen u.a. auch Lösungen für Virtualisierung, Netzwerk und hochverfügbarkeits-Cluster zu den Geschäftsfeldern von Red Hat. Red Hat ist demnach nicht nur im Umfeld der Linux Plattform tätig, sondern drüber hinaus auch im Umfeld von Jboss Middleware, Virtualisierung, Cloud Computing, Mobile Plattform, Storage und Cloud Infrastruktur Management sowie mit den Produkten einhergehender Support und Service wie Schulung oder Zertifizierung für Technical Consultants.

Unterbau, Paketformat und Paketverwaltung

Red Hat bildet einen eigenen Unterbau. Als Paketformat wird das RPM Paket zum Einsatz gebracht. Als Paketverwaltung wird einerseits YUM, andererseits auch DNF verwendet. Hier gibt es etwas Verwirrung, denn eigentlich sollte DNF das YUM ablösen. Doch in der technischen Doku von RHEL wird weiterhin stets Bezug auf YUM genommen.

Unterstützte Architekturen

RHEL unterstützt verschiedene Architekturen, darunter IBM Power Server, IBM Z Mainframes, ARM oder aber auch 32 und 64 BIT x86 Architektur.

Zielgruppe der Distribution

RHEL ist eine Serverdistro aus dem Enterprise Umfeld. Mit Privatanwender hat RHEL nichts am Hut. Hier ist der Fokus ganz klar auf Geschäftskunden mit Interesse an Hochverfügbarketislösung und Geldbeutel ausgelegt. Privatleute können CentOS Stream oder Fedora einsetzen. Ist ist eine strikte Trennung, was auch durchaus sinnvoll ist.

Vorarbeiten, Inbetriebnahme & Systemvermessung

Um RHEL herunterzuladen ist ein aktives Red Hat Entwicklerkonto nötig. Dieses kann kostenlos und schnell eingerichtet werden, ist aber Voraussetzung. Zunächst ruft die Red Hat Seite auf und dann auf Produkte -> Red Hat Enterprise Linux und dann auf kostenlos testen. Anschließend klickt Ihr „Zur Testversion“ an. Nun müsst Ihr Euch mit dem RHDev Konto anmelden oder eben eins anlegen. Nach der Anmeldung gehts dann auch schon los. Das knapp 11 GB Große ISO Abbild müsst Ihr vollständig herunterladen. Ist das geschehen, solltet Ihr es validieren um sicherzustellen, dass Euch kein korrupter oder manipulierter Installer untergeschoben wurde. Wie das geht, hatte ich schon in dem Video, welches Dir jetzt in der Infokarte eingeblendet wird, gezeigt. Einfach reinschauen falls da Unklarheiten noch sind.

Die Installation von RHEL ist nicht viel anders wie die von CentOS oder Oracle Linux. Der Einfachheit halber verweise ich Dich an der Stelle an meinen Test von Oracle Linux. Hier bin ich auf die Installation näher eingegangen. Die Infokarte führt Dich zu meinem Test von Oracle Linux.

Kommen wir zur Systemvermessung

Ein installiertes und aktualisiertes System belegte bei mir etwas mehr als 5 GB. Das ist so ein Mittelwert, liegt so ziemlich gleich mit CentOS aber dennoch marginal über Oracle Linux. Beim allokierten Arbeitsspeicher ist es so, dass es in etwas mit CentOS gleichauf liegt aber unter Oracle Linux. Aber sind wir ehrlich, ein Server wird für gewöhnlich mit ausreichend RAM bestückt sein, sodass diese Werte mehr oder minder zu vernachlässigen sind.

Desktop & Programme

RHEL 8 liefert Gnome 3.32.2 aus.

Wie an der Stelle bei Oracle Linux und CentOS 8 Stream erwähnt, dürfen wir bei einer Server Distro keine großartigen Anpassungen an Gnome erwarten. Lediglich ein entsprechendes Hintergrundbild hat man verpasst. Das geht völlig in Ordnung so. Wem das zu dunkel ist, der findet bei den mitgelieferten sechs Hintergrundbildern zumindest zwei hellere Bilder.

Wie schon erwähnt, Gnome kommt unverändert Vanilla daher. Also keine Schreibtischsymbole und die Favoriten erreichen wir immer mit Klick auf „Aktivitäten“. Da ein Server vermutlich nicht so viel Aktivität auf der GUI erfordert, ist das nicht schlimm.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 4.18
  • Browser: Firefox
  • E-Mail Client: nicht vorinstalliert
  • Büropaket: nicht vorintalliert
  • Software-Container: Flatpak

Hier kein Unterschied zu Oracle Linux 8.3 und CentOS 8 Stream.

Allgemein vorinstallierte Software:

Wir haben wir eine Server Distro. Das sollten wir im Hinterkopf behalten. Entsprechend ist nicht viel vorinstalliert. Aber warum ist cheese mit dabei? Wer bei Red Hat hat da geschlafen? Dieser Käse fiel mir auch schon bei Oracle Linux und CentOS Stream auf. Totaler Nonsense.

Wenn Ihr Euer System in Betrieb nehmt, müsst Ihr zunächst den Red Hat Subsripction Manager starten. Hier benötigt Ihr wieder Euer Red Hat Konto. Gebt die Zugangsdaten ein um deine 30 Tage Testlizenz zu bekommen. Nur mit dieser könnt Ihr überhaupt Aktualisierungen einspielen bzw. die Paketquellen in Betrieb nehmen.

Besonders erwähnenswert ist das RHEL Cockpit. Ein Webinterface, welches den ganzen Server monitored und Steuerung ermöglicht. Admins können sic hier austoben. Nicht nur Protokolle und Dumps einsehen, sondern u.a. auch Speicher Netzwerk oder Diagnoseberichte gibt es. Sehr umfangreich und absolut komfortabel. Sollte das Cockpit bei Dir nicht gehen, starte es mit „sudo systemctl enable –now cockpit.socket“. Danach kannst Du es im Browser mit localhost:9090 aufrufen. Damit könnt Ihr die Serveradministration via Weboberfläche durchführen und müsst nicht via Putty oder Terminal auf Konsolenebene absteigen. Entsprechend ist für Administration keine physische Nähe zum eigentlichen Server nötig. Dennoch sollte klar sein, dass Port 9090 über die FW offen ist und wer den RHEL in einer DMZ platziert, sollte entsprechend den Zugriff von außen auf das Cockpit einschränken, da es wenig Schutz vor z.B. Passwort Crack Angriffe bietet.

Besonderheiten und Fazit

Wer aufmerksam zugeschaut hat, hat vielleicht entdeckt, dass ich mit RHEL 8.3 anfing und wir jetzt bei RHEL 8.4 sind. Während meines 30 Tage Testzeitraum wurden die RHEL 8.4 Pakete freigegeben. Habe ich großartig was bemerkt? Nein. Aber das ist ja auch die gute Nachricht daran. Lediglich ein Neustart war nötig.

Bei RHEL könnt Ihr Aktualisierungen via Cockpit einspielen. Das dann für alle Pakete. Wenn Du jetzt aber nur Sicherheitspatches einspielen magst, kannst Du das via Terminal via

sudo yum check-update – security

prüfen und einspielen via

sudo yum update – security

Dann werden keien neuern Pakete eingespielt, sondern nur Patches für Sicherheit. Auf einem Server nicht uninteressant.

RHEL gefiel mir. Das Cockpit ist ein Feature oder Merkmal für RHEL, ganz klar. Doch RHEL ist nicht umsonst. Je nachdem was Ihr haben möchtet, geht es ab 349 US Dollar jährlich los. Dann habt Ihr aber keinen Support, sondern dürft es nur 1 Jahr verwenden. Die Standard Mitgliedschaft mit Support kostet jährlich schon 799 Dollar. Nach oben ist kaum eine Grenze gesetzt. Bei Premium sind es schon 1299 Dollar im Jahr und wir reden hier jetzt bislang nur von der RHEL Lizenz. Hier schließt sich vielleicht der Argumentationskreis wieso RHEL nicht so die beste Wahl für Privatanwender ist. Wer das nicht ausgeben will, ist hausintern mit CentOS Stream oder Fedora besser aufgestellt.

RHEL ist mittlerweile nebst SLES auch für SAP S/4HANA zertifiziert und wird von SAP auch offiziell unterstützt für den Betrieb von SAP Systemen auf RHEL. Egal ob einfacher Linux Server, hochverfügbarkeits – Cluster oder Node einer Open Hybrid Cloud, RHEL ist vielschichtig einsetzbar und zeichnet sich durch hohe Stabilität und Skarlierbarkeit aus. Eine RHEL Hauptversion wird i.d.R. durch LTS Support 10 Jahre Pflege erhalten. Damit liegt RHEL gleichauf mit Ubuntu Server und erhält somit etwas länger Pflege als SLES Server.

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