Neptune 7 – Debian Derivat mit KDE Plasma Desktop im Test


Neptune OS ist ein aus Deutschland stammendes Debian Derivat auf Community Basis. Der Fokus liegt auf dem Linux Desktop. Was Neptune OS 7alles im Koffer hat, das schauen wir uns heute gemeinsam an. Bleibt dran.

Die Distro

Neptune hat Wurzeln in Deutschland, setzt auf Debian auf und bringt punktuell Verbesserungen, wo man bei Debian defizitäre Zustände sieht. Was zunächst vielleicht geschwollen klingt heißt konkret Debian Stable Unterbau, erweiterter Hardwaresupport und Fokus auf Multimediasystem. Ziel ist ein gutes Out of the Box Nutzererlebnis anzubieten.

Was ist neu?

  • Neptune 7 Trägt den Codenamen Faye
  • Debian 11 Bullseye Unterbau
  • KDE Plasma 5.20.5
  • Linux Kernel 5.10
  • Zswap ersetzt ZRAM

Distributionsmodell

Das System kommt mit statische Versionsstand. Dies liegt in der Debian Stable Basis begründet.

Architektur

Neptune OS 7 unterstützt ausschließlich 64-bit Architektur und weicht somit von der breiten Palette der von Debian direkt unterstützen Architekturen verständlicherweise ab. Wir haben ja im Hinterkopf, dass Neptune sich auf den Linux Desktop konzentriert.

Paketverwaltung und natives Paketformat

Als Paketverwaltung kommt Discover aus KDE Plasma mit. Dazu gibt es alternativ noch Muon Paketverwaltung und wem das noch nicht genug ist, Synaptic Paketverwaltung könnt ihr im Bedarfsfall auch noch installieren.

Inbetriebnahme / Download von Seite

Um das Installationsabbild herunterzuladen, rufen wir die Neptune Seite auf. Entweder Ihr klickt oben auf Download oder direkt auf den derzeit eingeblendeten blauen Knopf „Download Neptune“. Jetzt müsst Ihr Euch noch entscheiden welchen Spiegelserver ihr nehmen wollt. Ich nahm den in Deutschland und das ISO herunterzuladen dauerte auch nicht  lange.

Kleiner Tipp am Rande: Ist das ISO heruntergeladen, solltet Ihr dessen Checksumme nachprüfen um sicherzustellen, dass ihr keine kompromittierte Version erhalten habt. Die zu erwartende Prüfsumme findet Ihr auf der Downloadseite von Neptune. Wenn Ihr nicht wisst, wie das gehen soll, dieser Beitrag behandelt genau dieses Thema. Die paar Minuten würde ich mir nehmen um mich vor Schaden zu schützen.

Inbetriebnahme / Installation

Der Neptune Installer ist klar aufgebaut dank Calamares Installer. Ich hatte dies schon ausführlich im Rahmen meines Beitrags zu Neptune OS 6.5 dokumentiert. Daher verweise ich an der Stelle auch auf meinen vorausgegangenen Beitrag. Einfach in den Artikel oder in das Video reinschauen wenn Du es Dir zunächst unverbindlich anschauen magst.

Aus Zeitgründen spare ich mir hier die detaillierte Beschreibung. Nur soviel, der Installationsvorgang ist logisch und unkompliziert. Es dürfte keine Probleme geben.

Performance, Desktop &, Programme

Systemvermessung

Habt Ihr Neptune OS 7 installiert, sind ca 8,2 GB Eurer Festplatte belegt.

Der initiale Benchmarkwert im Arbeitsspeicherverbrauch lag bei mir bei 620MB.

Vergleichen wir kurz mit Neptune OS 6.5. Hier lagen wir bei einen Plattenplatzverbrauch bei 8,9 GB und einem RAM Verbrauch von knapp 560MB.

Wir sehen, die Werte sind in etwa konstant. Hier etwas mehr, da etwas weniger. Im Schnitt sehe ich da keine großen Zacken in die eine oder andere Richtung.

Desktop Oberfläche und Konzept

Neptune 7.0 liefert KDE Plasma Version 5.20.5

Der KDE Desktop erhält bei Neptune eigene Themen, die Neptune heißen. So gibt es noch drei Neptune Themen, zwei Netrunner und ein United Thema. Steht Ihr auf Windows XP Designs, dann wird Netrunner Euch gefallen, ebenso wenn Ihr Unity mochtet, könnte United Euch ansprechen. Cupertine soll macOS Wechseln ansprechen. Wir begnügen uns jetzt aber mit den Neptune Themen im weiteren Verlauf, da diese ja das Neptune OS Erlebnis darstellen sollen. Ach ja, bei den Symbolen kommt als Standard Tela zum Einsatz.

Wer von Euch einmal Windows benutzt hat oder vielleicht dies auch weiterhin auf beruflichen Wegen tun muss, wird optisch gewisse Ähnlichkeiten im Desktop Konzept erkennen können. Ist ja auch nicht schlimm. Die Akzeptanz von Neptune dürfte auch höher sein, wenn der Desktop einigermaßen vertraut vorkommt, als wenn man stattdessen etwas völlig neues strickt, was keine Sau kennt. Also von daher alles gut.

Es gibt unten eine Leiste der Taskleiste vergleichbar. Links ist das Startmenü, daneben frei wählbare Schnellstarter. Neben den Schnellstartern werden diverse andere Apps gruppiert angezeigt und rechts gibts Schnellzugriffe auf Systemeinstellungen und eine Uhr. Nichts revolutionäres neues, sondern gehabtes in behutsamer Manier bereitgestellt.

Falls Du es nicht so mit grauen Hintergrundbildern hast und es stattdessen lieber etwas farbenfroher sein darf, dann schau mal in die bereitgestellten Hintergrundbilder rein. Da wirst fürs Erste sicher etwas finden.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.10
  • Browser: Chromium
  • E-Mail Client: Thunderbird
  • Büropaket: LibreOffice 7.0
  • Software-Container: Nicht vorinstalliert

Mit Neptune haben wir also eine weitere der Distros, die sich noch nicht auf eine Containerlösung festlegte, sondern stattdessen zunächst zurückhaltend erstmal nichts liefert statt inflationell beides.

Allgemein vorinstallierte Software:

Der klar deklarierte Fokus ist Linux Desktop mit guten out of the Box Erlebnis und Multimedia. Ich mach es kurz, Neptune wird diesem warmherzigen Versprechen gerecht. Man liefert ein rundes Portfolio für beides aus. Es geht etwas über meinen Geschmack hinaus aber gut. Hier seien beispielshaft die Spiele erwähnt. Ich erwähne es und fertig. Ob es Dir gefällt oder nicht, das entscheidest Du für Dich.

Besonderheiten und Fazit

Wie schon im Rahmen des Neptune 6.5 Beitrags erwähnt, als Lösung für Systemsicherungen wird Back in Time ausgerollt. Damit könnt Ihr Sicherungen anlegen.

Muon Paketverwaltung hatte ich ja schon erwähnt.

Im Grub Customizer solltest Du nur dann Rumfummeln, wenn Du ganz genau weißt, was Du tust.

Neptune wird als Projekt von einem 3 Mann Team gestemmt. Die Aufgaben verteilen sich über die Schultern. Was ist aus dieser Zahl abzuleiten? Zunächst mal sollte man den Respekt zollen mit einer so kleinen Gruppe eine Distro zu erstellen und auch zu pflegen.

Bedenklich bleibt das aber auch in gewisser Weise, denn was ist wenn einer der Entwickler mal ausfällt oder die Perspektive wechselt? Können die restlichen beiden das kompensieren? Also hier sehe ich eine gewisse Gefahr. Im Rahmen meines Tests von Neptune 6.5 erwähnte ich das auch und brachte das mit der Hoffnung nicht den Antergos Effekt zu erleben hoch. Nun das war im September 2020 und heute ist Anfang 2022. Neptune 7 erschein an Weihnachten 2021 quasi als Weihnachtsgeschenk, was gleichzeitig manifestiert, die Entwickler sind da und auf Posten. Der Antergos Effekt trat nicht ein, glücklicherweise.

Neptune unterhält weiterhin eigene Paketquellen und darüber hinaus werden die aus Debian eingebunden Paketquellen um die Contrib und Non-Free Pakete erweitert. Die eigenen Repos liefern u.a. angepasste KDE Pakete oder VirtualBox Erweiterungen. Der Kernel kommt also von Debian als Upstream. Das sieht man auch daran, dass er aus dem Debian Main Repository kommt.

Fazit

Der Eindruck von Neptune 7 ist angenehm. Eine schöne KDE Distro auf Füßen von Debian Stable. Anpassungen und Erweiterungen hier und da. Im Vergleich zu Debian Stable mit KDE Plasma wird hier doch schon einiges vorkonfiguriert und angepasst. Es beschränkt sich jedoch schwerpunktmäßig auf feine Anpassungen auf dem Desktop Layer.

Ich muss gestehen, ich habe Neptune bislang nicht schwerpunktmäßig eingesetzt. Von daher meine Frage an Euch, sind unter Euch Neptune User? Falls ja, schreibt bitte Eure Eindrücke und Meinungen zu Neptune in die Kommentare hinein. Auch im Hinblick wieso ihr nicht Debian mit KDE oder MX Linux mit KDE nutzt, sondern ganz gezielt für Neptune entscheiden habt.

Bevor ich gehe, möchte ich mich bei allen Unterstützen ganz herzlich bedanken.

Auch bei Dir möchte ich mich für die freundliche Aufmerksamkeit bedanken. Deine Meinung kannst Du übrigens gerne in den Kommentaren hinterlassen, entweder auf YT oder auf meinem Blog. Wenn Dir das Video gefallen hat, kannst Du gerne ein Kanal Abo da lassen. Mit der Daumen Funktion kannst Du zeigen wie es Dir gefallen hat. Und die Glocke informiert Dich wenn es hier Nachschub an Linux Videos gibt.

Bleibt gesund, passt weiterhin gut auf Euch auf und dann sehen wir uns hoffentlich zum nächsten Video erneut. Bis dahin. Habe die Ehre. Servus aus Franken, Euer Michl.


2 Kommentare

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  1. Hallo MichlFranken,
    Ließt sich zwar ganz ordentlich, aber noch ne Distribution zu Linux, bestehend aus 3 Leut‘s… Da braucht es einerseits viel Mut, seitens derjenigen die das Projekt betreuen und ebenso viel Mut, für solche die es ausprobieren möchten. Klar, Virtuelle Maschine geht wohl immer…

    Aber mal ehrlich, brauchen wir wirklich noch mehr Linux Distributionen? Nicht falsch verstehen, aber es gibt mittlerweile sehr gute Linuxe, die sich etabliert haben. Wichtiger fände ich das man die meistgenutzten stetig sorgfältig weiter pflegt, damit Linux das bleibt, was es mittlerweile geworden ist. Nämlich ein sehr gutes Betriebssystem mit dem man alltägliche Aufgaben wunderbar erledigen kann.

    Servus

  2. Hallo Paul,

    ich sehe es ähnlich. Eine gewisse Konsolidierung könnte nicht schaden.
    Aber hey, sieh es mal so. Nimm ein beliebiges Design Thema und ein Symbolset, zieh es als ISO und nenne es PaulUX. Schon hast Deine eigene Distro….

    Finde auch, dass es nicht hundert Distros braucht. Aber so ist das leider. Man muss ja den Fork vom Fork nicht nutzen.