CutefishDE und CutefishOS: Neuer Linux Desktop mit neuer Distro


Cutefish sagt Dir nichts? Kein Problem. Hierbei handelt es sich um einen neuen Ansatz für den Linux Desktop, der auch mit einer eigenen Linux Distro daherkommt und sich derzeit noch in der Entwicklung befindet. Was Cutefish zu bieten hat, das stelle ich Euch heute mal vor. Bleibt dran.

Der Desktop

Cutefish stammt aus China. Und wenn Dir hier jetzt Deepin oder JingOS einfallen, dann ja, wir haben hier wieder ein neues Projekt aus dem Reich der Mitte. Ob einem das nun gefällt oder nicht, das werden wir in diesem Beitrag nicht behandeln. Ich werde Euch hier lediglich vorstellen, welche Ideen dieser Desktop hat und was wir hoffentlich erwarten können.

Ich teste demnach also noch nicht CutefishOS, sondern ich demonstriere die derzeitige Entwicklungsversion von Cutefish Desktop Environment (CutefishDE) auf Basis von CutefishOS.

CutefishOS basiert auf Debian Stable. Anfangs vernahm ich, dass CutefishOS auf Ubuntu LTS aufsetzt, doch scheinbar hat man sich unentschieden. Ich hatte keine spezielle Version ausgewählt und mein System basiert auf Debian Bullseye. CutefishOS liefert auch eine gleichnamige Paketquelle mit.

Als Desktop wird das Konzept sehr einfach und flach gehalten. Eine gewisse Ähnlichkeit zum Deeping Desktop Environment (DDE) ist nicht zu leugnen. Ebenso, wie eben schon genannt, erinnert es auch etwas an JingOS. Ja das lässt sich nicht leugnen. Alle Distro gehen so etwas in die gleiche Richtung und adaptieren in abgewandelter Form die Betriebssysteme von Apple. Für den Desktop steht macOS Vorbild und für das Tablet-OS steht iPadOS Vorbild.

Ist das schlimm?

Das weiß ich offen gestanden nicht. Kommt darauf an, wie sich das Ganze in Zukunft entwickelt. Wir habe also bereits zwei Linux Distros, die macOS als Vorbild nacheifern. Eine eifert iPadOS nach. Schön und gut aber weitere Distros, die auch in die Richtung gehen, brauchen wir jetzt nicht. Es ist ja jetzt schon redundant.

Die Basis von CutefishDE

Cutefish ist in C++ in Verbindung mit QML aus dem Qt-Tool-Kit geschrieben. Als Fenstermanager kommt aus dem KDE Plasma Projekt heraus KWin zum Einsatz. CutefishDE nutzt also KDE Frameworks, Qt und KDE Plasma 5.

Der Desktop von CutefishDE und seine Zielgruppe

Als Zielgruppe werden Linux Desktop Anwender angesprochen. Wer derzeit oder zuvor macOS verwendete, wird zahlreiche Ähnlichkeiten vorfinden. Hier wären spontan das Dock unten und die Leiste oben zu nennen. Die obere Leiste realisiert auch das App Menü mit. Hier wagte sich Ubuntu mit Unity auch mal heran. Seither adaptierte dies aber niemand mehr in nennenswerter Weise. CutefishDE greift dies erneut auf. Doch aktuell funktioniert dies nur mit den hauseigenen Apps wie z.B. dem Dateibrowser. Mit Firefox geht es z.B. noch nicht. Oben rechts in der Leiste kann z.B. ein Kontrollzentrum mit Schnellzugriffen aufgerufen werden. Auch lässt sich hier das System herunterfahren oder durchstarten.

Doch anders als bei macOS sind die Fensterelemente rechts angeordnet und sehen ehr wie bei Windows 10 oder 11 aus als wie die von macOS. Der Desktop lässt sich an die persönlichen Anforderungen anpassen. Über das Menü erreichen wir den Bereich „Aussehen“. Hier können wir das Farbschema umschalten zwischen hell und dunkel. Auch bietet sich die Option das Hintergrundbild an das dunkle Thema anzupassen. Hier können auch einige Farbakzente gesetzt werden. Das war es schon. Etwas weiter unten finden wir die Hintergrundbilder, die alle toll aussehen, gefolgt von dem Menüeintrag Leiste.

Mit Leiste kann das Dock modifiziert werden. Ihr könnt es ausdehnen, wo wir dann schnell bei einem Windows 10 ähnlichen Desktop wären oder zentrieren, was wieder macOS Gefühle aufkommen lässt. Neben dem Stil bietet sich auch die Option die Position von unten nach rechts oder links zu verlagern. Abschließend lässt sich die Größe noch umschalten zwischen klein, mittel, groß und riesig. Wer das Dock oder die Leiste gerne ausblendet wird im untersten Eintrag fündig.

Schauen wir uns das Dock oder die Leiste an. Links ist der Starter. Bei Klick landet man in einem Launchpad. Das könnte Dir bekannt vorkommen, wenn Du mal Gnome verwendet hast. Wenigstens hat man hier nicht das Menü aus dem DDE übernommen. So schlägt es einen anderen Weg als DDE.

Was mir an der Stelle fehlt ist eine Option die Fensterknöpfe nach links zu verschieben. Hier wird aktuell noch nichts zum Einstellen angeboten. Schade.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts lag Cutefish zusammen mit CutefishOS in Version 0.8 vor.

Du fragst Dich jetzt vielleicht, wie kannst Du Software auf dem System installieren? Hier gibt es einen App Store. Doch dieser wirkt aktuell mehr als eine leere Hülse. Viel an Software wird nicht gelistet. Das dürfte dem derzeitigen Entwicklungsstand noch geschuldet sein. Oder anders ausgedrückt, bei einer unfertigen Version kann man das noch verzeihen. Wer mehr braucht, dürfte mit Synaptic weiterkommen.

Flatpak und Snap sind standardmäßig bei mir nicht ins System eingebunden gewesen.

Besonderheiten und Zwischenfazit

Die Ansätze sind nett. Cutefish könnte nach der Fertigstellung eine interessante Lösung werden. Doch bis es soweit ist, müssen Hausaufgaben erledigt werden. Ja es wirkt aktuell alles andere als fertig und ich würde mich wundern, sollte es dieses Jahr noch fertig werden. Aber ich irre mich immer gerne auf die angenehme Weise. Also von daher nur zu.

Was mir gefällt ist das Menü in der Leiste oben. Insgesamt wird der Desktop frisch und sieht sehr nach macOS aus. Wer aber das Erbe der Aqua Oberfläche nicht mag, wird vermutlich nicht bis zu dieser Stelle drangeblieben sein, sondern schon vorher abgeschaltet haben.

Was mich aber etwas stutzig mach ist, wie man sich dann von DDE abheben mag. Die Entwickler werden sich mit den gleichen Unterstellungen oder Vorwürfen konfrontiert sehen, denke ich zumindest. Wenn Du jetzt ganz scharf auf CutefishDE bist, dann kann ich nur raten die Füße still zu halten. Es ist nicht fertig. Es befindet sich vielmehr in der Entwicklung und das merkt man auch. Also wenn es in die Richtung gehen soll, schau Dir Deepin und wenn Du mit chinesischen Distros Probleme hast, dann schau UbuntuDDE oder eine auf Arch aufsetzende Distro wie Manjaro an. DDE ist in allen gängigen Distros verfügbar und ausgereift im Vergleich zu CutefishDE. Und auch wenn Cutefish eines Tages fertig wird, stellt sich die Frage der Diversifizierung gegenüber Deepin. Aber gut, das schauen wir uns an, wenn es fertig ist.

Wir können es aktuell als ein neues Konzept für den Linux Desktop zur Kenntnis nehmen. Es könnte Umsteiger schon ansprechen, aber ob es eine Chance haben wird, muss sich zeigen. Ich bin vorsichtig optimistisch. Sehe allerdings zum aktuellen Zeitpunkt keinerlei Mehrwert zu meinem bevorzugten Pantheon Desktop.

Nun würde mich Eure Meinung zu Cutefish und CutefishOS interessieren. Wenn Du dazu was zu sagen hast, dann ab damit in die Kommentare.


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