HefftorLinux – Test der ArcoLinux Abspaltung

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HefftorLinux basiert auf Arch, tritt aber mit dem Anspruch an, dass kostenloses Linux Betriebssystem nicht gleich hässliches Betriebssystem heißen muss. Ob man der damit verbundenen Erwartungshaltung gerecht wird und was Hefftor sich da hat einfallen lassen, erfahrt ihr im Video. Viel Spaß.

Teil 1: Die Distro

Bei HefftorLinux handelt es sich um einen Ableger von ArcoLinux und wurde mit Fokus auf Stabilität und Stil konzipiert. Wie schon im Prolog erwähnt, das Credo heißt „Free Does Not Mean Ugly“ also frei muss nicht hässlich sein. Entsprechend will man also eine aufgehübschte auf Arch basierende Distro liefern.

Distro Typ: Wie schon erwähnt, es handelt sich um einen ArcoLinux Ableger. ArcoLinux basiert auf Arch und damit hat auch Hefftor Linux den rollenden Arch Unterbau geerbt.

Architektur: Hefter ist für 64-bit Systeme verfügbar

Paketverwaltung und natives Paketformat: Entsprechend dem Arch Unterbau kommen LZMA gepackte TAR Dateien zum Einsatz. Als Paketverwalter kommt Pacman mit. Wer es lieber grafisch mag, kann Pamac nutzen um Apps zu installieren und zu aktualisieren.

Inbetriebnahme / ISO Laden: Um die ISO Datei herunterzuladen, geht auf die HefftorLinux Projektseite und dann oben auf Downloads. Dann steht ihr vor der Qual der Wahl welche Edition. Ihr könnt Bspwm, Kodi, KDE Plasma oder Xfce wählen. Ich hatte mal die Xfce Edition geladen und installiert. Kleiner Tipp wenn das ISO heruntergeladen ist, solltet Ihr dessen Checksumme nachprüfen um sicherzustellen, dass ihr keine kompromittierte Version erhalten habt. Die zu erwartenden Checksummen findet Ihr bei den Downloads der jeweiligen Edition.

Inbetriebnahme / Installation: Ihr könnt direkt in den Live Modus starten. Klickt Ihr Installieren, öffnet sich der Calamares Installer. Dieser führt Euch durch den Installationsprozess. Wenn Du das noch nie gemacht hast, dann kannst Du auch erstmal anschauen, wenn es geht. Zwar mit einer anderen Distro aber selben Installer. Also die grobe Richtung kannst Du damit erkennen. Eine genaue Installationsbeschreibung schenke ich mir hier jetzt um nicht den Rahmen zu sprengen.

Teil 2: Performance, Desktop &, Programme

Systemvermessung: Nach der Installation krallte sich HefftorLinux satte 11GB. Allerdings ist das kein frisches System, sondern ich teste es schon seit Monaten.

Beim Arbeitsspeicherkonsum liegt HefftorLinux mit Xfce so bei knapp 600 MB. Hier macht sich Xfce doch recht freundlich bemerkbar.

Desktop Oberfläche und Konzept

Xfce liegt in Version 4.16 vor.

Schaut man sich den Desktop an, oben eine Leiste und unten ein Dock dürfte man kennen oder? Man kupfert etwas bei macOS ab ohne aber zu sehr Elemente zu übernehmen. Das geht so völlig in Ordnung. Direkt nach dem Start ist man auch wirklich startklar. Die Bedienung ist schlüssig und einfach gehalten. Es ist auch eine Vorauswahl an Software dabei, auf die wir jetzt mehr eingehen.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.14 ZEN Kernel
  • Browser: Brave Browser
  • E-Mail Client: nicht vorinstalliert
  • Büropaket: nicht vorinstalliert
  • Software-Container: nicht vorinstalliert

Allgemein vorinstallierte Software:

Das Paket der vorinstallierten Software ist nicht exorbitant. Es ist für den Start geeignet aber es fehlen halt auch ein paar Dinge für den Alltag wie z.B. Email Client oder Office Paket. Hier musst Du also selbst nachinstallieren. Was besonders auffiel, HefftorLinux ist noch eine Distro, die keine Containerlösung standardmäßig mitliefert. Es ist also weder Snap noch Flatpak mit dabei. Das sieht man immer seltener.

Teil 3: Besonderheiten und Fazit

Mir fehlt es etwas an Substanz über das gesamte Projekt. Damit einhergehend ist auch das Design letztlich der ausschlaggebende Faktor für diese Distro. ArcoLinux hatte ich schon mal im Test und war jetzt nicht wirklich hässlich.

Fazit: HefftorLinux hatte ich vor fünf Monaten installiert und seither immer wieder angeschaut. Warum so lange? Weil es noch eine relativ überschaubare Distro ist, die ich nicht gleich vorschnell aufgreifen wollte. Also hatte ich die Distro erstmal in Laborumgebung ausprobiert, bevor ich sie auf Euch losließ. Hefftor hatte sich in diesem Zeitraum nicht verwurschtelt und lieft klaglos. Für eine rollende Distro kam HefftorLinux also recht stabil daher.

Wenn Dir das Design zusagt, Du Dir den mühsamen Installationsprozess von Arch sparen willst und ein rollender Arch Unterbau für Dich kein Problem ist, dann könnte HefftorLinux durchaus interessant für Dich sein. Da wir hier aber eine junge Distro haben, bin ich aber zurückhaltend mit einer Empfehlung. Ich werde HefftorLinux weiter beobachten und hoffe, dass hier sich nicht eines Tages der Antergos Effekt einsetzen wird. Wer eine nutzerfreundliche Distro haben mag, die hübsch aussieht und auf Arch aufsetzt, kann auch zu Manjaro greifen.


3 Kommentare

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  1. Hallo,

    Ich habe heute versucht, hefftorlinux zu installieren, was aber nicht gelang.

    Ich habe die ISO wie alle anderen Linux-ISO’s auch, mit Rufus, sowohl im iso-, als auch im dd-modus
    auf mein USB-Stick kopiert.

    Als das Booten nach 30 sekunden mit einem Fehler stockte, versuchte ich es mit dem Win32 Disk-Imager
    und mit Ventoy, nichts half.

    Secure Boot und schnellstart sind im UEFI deaktiviert.

    Beim Booten erscheint nach wenigen sekunden die Fehlermeldung;
    “Error: /dev/disk/by-label/hefftorlinux-plasma-v2021-06-26 device did not show after 30 seconds…”

    nach mehr als 30 sekunden erscheint eine weitere Fehlermeldung;
    “Falling back to interactive prompt You can try to fix the problem, log out when you are finished.
    sh: can´t access tty:job control turned off”

    Hefftorlinux ist die einzige Distri die ich nicht installiert bekomme, mit “ArchLinux und deren Derivate,
    openSUSE Tumbleweed und Ubuntu und deren Derivate, habe ich keinerlei probleme.

    Wo liegt jetzt das Problem, konnte nichts im Netz finden.

  2. Hm, schwer zu sagen. In Einzelfällen hat auch der Installer mal einen “Batscher”. Aber wenn Du Arch installiert bekommen hast, denke ich, wirst Du nicht mehr zu Hefftor umschwenken wollen oder?

  3. Ich habe die gleichen Probleme. Bekomme es mit den gleichen Meldungen nicht installiert. Die Möglichkeit, es als Live-System zu starten, scheint es auch nicht zu geben. Mir sieht das ganze noch ziemlich unausgereift aus. Vielleicht ist das auch der Grund, warum diese Distro seit über einem Jahr auf der Warteliste von Distrowatch dümpelt.

    Ich wollte es nur mal ausprobieren, weil die Entwickler das Design scheinbar bei Elementary/Pantheon abgeschaut haben und entsprechend nett aussieht. Wegen der Probleme hat sich das für mich erst einmal erledigt. Vielleicht probiere ich es in ein, zwei Jahren noch mal.