LinuxFX 10.2: Linux mit stabilen Ubuntu Unterbau im Windows 10 Design

Du nutzt Windows 10 und überlegst einen Wechsel zu Linux aber willst nicht auf die vertraute Windows 10 Oberfläche verzichten? LinuxFX könnte genau das sein, was Du suchst. Eine stabile Ubuntu Basis mit einer Oberfläche, die Windows 10 zum Verwechseln ähnlichsieht. Ob das Paket hält, was es verspricht, schauen wir uns heute an.

Über die Distribution

Linuxfx ist eine brasilianische Distribution, die auf Ubuntu basiert, Cinnamon als Desktop standardmäßig liefert und eine Windows 10 ähnliche Oberfläche bietet. Es wird sogar eine Alternative für den Cortana Assistent mitgeliefert. Helloa ist das Zauberwort. Jedoch muß Sentinel VMS installiert werden. Klickt Ihr auf „Install Sentinell VMS, wird auch Sentinela Client installiert. Leider war dies mit meiner Version nicht möglich, da ich nicht die WXS Version herunterlud. Eigentlich hatte ich auf der in überwiegend spanischer Sprache gehaltenen Seite nicht erkennen können, daß es hier gewisse Besonderheiten gibt. Das ist also etwas intransparent und um uns nicht länger unnötig aufzuhalten, fahren wir ohne Helloa fort.

Download

Die Projektseite (www.linuxfs.org) ist in spanischer Sprache. Doch das ist jetzt nicht das große Hindernis an die ISO Datei zu kommen. Einfach oben auf Linuxfx/Windowsfx klicken, Windows10fx und dann z.B. PC (64-bit). Jetzt könnt Ihr noch ein Video auf YouTube schauen und wenn ihr unten links auf Download klickt, dann landet „Windowsfx 10.2 b20.05“ auf Eurer Platte. Im nächsten Schritt schauen wir uns die Installation an.

Installation

Hier gibt es wenig Aufregung. Wir starten im Live-Modus und können Linuxfx direkt ausprobieren. Mit Klick auf „Install Windowsfx“ auf dem Desktop, öffnet sich der Installer. Die deutsche Sprache ist direkt vorausgewählt und nachdem wir unsere Zeitzone ausgewählt haben, können wir die Tastatur konfigurieren. Anschließend kommen wir zu Partitionierung, dicht gefolgt von der Benutzererstellung. Hab Ihr all das fertig, gibt es noch eine lezte Zusammenfassung vor der Installation. Mit Klick auf Installieren und letztmaliger Bestätigung, daß Ihr auch wirklich sicher seid, geht es los. Während der Installation werden Euch ein paar Bildchen eingeblendet, die leider überwiegend in spansicher Sprache aber dennoch mal eine nette Abwechslung sind. Alles gipfelt in der Bestätigung, daß alles erledigt ist. Sofern der Haken „Jetzt Neustarten“ gesetzt ist und Ihr auf Erledigt klickt, wird das System durchgestartet und Eure neue Installation fährt dann hoch.

Eckdaten: Auslastung Plattenplatz

Meine frische Installation hatte direkt 8,4 GB belegt. Nach allen anstehenden Aktualisierungen lag der Wert bei 8,6 GB.

Eckdaten: Arbeitsspeicherverbrauch RAM

Im Leerlauf nach dem Start belegt Linuxfx bei mir direkt 757 RAM. Für Cinnamon ist das ein ganz guter Wert. Zum Vergleich, ein LM 19.3 System mit Cinnamon 4.4.8 verbraucht in selber Lage knapp 654MB. Alles im Großen und Ganzen alles im Rahmen.

Desktop

Linuxfx liefert Cinnamon in Version 4.4.8 aus.

Damit ist Cinnamon in gleicher Version wie es z.B. Linux Mint 19.3 derzeit ausliefert.

Die Anpassungen sind weitreichend und Cinnamon kommt auf den ersten Blick wie ein Windows 10 System daher. Der Desktop folgt auch seinem Vorbild. Wir haben unten eine Leiste, die links ein Startmenü birgt, welches jedoch ehr an Windows 7 als das von Windows 10 erinnert. Es handelt sich hierbei um das normale Cinnamon-Startmenü. Daneben soll ein Cortana-Nachbau als Sprachassistent kommen, was in meinem Beispiel leider nicht klappte. Darauf folgt ein Arbeitsflächenumschalter. Weiter geht’s mit Programmschnellstartern im gruppierten Modus. Rechts warten typische Steuerelemente, die Uhrzeit und ein Menü um das System auszuschalten oder den Benutzer abzumelden oder das System in Ruhezustand zu versetzen.

Schauen wir uns mal die Desktop-Anpassungen an, denn hier kommen Anhänger der dunklen und der hellen Seite auf Ihre Kosten. Neben dem Linuxfx-10 wird auch ein Linuxfx-10-dark Thema mitgeschickt. Obendrauf hat man noch das Kimmo Thema in hell und dunkel mitgeliefert. Adwaita ist auch vorinstalliert. Dies mündet in einem stimmigen Gesamtkontext.

Bei den Hintergrundbildern wird eine sehr nette Auswahl mitgeliefert. Das sieht toll aus und hier dürften alle etwas für sich finden. Mir gefällt das jedenfalls.

Insgesamt wirkt der Desktop seinem Vorbild recht gut nachempfunden, zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick sieht man natürlich schon, daß es kein Windows 10 ist aber wer von Windows 10 zu Linux wechseln möchte, könnte hier eine interessante Gelegenheit finden.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.6.15-windowsfx-10-generic
  • Browser: Firefox 77.0.1 & Chrome 83.0.4103.97
  • E-Mail Client: Evolution 3.36.2
  • Office: LibreOffice 6.4.3.2
  • Flatpak oder Snap: Wir haben beides dabei.
  • Snap liegt in Version 2.44.3+20.04 vor und Flatpak kommt in Version 1.6.3 mit.

Allgemein vorinstallierte Software:

Wir haben u.a. Skype vorinstalliert, ebenso wie eine Microsoft Teams Preview. BalenaEtcher, Kodi, Midnight commancer, Plank, Transmission und Wine mit dabei. Es zeigt sich, daß ein recht bunter Mix an Zusatzsoftware mit dabei ist. Hier wird unterstellt, daß wer von Windows 10 kommt und einen Windows 10 ähnlichen Desktop nutzen will, eine höhere Akzeptanz gegenüber Microsoftprodukten zeigt. Vielleicht ist hierfür die Nachfrage im südamerikanischen Raum entsprechend hoch. Für meinen Geschmack dürfte es gerne etwas weniger sein.

Besonderheiten

Wie eingehend schon erwähnt, wird ein Projekt realisiert, das Windows 10 versucht auf Linux zu adaptieren, zumindest deklaratorisch. Dies gelingt ganz gut.

Dank dem Ubuntu Unterbau haben wir hier natürlich eine APT-Paketbasierende Distribution. Heißt Ihr könnt Ubuntu PPAs einbinden und auch für Ubuntu und Debian erstellte Drittanbietersoftware installieren.

Eigentlich sollte noch ein digitaler Assistent mit Helloa mitkommen. Diesen konnte ich leider nicht testen, da er einen Fehler wirft.

Laut Distrowatch liefert Linuxfx seit 2016 seine Distribution aus und hat insgesamt vier Versionen bislang veröffentlicht, wobei erst mit 10.2 ein Wechsel von KDE zu Cinnamon stattfand. Auf Distrowatch ist Linuxfx zur Zeit meiner Recherche auf Platz 82 gelistet.

Das Projektteam hinter Linuxfx hat Präsenzen auf Facebook, Twitter, LinkedIn und YouTube. Auf Twitter kam der letzte Beitrag 2018. Linkedin kann ich ohne Nutzerkonto nicht prüfen. Auf YouTube kommen öfter noch Videos.

Warum man mal von Linuxfx, dann mal von Windowsfx spricht, wissen vermutlich auch nur die Köpfe hinter dem Projekt. Mich hat es jedenfalls manchmal etwas verwirrt.

Fazit

Linuxfx ist ein Tux im Schafspelz, könnte man sagen. Der Ansatz könnte Neueinsteiger den ersten Schritt erleichtern, doch ob Linuxfx eine Distribution für den dauerhaften Einsatz ist, müsste sich in einem Langzeittest zeigen. Hier gilt es im Hinterkopf zu behalten, daß man ein Linux Mint mit entsprechenden Themes auch recht schnell so aussehen lassen kann. Die Zusatzsoftware kann man nach Bedarf auch schnell installieren. Doch genau das ist die Frage ob man das selbst machen will oder gleich haben will. Ich denke ein blutiger Anfänger könnte damit gut spielen aber sollte dann einen Umstieg zu Linux Mint prüfen, wenn ein Beginn direkt mit Linux Mint nicht vielleicht der nachhaltigere Ansatz ist, denn mit der Distribution kann man arbeiten und sie ist eine gestandene Nummer in der Linuxwelt. Bei Linuxfx läßt sich das nicht so leicht einschätzen. Das liegt daran, daß die Seite in Spanisch ist, das Team vermutlich überschaubar klein ist und die Aktivität auf seinen Kanälen nicht allzu groß ist. Insgesamt würde ich ehr zu Linux Mint raten aus genannten Gründen.

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