MakuluLinux 2021 Lindoz Edition – Windows Klon auf Cinnamon Basis

Die aus Vietnam stammende Linux Distribution MakuluLinux ist trotz Ubuntu Basis eine rollende Distribution, die auch auf Debian Testing Pakete zurückgreift. Ob wir hier eine interessante Alternative oder mehr oder minder nur einen Kaltstart vorliegen haben, finden wir gemeinsam im Test heraus. Es geht los nach dem kurzen Intro. Bleibt dran.

Über die Distribution

MakuluLinux hat vietnamesische Wurzeln. Laut den Aufzeichnungen von Distrowatch ist MakuluLinux seit dem Jahr 2013 aktiv. MakuluLinux versteht sich als Anlaufstelle für ehemalige Windows Anwender. Es werden entsprechend nicht nur quelloffene Pakete mitgeliefert. Vielmehr werden Multimedia Kodexes bereits vorinstalliert, ebenso wie proprietäre Treiber und Software für den täglichen Gebrauch.

Insgesamt kommt MakuluLinux in vier Editionen:
LinDoz – Mit angepassten Cinnamon Desktop
Core – Mit hoch anpassbaren Xfce Desktop
Flash – Mit Standard Xfce Desktop
Shift – Mit vorkonfigurierten Gnome Desktop

Unterbau, Paketformat und Paketverwaltung

Aufgrund des Debian und Ubuntu Unterbaus kommt hier das DEB Paketformat zum Einsatz. Als Paketverwaltung wartet APT auf Euch. Wer es lieber grafisch mag, kann Synaptic Paketverwalter zum Einsatz bringen.

Unterstützte Architekturen

Aufgrund der Ubuntu 20.04 Basis wird nur noch 64-Bit Architektur unterstützt. MakuluLinux selbst gibt an, 64-Bit mit 32Bit Support, jedoch ist eine 64-Bit CPU Voraussetzung.

Zielgruppe der Distribution

In erster Linie möchte MakuluLinux mit seiner LinDoz Edition Wechsler aus dem Windowsumfeld anlocken. Der Cinnamon Desktop wurde entsprechend angepasst, sodass eine optische Ähnlichkeit zu Windows 7 nicht von der Hand zu weisen ist. Das dürfte sicher der Tatsache geschuldet sein, dass Windows 7 Anfang 2021 weltweit noch rund 20 Prozent Marktanteil hat obwohl Microsoft die Unterstützung für Windows 7 längst eingestellt hat. So will Makulu Wechsler ansprechen, die nicht unbedingt brandneue Hardware im Einsatz haben aber langsam aber sicher doch weg von Windows 7 wollen. Vor allem in Schwellenländern könnte das durchaus interessant sein. Daneben ist Gaming ein Steckenpferd von MakuluLinux. Dazu später mehr.

Cinnamon stürzte regelmäßig ab. Lösung ist die Applets und Erweiterungen zu deaktivieren im Live-Modus

Vorarbeiten, Inbetriebnahme & Systemvermessung

Vorarbeiten: Wenn Ihr MakuluLinux einmal ausprobieren oder auch installieren möchtet, müsst Ihr Euch zunächst den Installer herunterladen und mit einem Programm wie z.B. Etcher auf einen USB Stick oder eine DVD brennen. Ruft zunächst die Projektwebseite auf und navigiert je nach Edition oben zum Bereich dieser. In meinem Fall hatte ich die LinDoz Edition geladen, also klicke ich oben auf Lindoz. Nun scrollen wir herunter und können zwsichen einigen Spiegelservern auswählen. Klick auf einen und folgt dann den logischen Schritten um das ISO Abbild herunterzuladen.

Installation

Danach müsst Ihr das ISO auf USB Stick oder DVD brennen. Ist das erledigt, könnt Ihr installieren. Ich werde den Installationsprozess an der Stelle nicht gesondert beschreiben. Wenn Dich das aber näher interessiert, dann schau mal meinen Beitrag zur Installation von Linux Mint im Rahmen meiner Serie Wechsel zu Linux an. Ist identsich zu MakuluLinux. Sobald die Installation abgeschlossen ist, startest Du den PC durch und kannst loslegen.

Systemvermessung

Werfen wir einen Blick auf die groben Eckpunkte des Betriebssystems.

Installiert Ihr die Lindoz Ausgabe, sind knapp 8 GB Eurer Platte belegt. Das ist ehr hinteres Mittelfeld aber in Anbetracht relativ günstiger Speicherpreise durchaus verschmerzbar.

Beim verbrauchten Arbeitsspeicher bin ich schon etwas irritiert. Es wird über 1 GB im Leerlauf benötigt. Zur Erinnerung, Linux Mint 21.1 mit Cinnamon 4.8.3 verbrauchte hier im Test knapp 660 MB. Also haben wir hier scheinbar keine Edition, die auf Performance im Hinblick auf Sparsamkeit optimiert ist. Allokierter RAM muss jedoch nicht zwingend schlimm sein. Dennoch zeigen andere Beispiele, dass es halt eben auch anders geht.

Desktop & Programme

MakuluLinux 2020 LinDoz liefern Cinnamon 4.8.2 aus

Der Desktop spricht ganz deutlich Wechsler von Windows 7 ganz direkt an. Generell wurde der Cinnamon Desktop so angepasst, dass es generell wie ein Windows System der Generationen zwischen Vista und 7 ausschaut. So gibt es unten eine Leiste wie die Taskleiste. Dort gibt es links ein Startmenü gefolgt von Schnellstartern rechts daneben. Auf der rechten Seite der Leiste gibt es Systemindikatoren und Steuerelemente.

Das Thema erinnert mich persönlich an Windows Vista von den Fensterrahmen her. Wo wir schon bei den Themen sind, in den Einstellungen gibts gleich zwei Anlaufpunkte hierfür: Themen und Themen-Advanced. Bei Themen könnt Ihr das Erscheinungsbild der Programmoverflächen inkl. Farben einstellen und bei Advanced den Rest wobei Makulu ausschließlich seine eigenen Themen ausliefert. Wem das gefällt, wird es feiern. Wem das nicht gefällt… Naja Ihr wisst schon.

Ansonsten darf man beim Desktop keine revolutionären Dinge erwarten. Es läuft und erfüllt seinen Zweck.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.8
  • Browser: Google Chrome
  • E-Mail Client: Nicht vorinstalliert
  • Büropaket: Nicht vorinstalliert
  • Software-Container: Snap und Flatpak

Allgemein vorinstallierte Software:

Auf den ersten Blick ist das System vollgemüllt mit unzähligen Apps. Auf den zweiten Blick ist dem aber definitiv nicht so. Ehr im Gegenteil, es ist eine minimale Ausstattung. So haben wir in allen Kategorien nur eine Grundausstattung an der unteren Kante dabei. Was irritiert ist die Quantität in Systemverwaltung und Einstellungen. Das ist unübersichtlich aber letztlich sind das die einzelnen Abspringpunkte aus den Cinnamon Einstellungen.

Aus Linux Mint sind aber nicht alle Tools mit dabei. Timeshift ist an Bord, WebApps z.B. nicht. Kein Beinbruch denn ich denke Timeshift dürfte mehr helfen als WebApps.

Ich persönlich finde es tut einem System, das direkt startklar sein will, gut, wenn zumindest ein E-Mail Client und ein Officepaket mit dabei sind aber gut. Man kann das ja im Bedarfsfall nachinstallieren.

Besonderheiten und Fazit

Um Euch ein gutes Erlebnis beim Spielen zu bieten, liefert MakuluLinux Wine, sowie die Erweiterung Winetricks mit. Ebenso sind PlayOnLinux, GeForce Now und der Steam Client mit im Portfolio und können installiert werden.

Da Makulu primär auf Ubuntu aufsetzt, kommt hier die Container-Thematik Snap und Flatpak mit auf. Diese Distro setzt auf beide Lösungen. Ob das sinnvoll ist, dürfte streitbar sein. Zumindest aus Anwendersicht steht am meisten Software potenziell zur Verfügung. Aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet dürfte diese Entscheidung auch so getroffen worden sein.

Überzeugt Euch dieses Paket insgesamt? Schreibt Eure Meinung dazu bitte mal in die Kommentare rein. Mich persönlich spricht MakuluLinux nicht wirklich an. Das liegt aber darin begründet, dass es zu sehr an Windows Vista bzw. Windows 7 anknüpft und hier Elemente adaptiert, die ich für Relikte der Vergangenheit halte.

Ich denke Neueinsteiger bzw. Umsteiger sind bei anderen Distributionen wie z.B. Linux Mint besser aufgehoben. Und das nicht, weil ich blind Mint empfehlen würde, sondern weil im Problemfall eine große deutschsprachige Gemeinschaft helfen kann. Bei MakuluLinux bin ich da nicht so ganz sicher, wie weitreichend das dann ginge. Aber das müssen alle mit sich selbst ausmachen. Ich denke es gibt bessere Angebote für Neueinsteiger als MakuluLinux.

Mehr zum Thema: Linux Mint 20.1 Ulyssa im Test. Die Evolution des Linux Desktops?

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2 Kommentare

  1. Ziemlich hässlich und für mich total fehl platziert. Lieber Linux Mint nehmen statt so einen bescheidenen Nachbau.

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