MX Linux 19.4: Test der Xfce Editin

MX Linux sieht sich als Mittelgewicht, als einfache und stabile Linux Desktop Distribution. Am 1. April 2021 hat das Projekt Version 19.4 veröffentlicht und dabei keinen Aprilscherz gemacht. Wir werfen heute einen Blick auf MX Linux 19.4 in der Standard Ausgabe mit XFCE Desktop. Ich wünsche viel Spaß. Los gehts.

Über die Distribution

MX Linux ist eine feine Distribution, die auf Debian aufbaut und Ihre Wurzeln in Griechenland hat. Eigentlich ist MX Linux eine noch sehr junge Distribution, denn sie ist erst seit 2017 existent. Doch die Entwickler pflegen einen regen Austausch mit den Anwendern und wichtig ist, dass sie auch auf die Wünsche und Anregungen eingehen und reagieren.

Der Fokus liegt auf dem Linux Desktop. Eine Server Variante gibt es nicht. Dafür aber verschiedene Desktop Ausgaben wie Xfce, KDE Plasma und Fluxbox.

Unterbau, Paketformat und Paketverwaltung

MX Linux baut auf Debian Stable auf. Entsprechend kommt das Deb Paketformat zum Einsatz. Als Paketmanager wird klassisch APT verwendet.

Unterstützte Architekturen

MX Linux unterstützt 64-Bit und derzeit noch 32-Bit Architektur

Zielgruppe der Distribution

Da das selbsterklärte Ziel der Linux Desktop ist, sind alle Anwender Zielgruppe von MX Linux. Zumindest die, die nicht die neuesten Softwarepakte benötigen. Denn obwohl MX Linux an einigen Stellen von der Debian Basis abweicht, merkt man den Debian Stable Unterbau an den Paketständen. Das ist nicht schlimm, da es Sicherheitsaktualisierungen gibt, sollte aber offen angesprochen werden.

Vorarbeiten, Inbetriebnahme & Systemvermessung

Wie immer gehts damit los, dass wir uns das Installationsabbild herunterladen müssen. Dazu rufen wir die MX Linux Projektwebseite auf und klicken direkt auf den Orangen Knopf Download. Und hier wird es schon interessant. Hast Du alte 32-Bit Hardware, also z.B. Core Duo CPU, dann nimmst Du die 386 Edition. Hast Du 64-Bit Architektur, also Core2Duo und neuer, dann nimmst Du die x64 Version. Hast Du brandneue Hardware am Start, dann kannst Du die x64 ahs (Advanced Hardware support) Version mit Kernel 5.10 verwenden. Dies ist für Rechner mit AMD Ryzen Architektur relevant. Wer KDE will, kommt an der AHS Edition eh nicht vorbei. Hier werden also der klassische 4.19 LTS Kernel aus Debian Stable und der neue 5.10 Kernel angeboten. Das geht schon mal gut los würde ich sagen. Also klick auf Deine Auswahl und lade von SourceForge das ISO volllständig herunter.

Hast Du das ISO auf Platte, verifizierst Du es am Besten. Wie das geht habe ich in einem separaten Beitrag erklärt. Einfach mal reinziehen wenn das was unklar ist.

Den Prozess der Installation werde ich hier nicht näher beschreiben. Dazu hatte ich einen separaten Beitrag im Rahmen der Serie Wechsel zu Linux erstellt. Schau es Dir gerne mal an, wenn Du die Installationsroutine erstmal sehen magst.

Kommen wir zur Systemvermessung

Installiert Ihr wie ich die Xfce Edition, dann sind ca 5,5 GB von der Platte belegt.

Der initiale Benchmarkwert beim RAM Konsum kann sich mit etwa 470MB durchaus sehen lassen.

Damit liegt MX Linux 19.4 unter den Werten meines letztes Tests von MX Linux 19.1.

Desktop & Programme

MX Linux 19.4 bringt Xfce 4.14.1 mit.

Der Desktop ist angepasst und ist somit alles andere als Stangenware. MX Linux hat viel Mühe in den Desktop investiert und das sieht man auch.

Links befindet sich die zentrale Steuerleiste. Hier gibt es unten links das Startmenü. Ich habe mich ein paar mal erwischt wie ich oben gedrückt hatte. Doch da kommt dann nur der Dialog der Abmeldung. Bleiben wir beim Menü. Drüber sind Steuerelemente und Schnellstarter platziert. Öffnet Ihr weitere Programme, die nicht in den Schnellstartern drin sind, werden diese nochmals oberhalb der Schnellstarter gezeigt. Ganz oben gibts den Abmeldedialog und das war es auch. Das ist durchaus etwas anderes als Windows oder macOS. Ob es einem so gefällt, steht auf einem anderen Blatt. Doch hat sich jemand Gedanken gemacht und eine Vorstellung realisiert.

Dazu gibt es optisch noch das Greybird-mx Thema, welches vom Arc-Dark Thema bei der Fensterverwaltung ergänzt wird. Die Symbole sind Papirus. Heraus kommt ein anschaulicher Desktop.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 4.19
  • Browser: Mozilla Firefox
  • E-Mail Client: Mozilla Thunderbird
  • Büropaket: LibreOffice 6
  • Software-Container: Flatpak

Allgemein vorinstallierte Software:

MX Linux ist eine Desktop Distro. Entsprechend wird auch ein fertiger Desktop hingestellt. Dieser umfasst alle nötigen Pakete und auch etwas darüber hinaus wie Spiele.

Doch damit sind wir noch nicht fertig, denn jetzt kommen wir zu einem Filetstück von MX Linux. Die MX-Werkzeuge dürfen hier natürlich nicht fehlen. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung an kleinen Helferchen.

Wir können jetzt leider nicht jedes Helferchen genau anschauen, doch die größten Hämmer will ich Euch nicht vorenthalten. Steigen wir bei MX Schappschuss an. Hier könnt Ihr Euer System als ISO Abbild auf USB ziehen. Damit könnt Ihr z.B. Sicherungen machen oder wenn Ihr mal ein Systemumzug macht, geht da so einfach von hand. Bei Maintenance könnt Ihr verschiedene Sysetmwartungstätigkeiten durchführen. Setup bietet z.B. Die Installation von Nvidia Treibenr oder Multimedia Codeces. Bei Utilities ist der iDeviceMounter auch interessant, wenn Ihr z.B. Fotos von Eurem iPhone oder iPad rüberziehen wollt. Das ist einer der Gründe für MX Linux. Diese Sammlung gibt es so nur hier und das ist ein ganz dicker Pluspunkt!

Besonderheiten und Fazit

MX Linux ist ein Arbeitstier mit Fokus auf Stabilität und Produktivität. Ihr bekommt eine solide Linux Distribution, die sehr viele nützliche Helfer direkt dabei hat. MX Linux ist eine kleinere aber unabhängige Distribution, die scheinbar auf ein gesundes Verhältnis zwischen Entwicklern und Anwendern fußt. Das zeigte sich ja z.B. Unlängst an der KDE Version von MX Linux.

Falls Dir noch nicht ganz klar wurde, welche Version Du nehmen sollst, noch mal eine Faustformel:

  • Ältere Rechner erzielen mit der Xfce Edition ein sehr beachtliches Nutzererlebnis. Hier würde ich aber vermutlich am Desktop die AHS Edition mit Kernel 5.10 verwenden.
  • Neuere Rechner können mit der KDE Plasma Version überzeugen. Plasma fühlt sich mit hübschen und bunten Effekten auf neuerer Hardware sehr wohl und hat eine treue Anhängerschaft.

Na was sagt Ihr? Wer wird da jetzt schwach und will mehr über MX Linux selbst erleben? Oder bist Du schon im MX Lager? Dann teile doch Deine Erfahrungswerte mit uns. Fände ich sehr spannend.

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1 Kommentar

  1. Linux:
    Es sollte für zukünftige Neu-Nutzer einfach Einfach sein. So das man es zusammen mit dem User vor Ort installieren kann und zukünftige Linuxuser es versteht.
    Meine Vorgehendsweise jem. Linux nahe zu bringen.
    Er/Sie will es ja benutzen und die Linuxwelt Schritt für Schritt entdecken.

    MX-Linux ist m.M.n. von Fans für Fans gemacht.

    Über eine LXDE Variante mit den MX-Tools, deutschem Handbuch Offline pdf, Grundausstattungs-Software wäre ich begeistert. Hatte mir schon die 17 und 18ner Version auf eine Testssd installiert. XFCE in dieser Form ist nicht so mein Fall.
    Vor allem die Platzierung der Leiste an der Seite. (ja kann man ändern,->das hättest Du zeigen sollen)
    Eben Geschmacksache.

    Mit Mint Cinnamon,LXDE und hin und wieder XFCE, kommt “Linux” besser bei Linuxumsteigern an.
    Ubuntu mit Cinnamon halte ich für noch nicht so stabil für den Alltag und den Neu-Anwender.

    Meine Meinung.

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