EndeavourOS – Was aus Antergos hätte werden können

Mit dem Aus von Antergos stieg EndeavourOS aus dessen Asche auf und möchte Nutzer da abholen, wo andere sie stehen lassen. Mit grafischen Installier, topaktueller Arch-Basis und hübschen Desktop möchte man anderen das Wasser abgraben. Wie das gelingt und was für ein Bild EndeavourOS bei mir hinterließ, schauen wir uns heute an.

Über die Distribution

EndeavourOS ist eine rollende Linuxdistribution, die auf Arch Linux aufsetzt. Weiter gilt EndeavourOS als Nachfolger von Antergos. Beide Distributionen teilen sich das Ziel: Ein benutzerfreundliches Linuxsystem, auf Arch Basis. Doch will Endeavour nicht das Ubuntu unter den Systemen mit Arch-Basis sein. Vielmehr spricht man Anwender an, die mit Linux vertraut sind aber nicht den mühsamen Installationsprozeß von Arch über sich ergehen lassen wollen. Ebenso heißt man sogenannte Distro-Hopper willkommen, EndeavourOS einmal auszuprobieren. Daß man keine Einsteigerdistribution sein will zeigt sich daran, daß es keinen App Store gibt. Es gibt also keine Möglichkeit mit grafischer Oberfläche Anwendungen oder Pakete zu installieren. Es ist dem Anwender überlassen zu entscheiden wie das System eingerichtet sein soll.

Download

EndeavourOS kann über die Projektwebseite heruntergeladen werden. Einfach oben im Menü auf „Download & Help“ -> latest release und runterscrollen zu den violetten Knöpfen. Nun könnt Ihr entweder via Torrent laden oder klickt auf Github um, die ISO Datei auf die Platte zu bekommen. Danach kann die Installation beginnen.

Installation

Wir starten direkt mit Boot EndeavourOS Default. Danach geht der Willkommensassistent gleich auf und wir klicken auf „Start the Installer“. Ich habe mit Offline weitergemacht und mit Xfce Desktop gestartet. Also Offline und weiter. Es öffnet sich Calameres Installer und wir werden begrüßt. Als Sprache ist Deutsch eingestellt und es geht weiter. Bei der Zeitzone habe ich Berlin gewählt und weiter. Tastaturbelegung habe ich unverändert gelassen und weiter. Die Festplatte löschen habe ich ausgewählt und ohne Verschlüsselung fortgefahren. Im nächsten Schritt richten wir uns einen Benutzer ein, danach geht’s weiter. Die Zusammenfassung bringt alle voreingestellten Werte auf einen Blick. Ist alles gut, geht es mit Klick auf Installieren weiter. Letztmalig kommt noch eine Nachfrage, die wir mit „Jetzt installieren“ quittieren. Weiter geht es mit ein paar bunten Bildchen, die uns die Vorzüge von EndeavourOS zeigen. Das ist nett gemacht und man stellt auch den Gemeinschaftsgedanken in den Fokus der Präsentation. Nach kurzer Zeit ist alles erledigt. Mit Klick auf Weiter startet die Kiste durch.

Insgesamt eine ziemlich einfache Installation, respektive dem Installationsweg nach Arch Way.

Eckdaten: Auslastung Plattenplatz

Die Basisinstallation belegt direkt 5GB vom Plattenplatz. Das ist ein ganzer Zacken weniger als andere Distros mit KDE oder Gnome. Nachdem Aktualisierungen reinliefen, kletterte der Wert moderat auf 5,2GB.

Eckdaten: Arbeitsspeicherverbrauch RAM

Der initiale Benchmarkwert liegt bei sagenhaften 398MB RAM. Das ist für einen so hübschen Desktop, wenn auch auf XFCE Basis, ein sehr guter Wert. Doch wie immer gilt: Das ist kein Praxiswert. Öffnet Ihr ein paar Programme, ist der Wert schon gleich ganz anders.

Desktop

EndeavourOS liefert XFCE 4.14 aus.

Auch wenn man bei ersten Hinhören XFCE und ein Design aus dem Millennium vielleicht erwartet, hier sieht alles sehr modern aus. Wir haben Transparanzeffekte und eine Arbeitsoberfläche, die direkt zum Loslegen einlädt.

Standardmäßig wir das Arc-Darker Thema für die Oberfläche eingesetzt. Dazu gibt es noch Arc und Arc-Dark, sowie Adwaita aus Gnome. Bei den Symbolen wird nebst Arc noch Paper und Adwaita mitgeliefert. Das mögen jetzt keine bahnbrechenden Sets sein aber sie sind gut konzipiert und liefern einen modernen Desktop ab, der nicht zu verspielt anmutet.

Bei den Hintergrundbildern wird auf ein dynamisches Trio gesetzt. Diese spartanische Ausstattung dürfte zugleich auch eine der minimalistischen Vertreter sein. Streng genommen liefert EndeavourOS ein einziges Hintergrundbild mit. Wer mer will, muß sich der Quelle seines Vertrauens bedienen. Aber für den ersten Start taugt es auf alle Fälle. Es ist keineswegs so, daß dieses Bild den ersten Eindruck schmälern würde.

Das Desktop Konzept ist schlagerprobt. Es gibt unten eine Leiste, die links ein Startmenü bietet. Daneben gibt es Programmschnellstartet, gefolgt von den Fenstern der geöffneten Programme. Rechts befindet sich ein Wechselschalter für die Arbeitsflächen gefolgt von verschiedenen Steuerelementen wie Lautstärke, Akku, Alarm, Uhrzeit und ganz zum Schluß kommt ein Abmeldeknopf, der einen schnellen Benutzerwechsel oder ein schnellen Systemstopp herbeiführen kann.

Insgesamt ein gut zusammengestelltes Paket, das ressourcenschonend ist aber zugleich optisch ansprechend wirkt.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.7.9-arch1-1
  • Browser: Firefox 78.0.2
  • E-Mail Client: nicht vorinstalliert
  • Office: nicht vorinstalliert
  • Flatpak oder Snap? Es ist weder Snap noch Flatpak vorinstalliert

Allgemein vorinstallierte Software:

Hier kann ich nur mein Respekt ausdrücken. Das System ist an der Unterkante der Schmerzgrenze positioniert. Heißt es ist nur das dabei, was man zum Beginn braucht. Danach installiert man sich was man braucht. Mir fiel nichts Überflüssiges auf. Gut Transmission brauche ich nicht unbedingt aber das wäre jetzt Meckern auf hohem Niveau. Hier muß ich einfach mein Kompliment ausdrücken. So gefällt mir das.

Besonderheiten

Entsprechend der Arch Linux Basis ist EndeavourOS auch ein rollendes Linuxsystem. Heißt es wird stets das das Neueste vom Neuen ausgerollt.

EndeavourOS bietet zwei Installationsmöglichkeiten:

  • Offline: Hier wird einfach ein XFCE System installiert. Das ist das, was wir im Video auch gemacht und behandelt hatten bei der Installation.
  • Online: Das ist für die Anhänger anderer Desktops als XFCE eine interessante Option gleich ihren bevorzugten Desktop zu installieren. Weiter kann man hier die Paketquellen vor Installation nochmal auffrischen und installiert somit neuere Pakete als bei der Offline – Installation.

Weiter bietet das Projekt auch eine Installationsanleitung an. Hier werden verschiedene Konstellation geschildert.

Da keine grafische Installationsmöglichkeit für Anwendungen geboten wird, muß man via Terminal agieren. Um in Paket wie z.B. Thunderbird zu suchen, müssen wir folgenden Befehl absetzen:

pacman -Ss thunderbird

Um Thunderbird zu installieren, wäre folgender Befehl nötig:

sudo pacman -S thunderbird

Wer grafische Pacman – Frontends will, muß über das Arch User Repository (AUR) gehen, doch das Gemeinschafts-Repo wird offiziell von Arch gar nicht unterstützt und kann zu Problemen führen. Es ist ein nicht ohne Grund nicht standardmäßig aktives Repo, sowohl in Arch als auch in EndeavourOS. Also wenn Ihr nicht auf eine grafische Paketmanageroberfläche verzichten könnt, ist EndeavourOS evtl. nicht Eure Wunschdistro.

Fazit

Wer an der Installation eines Arch Linux Systems scheitert oder wem der Aufwand zu groß ist, kann mit EndeavourOS weitaus komfortabler ans Ziel kommen. Abschließend stellt sich die Frage nach der Zielgruppe von EndeavourOS. Die Antwort ist nicht leicht und wie zu Beginn des Videos schon erwähnt, ehr für Leute, die Arch ohne aufwändige Installation wollen, ebenso wie für Distro-Hopper, die mal in die Arch Welt reinschnuppern wollen. Ansonsten kann man sich auch gleich Arch installieren oder biegt bei Manjaro ab, welches auch auf Arch basiert aber den Fokus auf Einsteigerfreundlichkeit setzt. Ich persönlich würde die Distro-Hopper, die mal schnell den Arch-Way sehen wollen, als potentielle Hauptzielgruppe dingfestmachen. Für mich persönlich war es ein interessanter Kurzausflug aber mehr wird daraus auch nicht. Ich bin aus gutem Grunde kein Arch Nutzer und auch alle Arch Derivate konnten mich, wie auch Arch selbst, nicht vom Gegenteil überzeugen.

Was meint Ihr? Für wen könnte EndeavourOS eine maßgeschneiderte Distro sein? Laßt uns darüber doch mal in den Kommentaren diskutieren.

Dann bleibt mir abschließend Euch noch darauf aufmerksam zu machen, daß ich alle Kommentare lese und ich versuche thematisch mit meinen Videos auch darauf einzugehen. So habe ich ganz bewußt hier XFCE gelassen, da ich weiß, daß viele von Euch auf diesen Desktop abfahren. Wenn Ihr Anregungen oder Ideen habt, immer her damit.

Das zu diesem Artikel korrespondierende Video kann auf meinem YouTube Kanal hier angeschaut werden.

Habt eine schöne Sommerzeit! Macht es gut und bleibt weiterhin bei bester Gesundheit! Auf bald! Ciao

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1 Kommentar

  1. “Ich bin aus gutem Grunde kein Arch Nutzer und auch alle Arch Derivate konnten mich, wie auch Arch selbst, nicht vom Gegenteil überzeugen.”
    Hallo,
    ist der gute Grund (software)technisch bedingt? Ein Distro-Hopper fragt. Grüsse

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