Garuda Linux – Linux Distro auf Arch Basis im macOS Design zum Zocken

Garuda ist nicht nur ein mythologisches Wesen, sondern auch eine auf Arch basierende Linux Distribution. Der Schwerpunkt liegt im Benutzerkomfort, was sich z.B. durch einen grafischen Installer und beste Systemperformance ausdrückt. Was Garuda besser machen will als die anderen Mitglieder der Arch Familie, dem gehen wir heute mal gemeinsam nach. Viel Spaß.

Über Garuda

Garuda ist eine ziemlich neue Distribution auf Basis von Arch mit klarem Fokus auf Anwender, die mit Ihrem System auch Spiele spielen. Entsprechend erspart man den Anwendern die mühsame Installation nach dem Arch Way und liefert Calamares Installer mit. Weiter werden nicht-freie Treiber direkt angeboten für bestmögliche Grafikleistung. Weiter verspricht man alles für eine exzellente Performance zu tun, worunter u.a. Zram und Ein CPU govenor fallen. Um den Fokus auf Stabilität nicht aus den Augen zu verlieren, liefert Garuda Timeshift mit um das System sichern zu können. Gerade bei rollenden Systemen ist das bestimmt eine gute Idee, da sich architektonisch immer viel verändern kann.

Garuda bietet alle nennenswerten Oberflächen wie z.B. Gnome, KDE, XFCE, Cinnamaon, DDE usw und unterscheidet jeweils in zwei Editionen: Ultimate und Lite. Der Unterschied liegt darin, daß die Lite Edition etwa 10GB Plattenplatz und 3GB RAM fordert, während die Ultimate 20GB Plattenplatz und mindestens 6GB RAM verlangt. Wer von Euch also mit seinem System zocken will, sollte direkt zu Ultimate Edition nehmen, denn da ist alles drin, was Ihr für die beste Performance und direkten Start zum Zocken braucht. Alle anderen können die Lite Edition benutzen.

Für diesen Test habe ich die Lite Edition mit Gnome Desktop geladen.

Vorarbeiten, Inbetriebnahme & Systemvermessung

Um das ISO Abbild herunterzuladen, müssen wir zunächst die Gardua Projektseite aufrufen. Oben auf Downloads klicken und uns entscheiden welchen Desktop und welche Edition wir haben möchten. Ich habe Gnome Desktop und Lite Edition ausgewählt. Sobald Ihr die ersten Vorwahl getroffen habt, wählt Ihr die Quelle aus. Ich habe habe von Sourceforge geladen, was ziemlich schnell von der Hand ging.

Installation in VirtualBox

Zunächst starten wir in den Live Modus. Kurz darauf geht es los und ein Willkommensbildschirm begrüßt uns. Unten im Begrüßungsfenster habe ich auf „Install Garuda“ geklickt. Wir wählen zunächst Deutsch als Sprache aus, gefolgt von der Zeitzone und der deutschen Tastaturbelegung. Die ganze Platte löschen habe ich gewählt und auf „Jetzt installieren“ geklickt. Nun erstellen wir uns unseren Benutzer. Danach klickt Ihr auf weiter. Es erscheint die Zusammenfassung. Paßt hier alles, klickt Ihr auf Installieren und bestätigt dies nochmal explizit. Jetzt ist der passende Zeitpunkt für eine Tasse Kaffee. Die Bildchen sind ziemlich spartanisch gehalten und wirken schnell gemacht. Es sieht nicht billig aus aber auch noch nicht ganz vollendet. Wirkt ehr nach Platzhaltern. Lohnt sich also nicht unbedingt anzuschauen. Genießt lieber Eure Tasse Kaffee oder Tee. Sobald die Installation abgeschlossen ist, könnt ihr Live weiterspielen oder ihr klickt wie ich auf „Jetzt neu starten“. Danach startet Garuda und es öffnet sich ein Willkommensbildschirm. Dieser gibt erste Informationen.

Systemvermessung mit den Leistungsdaten

Nach der Basisinstallation krallt das System sich 6,3GB. Wie bei rollenden Linuxsystemen üblich, stehen täglich unzählige Aktualisierungen an. Hier waren es 107 Paketaktualisierungen. Zusätzlich habe ich noch ein paar xorg Pakete nachinstalliert. Derzeit liegt die Plattenauslastung bei 6,7GB.

Der Arbeitsspeicher Benchmark lag bei meinem System bei einem initialen Wert von 720MB RAM Konsum. Damit glänzt das System erstmal nicht aber allokierter Speicher kann auch für Puffer, die die allgemeine Leistung verbessern, verwendet werden. Also diesen Wert nicht zu wichtig nehmen.

Insgesamt sind die Werte im Mittelfeld zu verordnen.

Desktop & Programme

Garuda Linux liefert Gnome 3.36.3

Das Desktop Konzept unter Gnome ist macOS nachempfunden. So haben wir oben eine Leiste, die links das Arc Menü birgt. Dabei handelt es sich um ein ziemlich umfangreiches aber gut einsetzbares Startmenü. Daneben wird die aktuellle App bzw. deren Menü angezeigt. Mittig wird nichts eingeblendet und oben rechts kommen neben der Uhrzeit Steuerelemente, die auch vom Gnome Standard abweichen. So haben wir hier die Gnome Erweiterung Arch linux updates indicator, Flameshot für Bildschirmfotos, gefolgt vom klassischen Gnome Objekten für Akku. Lautstärke etc. Unten wird das Dock mit der Gnome Erweiterung Dash to dock realisiert. Damit liegt Garuda so etwa 90% an meiner Gnome Konfiguration. Mir gefällt das schon mal ziemlich gut. Lediglich die Transparenzeffekte gefallen mir nicht immer so ganz.

Beim Erscheinungsbild setzt Garuda bei den Anwendungen auf WhiteSur-dark was letzlich macOS Big Sur nachempfunden ist. Ein vergleichbar helles Thema bietet man nicht an. Alternativ könnt Ihr nur Adwaita in hell und dunkel einsetzen. Als Gnome Shell Thema wird auch WihteSur-dark eingesetzt. Alternativ wird unter Vorgabe das zu Adwaita passende Gnome Shell Thema verstanden. Die Symbole werden mit Tela-circle-blue-dark realisiert. Von Tela-circle werden noch viele weitere farbliche andere Adaptionen mit ausgeliefert. Insgesamt kommen wir zu einem sehr konsistenten Erscheinungsbild. Das ist jedoch weniger ein Garuda Verienst, sondern vielmehr der macOS Vorlage geschuldet. Unabhängig davon sieht es sehr angenehm aus, wenn auch gleich es optisch geschlossener gewirkt hätte, hätte man die Fensterknöpfe links positioniert. Ich hätte mir an der Stelle noch ein helles WhiteSur Thema gewünscht.

Das Hintergrundbild kennen macOS Anwender noch von macOS Mojave. Es wird darüber hinaus kein weiteres Hintergrundbild mitgeliefert, was ich für ausgesprochen schwach finde. Zwar sieht das Bild nicht schlecht aus aber solch abstrakte Bilder müssen nicht jeden voll ansprechen.

Im Terminal wird übrigens die ZSH standardmäßig gezogen. Doch wer wie ich die bash am liebsten hat, kommt auch damit erstmal gut klar.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.8.8-zen1-1-zen
  • Browser: Firefox 80.0.1
  • E-Mail Client: Geary 3.36.3.1
  • Office: nicht vorinstalliert
  • Software-Container: Flatpak und Snap sind nicht vorinstalliert

Allgemein vorinstallierte Software:

Im Großen und Ganzen wird der Ball flach gehalten. Man würde bei anderen Distributionen von einer minimalen Installation sprechen. Im Prinzip ist alles Nötige dabei, lediglich ein Büropaket wird nicht mit ausgeliefert bzw. vorinstalliert.

Besonderheiten und Fazit

Hier möchte ich nochmal kurz den Willkommensassistenten adressieren. Mir fällt auf, daß viele Distributionen mittlerweile solch einen Assistenten direkt einblenden, dessen Funktionsumfang jedoch weitaus umfassender ist als nur für den ersten Start zu dienen. So finden wir unter Tools zahlreiche kleine Helferchen an einer Stelle. Auch die nachfolgendne Tabs wie Maintenancen bergen interessante Optionen auf einen Blick. Auch Btrfs bietet interessante Helfer. Das meine ich wenn ich sage, daß die Funktion über die ersten Schritte hinausgeht. Ich finde, daß diese Assistenten mehr oder minder sich langsam dem Funktionsumfang wie z.B. Yast unter openSUSE Stück für Stück annähern und auch im Tagesbetrieb hilfreich sind. Also schaut ruhig mal näher rein.

Mit firewall-config bietet man eine grafische Oberfläche für die Systemfirewall an. Hier lassen sich nicht nur verschiedene Zonen festlegen, sondern auch Dienste zufügen oder abwählen. Natürlich kann man auch einzelne Ports setzen oder nach Protokollen Regeln setzen. Das ist viel intelligenter gewählt als es z.B. bei Linux Lite der Fall war, wo man die FW nur starten, stoppen und den Status sehen konnte.

Fazit zu Garuda Linux

Garuda hat mir gefallen und das obwohl wir hier eine rollende Linux Distribution haben. Die rollenden Distros können Ihre fortlaufenden Änderungen in Ihrer Durchschlagskraft etwas abmildern, sofern vernünftige Sicherungslösungen an den Start gebracht werden. Hier haben wir TimeShift mit dabei, was ein Rückrollen im Fehlerfall ermöglicht. Das nimmt zumindest etwas das schlechte Bauchgefühl wenn Aktualisierungen mal in die Grütze fahren.

Der Desktop sieht schön aus. Wem macOS gefällt, dem wird auch dieser Gnome Desktop gefallen können. Dazu bekommt ihr stets die neueste verfügbare Software, die unter Linux verfügbar ist. Die Schattenseite der Medaille ist, daß bei rollenden Systemen viel unter der Haube sich ändert und im Gegensatz zu den Point-Release Systemen weniger Zeit und Aufwand in die Feinabstimmung der Pakete gelegt werden kann. Mir persönlich ist es zu viel jeden Tag hundert Pakete laden zu müssen und danach unter Umständen erstmal durchzustarten, damit ich die neuesten Programme nutzen kann. Aber wie ich aufgrund Eurer Kommentare erkennen konnte, viele von Euch stehen auf das Neueste vom Neuen und das ist für mich völlig in Ordnung. Auch wenn ich kein rollendes Linux einsetze, ist Garuda durchaus einer Erwähnung wert. Doch die Konkurrenz im Arch Lager, die es mit dem Benutzerkomfort besser machen möchten als die Arch Mutter schläft nicht und nimm stetig zu. So fällt es schwer hier eine klare Nische für Garuda zu finden, außer Gaming. Doch auch Manjaro z.B. unterstützt Steam und liefert entsprechende Grafiktreiber mit. Von daher spricht vor allem dann etwas für Garuda, wenn Euch das macOS Thema gefällt und Ihr Zocker seid. Dann habt Ihr direkt zu Beginn eine optische Augenweide und bestmögliche Konfiguration zum Zocken.

Dann sind wir soweit durch mit dem heutigen Test. Ich hoffe, Dir hat es gefallen. Wenn Dir mein Material gefällt, kannst Du meinen Kanal gerne abonnieren. Dann bekommst Du immer Info sobald sich auf meinem Kanal etwas tut. An der stelle möchte ich auch gerne auf meinen Blog michlfranken.de hinweisen, auf dem ich nicht nur die zu meinen Videos passenden Artikel publiziere, sondern noch viele mehr. Also reinschauen lohnt sich auf michlfranken.de.

Macht es gut, Leute. Habt eine angenehme Zeit und bleibt gesund.

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5 Kommentare

  1. Habe Garuda ausprobiert in virtualbox und bin von Manjaro auf Garuda umgestiegen. Habe das nicht bereut.
    Kann es allen wärmstens empfehlen.

  2. Warum dieses f*cking Mac Theme? Wozu muss man Apple hinterher rennen? Lieber etwas eigenes wie Arc Dark sonst braucht das Apple Hinterherrennen doch kein Mensch.

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