Serie Wechsel zu Linux! Schritt 4: Kein Bock auf Linux – was jetzt?

Hey Ho! Herzlich willkommen zum vierten Teil meiner Serie Wechsel zu Linux. Diese Ausgabe trägt den Titel „Kein Block auf Linux – was jetzt?“ und adressiert sich an die, die von Linux nicht überzeugt sind. Sei es weil Hardware nicht läuft oder Software fehlt oder sie schlicht nicht durchblicken warum es hunderte Distros gibt etc. Nach dem kurzen Intro geht’s los. Viel Spaß

Hardware Probleme oder Software fehlt

Wenn das Bleck nicht anständig muckt, ist das tatsächlich sehr nervig. Doch ist das glücklicherweise ehr ein seltener Fall, der für gewöhnlich nur bei exotischer oder brandneuer Hardware auftritt. Für gewöhnlich bringt der Linux Kernel schon unglaublich viele Treiber mit und kann fast überall mit der Hardware gut zurechtkommen. Doch das hilft Dir ja nicht wenn ein Teil der Hardware nicht oder falsch erkannt wird und der Computer dann entweder nicht richtig oder gar nicht zu gebrauchen ist. In dem Fall könntest Du zum späteren Zeitpunkt einfach nochmal ein aktuelles Live-Linux starten und schauen obs ich in der Zwischenzeit etwas tat. Die Entwicklung des Kernels ist ein laufender Prozess und es kann durchaus „Neuer Kernel – Neues Glück“ heißen. Also vielleicht gelingt der Wechsel ja nur jetzt noch nicht und kann zum späteren Zeitpunkt glücken.

Wenn Du Software im Einsatz hast, die es für Linux nicht gibt oder für die Du für Linux keine adäquate Ersatzlösung finden konntest, gibt es folgende Optionen: Du wechselst auf Biegen und Brechen zu Linux, wirst aber unglücklich, weil Du Deinen Anwendungszweck nicht mehr erfüllen kannst oder Du wechselst zunächst nicht wie gedacht. Manche Anwendungszwecke können auch in einer virtuellen Maschine umgesetzt werden.

Kleines Beispiel gefällig? Wenn Du z.B. Deine Steuererklärung mit einem bestimmten Steuerprogramm machst, das es nur für Windows oder macOS gibt, könntest Du dennoch Linux einsetzen, installierst aber Windows in eine virtuelle Maschine, die Du hochfährst, wenn Du Deine Steuererklärung erledigen willst.

Wenn Du natürlich komplexere Software wie für Videoschnitt Final Cut Pro oder Premiere Pro einsetzt und z.B. mit kdenlive und Co nicht klar kommst oder Dir gekaufte Plugins fehlen, dann kann das mit dem Wechsel äußerst schwer werden. Hier bliebe dann ein Splitt als Möglichkeit offen. Also Videoschnitt am Windows PC oder Mac und die restliche Arbeit auf Linux umschichten. Du siehst schon, es ist eine Sache des Kompromisses und der Machbarkeitsprüfung.

Bist Du natürlich leidenschaftlicher Zocker, der die höchsten FPSs will und Deine Spiele unter Linux, trotz Steam, nicht verfügbar sind, bringt es nichts zu wechseln. Du würdest vermutlich unglücklich werden, sofern Du das Zocken nicht aufgeben willst.

Manche Drittanbietersoftware kannst Du vielleicht über Ubuntu oftmals kritisiertes Snap Format noch bekommen. Doch manche Software wird ausschließlich vom Hersteller für Windows und/oder macOS herausgegeben. Das sind ärgerliche Situationen, doch je nach ausgeprägten Wechselwillen kann man mit Flexibilität darauf reagieren. Ich stand auch schon vor dieser Entscheidung und habe für mich einen sehr guten Kompromiss gefunden, indem ich die Software, für die ich keine für mich voll passender Äquivalenz auf Linuxbasis fand, weiterhin auf macOS verwendet und alles, was Linux gut übernehmen kann, auf Linuxbasis durchführe. Letztlich halte ich vordergründlich als erstes Ausschau noch plattformübergreifenden und im Idealfall quelloffenen Lösungen. Das bringt mir nämlich die höchste Unabhängigkeit von der Plattform. Als Beispiel will ich nur mal das Programm Audacity nennen. Das dürfe jeder kennen, der mit Tonaufnahmen etwas zu tun hat. Gibt’s für Windows, macOS und Linux. Solche Lösungen ermöglichen mir natürlich höchste Flexibiltät im Einsatz meiner Plattform.

Leider ist das aber das Optimum, das nicht immer erreicht wird.

Ist es besser bei Windows oder macOS zu bleiben?

Was für Dich die beste Wahl ist, kannst letztlich auch nur Du für Dich entscheiden. Von außen kann man Dir lediglich Tipps und Empfehlungen bzw. Denkanstöße geben.

Von daher kann es natürlich für Dich zunächst mal die bessere Lösung sein bei Windows oder macOS zu bleiben. Ich denke es gibt einerseits Leute, die sich das aus Bequemlichkeit einreden, andererseits auch welche, die aufgrund gewisser Anforderungen tatsächlich nicht wechseln können, selbst wenn sie wollten. Das ist z.B. der Fall wenn Du auf Software angewiesen bist, die es für Linux nicht gibt und auch die Alternativen nicht vollumfänglich das abbilden können, was Du benötigst oder verlangst von der Lösung. Ein paar Beispiele für solche Fälle hatte ich ja genannt.

Doch wirst Du sicher nicht in diese Serie oder vorherige Teile hineingeschnuppert haben, wenn Dich nicht ein gewissen Bauchgefühl dazu gebracht hätte. Vielleicht hast Du Bedenken was mit Deinen Daten passiert oder ob sich gut geschützt sind vor Dritten. Das kann Dir zunächst niemand aus der Ferne zweifelsfrei sagen. Doch wenn Du z.B auf Windows oder macOS die standardmäßigen Clouddienste für OneDrive bzw. iCloud aktiv hast und Deine Daten da reinspeicherst, damit Sie beim Hardwareausfall gesichert sind, sind sie natürlich im Zugriffsbereich des Herstellerst. Hier kann ich nur empfehlen mal einen Blick in die Nutzungsbedingungen Deines Betriebssystemsherstellers zu werfen. Das wird eine Sauarbeit, versprochen. Aber danach wirst Du vielleicht keine Zweifel mehr darüber haben wie Du obige Fragen zu beantworten hast.

Ich möchte Dir folgende zwei Faustformeln bei kommerzieller Software mit auf den Weg geben:

  • Je komfortabler die Lösung ist, desto ehr die Gefahr, dass Deine Daten in die Hoheit dritter gelegt werden
  • Wenn es kostenlos ist, bist Du nicht Kunde, sondern das Produkt.

Jetzt überlege mal wie das zu Deinem derzeitigen Anwendungszweck passt. Nachdem ich mal die Dokumentation von Windows 10 im Hinblick auf die Diagnosedaten und die optionalen Diagnosedaten las, waren für mich die Würfel gefallen. Ich kann Dir nur empfehlen selbst einmal in die Richtung zu forschen und das in Deinen Entscheidungsfindungsprozess mit einfließen zu lassen.

Bei macOS ist der Umfang mit Diagnosedaten etwas anders gestaltet und hier wird dem Anwender die Wahl gegeben ob er diese mit Apple teilen mag oder nicht, was ich persönlich für die deutlich anwendungsfreundlichere Variante halte. Diagnosedaten können zur Fehlersuche etc sehr hilfreich sein. Nur muss dieses technische Hilfsmittel meiner Meinung nach an der Stelle eingegrenzt werden, an der eindeutig identifizierbare oder persönliche Daten ohne Wissen und Zustimmung des Anwenders abwandern.

Zusammenfassung

An der Stelle machen wir es kurz. Wenn Du bei Windows oder macOS bleiben willst, ist das absolut in Ordnung.

Dennoch möchte ich Dir kurz mein Szenario skizzieren, damit Du sehen kannst, wie es gehen könnte:

Meine gesamte Videoproduktion findet auf macOS Basis statt, da ich mit Final Cut Pro meine Videos schneide und bearbeite. Für Bildbearbeitung setze ich ebenfalls auf Drittanbietersoftware wie z.B. Pixelmator Pro. Gimp nutze ich ab und an auch noch aber die Oberfläche von Gimp ist leider nicht mehr sonderlich intuitiv und hat sich in den letzten 15 Jahren kaum weiterentwickelt.

Meine Podcastproduktion findet auf Linux Basis statt, da ich hier mit Audacity ein Werkzeug angeboten bekam, was alles kann und noch vieles mehr. Ja aich hatte mir auch auf Basis von macOS verschiedene andere Tools angeschaut aber bin erstmal bei Audacity geblieben. Die Oberfläche ist nicht die schönste aber der Funktionsumfnag ist super und vor allem am Anfang ist es durchaus angenehm wenn man nicht erstmal 300 Euro für eine Software ausgeben muss. Weiter erledige ich meine private Dinge wie Dokumente schreiben etc auch auf Linuxbasis. Das ginge auch am Mac aber ich habe das ganz bewusst auf Linux ausgelagert, weil ich das einfach sol haben wollte.

Inwiefern solch ein Beispiel Dir hilft oder nicht, vermag ich nicht zu ermessen. Es wird sicher nicht hundertprozentig bei Dir reproduzierbar sein. Doch soll es zeigen wie sowas ablaufen kann. Ich fahre diesen Dualbetrieb mit Linux und OS X bzw. jetzt macOS nebeneinander in etwa seit 10 Jahren. Das liegt auch daran, dass meine Steuersoftware nicht für Linux verfügbar ist und ich die Daten aus dem Vorjahr einfach übernehmen kann und nur die Daten aus dem laufenden Jahr zufügen muss. So ist das halt.

Abschließend möchte ich noch festhalten:

Jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Welche Werkzeuge Du zum Einsatz bringst, ist Deine persönliche Entscheidung und die gilt es zu respektieren. Ich werde Dich nicht beschwören oder versuche dich auch nicht zu bekehren. Das kannst nur Du selbst machen. Dennoch ist es aber so, dass wenn Du nach bester Möglichkeit Du Deine Daten sichern oder schützen willst, Du einen gewissen Eigenaufwand betreiben musst und nicht mehr auf den gepolsterten Weg der Cloud Speicherung gehen kannst. Natürlich kann man z.B. seine Daten via Nextcloud ebenfalls wieder in der Cloud sichern, doch dazu musst Du Dir entweder eine managed Nextcloud Instanz buchen, wofür ein monatlicher Obolus anfällt oder Du hostest Nextcloud selbst und musst den Betrieb selbst stemmen.

So wird also Dein Erfolg vom Wechsel in erster Linie von Deinem Willen abhängen. Es geht schon und viele Wege führen ja bekanntlich nach Rom. Doch nun interessiert mich wie Du Dich entscheidest oder entschieden hast. Welche Kostellation passt am besten zu Dir? Mischbetrieb oder harter Wechsel oder bleibst Du bei Windows oder macOS? Schreibt das doch bitte mal in die Kommentare rein. Das fände ich sehr interessant.

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2 Kommentare

  1. Das einzige was ich wirklich unter Linux vermisse sind Benchmarkprogramme für den PC, die sich einfach aus den Repositorys installieren lassen. Ein Äqvivalent zu Furmark,Cinebench,MSI Afterburner,Crystal Disk Info,3DMark…
    —–
    Videobearbeitung

    Diese Seite gibt einen Überblick über Software zum Erstellen, Bearbeiten und Verarbeiten von Videomaterial.

    https://wiki.ubuntuusers.de/Videobearbeitung/
    ——————–

    Die 10 besten kostenlosen
    Videobearbeitungsprogramme für Linux 2021

    https://filmora.wondershare.de/videobearbeitung/linux-videobearbeitung.html
    ——————————-
    Ist da keins dabei was funktioniert und Dir nutzt?
    Wünsche schönes Osterfest

  2. ….Das liegt auch daran, dass meine Steuersoftware nicht für Linux verfügbar ist und ich die Daten aus dem Vorjahr einfach übernehmen kann und nur die Daten aus dem laufenden Jahr zufügen muss. So ist das halt….
    ——————–
    Textauszug:

    Welche Steuerprogramme haben die
    beste Leistung: Desktop- oder
    Online-Steuerlösungen?

    Wir vergleichen Steuersoftware und zeigen Ihnen wie Sie
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    …Derzeit stark im Kommen sind Online-Steuerprogramme.
    .
    Es gibt auch keine Einschränkung beim Betriebssystem und auch Linux-Besitzer können per Browser auf die Steuersoftware zugreifen. Ein wesentlicher Nachteil von Online-Steuerprogrammen ist die Tatsache, dass sämtliche Steuereingaben wie zum Beispiel das Gehalt in der Cloud abgelegt werden. Anbieter wie Smartsteuer* oder WISO Steuer:Web 2021* haben sich jedoch längst auf diese Situation eingestellt und bieten ihre Cloud-Dienste ausschließlich auf deutschen gesicherten und geprüften sowie zertifizierten Servern an. …

    https://www.steuersoftware-tests.de/steuererklaerung.html

    Vieleicht nützlich.

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