Manjaro 21 Ornara KDE Plasma Edition im Test

Manjaro dürfte die erfolgreichste Arch-basierende Linux Distribution sein. Soeben wurde Manjaro 21 Ornara veröffentlicht. Wir werfen heute einen Blick auf die KDE Plasma Ausgabe und wollen schauen wie sich Manjaro mit KDE schlägt. Viel Spaß.

Über die Distribution

Wie schon im Manjaro 21 Gnome Beitrag erwähnt, Manjaro wird dieses Jahr schon 8 Jahre alt. Ob das noch frisch und jung oder schon Mainstream ist, sei mal dahingestellt. Fakt ist, Manjaro basiert auf Arch Linux und profitiert demnach von den aktuellen Paketen, die Arch anbietet. Dazu gibt es noch den kleinen aber feinen Unterschied, dass Manjaro die neuen Arch Pakete nicht einfach durchschiebt, sondern ca. 2 Wochen testet und somit reifen lässt. Das erhoffte Ergebnis ist stabile Software, die dennoch ziemlich aktuell ist. Das scheint so gut angenommen zu werden, dass Manjaro sich einen ziemlich guten Ruf erarbeiten konnte.

Unterbau, Paketformat und Paketverwaltung

Manjaro kommt mit einem Arch Linux Unterbau daher. Entsprechend setzt Manjaro auch auf das aus Arch heraus resultierende LZMA-gepackte Tar Dateiformat tar.xz. Als Paketverwalter kommt Pacman standardmäßig mit.

Unterstützte Architekturen

Manjaro 21 KDE wird nur als 64 bit Version angeboten. Andere Architekturen sind nicht zu haben.

Zielgruppe der Distribution

Die Zielgruppe von Manjaro liegt in dem Anwenderumfeld, welches stabile und aktuelle Software einsetzen möchten. Dabei vereinfacht Manjaro die Installation und allgemeine Systemwartung im Vergleich zu Arch Linux spürbar. Somit ergibt sich auch die Tatsache, dass Manjaro auch für Neueinsteiger und Anwender mit nicht so tiefgehenden Linuxkenntnissen eine Adresse sein will.

Was ist neu bei Manjaro 21 KDE

  • Frische Kernel
  • KDE 5.21 in den Paketquellen
  • Neuer Plasma App Launcher
  • Kindersicherungsfunktion
  • Mehrere Monitore mit unterschiedlicher Aktualisierungsrate
  • Verbesserter Umgang mit Ressourcen

Vorarbeiten, Inbetriebnahme & Systemvermessung

Vorarbeiten: Wenn Ihr Manjaro einmal ausprobieren oder auch installieren möchtet, müsst Ihr Euch erstmal den Installer herunterladen und mit einem Programm wie z.B. Etcher auf einen USB Stick oder eine DVD brennen. Ruft zunächst die Projektwebseite unter manjaro.org auf und navigiert auf Download. Jetzt könnt Ihr eine der drei offiziellen Editionen mit entweder Xfce, KDE oder Gnome auswählen. Wollte Ihr etwas anderes, klickt auf Editionen -> Community. Dort gibt es andere Oberflächen wie z.B. Cinnamon oder Budgie. Ich habe Gnome geladen und „Get KDE Plasma“ gedrückt. Danach einfach auf „Download“. Bevor Ihr weitermacht, solltet Ihr die Prüfsumme abgleichen. Wie das geht, habe ich in einem separaten Beitrag gezeigt. Schau Dir das ruhig mal an wenn Du nicht weißt, wie das geht.

Installation: Die Installation von Manjaro ist standardisiert und sollte auch Einsteiger sicher zum Ziel führen. Ich beschreibe dies hier nicht gesondert, sondern verweise auf mein Installationsanleitung zu Manjaro im Rahmen der Serie Wechsel zu Linux. Einfach anschauen, wenn Du das noch nicht gemacht hast.

Systemvermessung: Werfen wir einen Blick auf die groben Eckpunkte des Betriebssystems.

Installiert Ihr Manjaro 21 KDE Plasma Edition, dann sind um die 7 GB Plattenplatz belegt. Bei mir lag der Initiale Benchmarkwert im RAM Konsum bei knapp 670 MB. Damit liegt Manjaro 21 etwas über den Werten von z.B. Manjaro 19 KDE. Dennoch nichts dramatisches.

Desktop & Programme

Manjaro 21 liefert KDE Plasma 5.21.3 aus.

Manjaro customized seine Distribution egal welcher Desktop. Der Wiedererkennungswert ist immer gegeben. Das setzt sich auch konsequent in Manjaro 21 fort. Manjaro realisiert seinen Desktop mit kontinuierlichem Erscheinungsbild. Dadurch gleichen sich nicht nur die verschiedenen Desktops, sondern auch die Manjaro Versionen. Klar sieht es immer etwas verändert aus, aber das sind immer so 20% neu. Die restlichen 80% sind Kontinuität. Clever gelöst. Doch kommen wir zum Desktop Konzept. Manjaro 21 KDE dürfte Wechslern aus dem Windows Lager sehr vertraut vorkommen. Unten gibts eine Leiste wie die Taskbar. Links ist das Startmenü, gefolgt von den App Schnellstartern. Mittig sind geöffnete Apps, die nicht in den Schnellstartern abgelegt wurden. Rechts gibts Systemindikatoren wie Aktualisierungen, Uhrzeit, Akku usw.

Beim Erscheinungsbild fährt Majaro weiterhin seine Design Linie. Im Globalen design sehen wir Breath2 voreingestellt. Dazu gibts noch das traditionelle Oxygen und die neuen KDE Breeze Themen. Die korrespondieren Symbole gibts natürlich auch dazu. Wem das nicht genügt, findet jeweils auf Neue Symbole holen bzw. Neue globale Designs holen. Kinderleicht. Gut gelöst in KDE.

Manjaro liefert auch wieder eine hübsche Palette an Hintergrundbildern mit. Ich erwähne es nur kurz, obwohl ich aus Euren Kommentaren dazu weiß, dass viele von Euch eigene Bilder bringen und sich nicht so sehr für die mitgelieferten interessieren. Daher reise ich es nur kurz an, damit man es mal gesehen hat.

Im Terminal wird bei Manjaro 21 KDE nicht ZSH, sondern die Bash standardmäßig gezogen. Als langjähriger Anwender von Bash finde ich das natürlich nicht dramatisch.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.10
  • Browser: Mozilla Firefox
  • E-Mail Client: Thunderbird
  • Büropaket: nicht vorinstalliert
  • Software-Container: Snap und Flatpak

Allgemein vorinstallierte Software:

Manjaro ist der der Auslieferung von KDE Apps relativ zurückhaltend in der Manjaro 21 KDE Plasma Edition. Das geht in Ordnung. Darüber hinaus gibt es kein vorinstalliertes Officepaket. Zwar wird mit Thunderbird ein verlässlicher E-Mail Client vorinstalliert, jedoch weicht die Ausliefersoftware innerhalb der Manjaro Familie damit ab. Damit wird ein weitgehend einsatzfähiges System ausgeliefert. Manjaro 21 profitiert von den allgemeinen Verbesserungen, die mit KDE 5.21 einhergehen. Wenn Du Dich dafür näher interessierst, kann ich Dir meinen Beitrag zu KDE Plasma 5.21 empfehlen. Einfach mal reinschauen. Da stelle ich KDE Plasma 5.21 vor und da gehts nur um KDE 5.21. Einfach mal reinschauen bei Interesse.

Besonderheiten und Fazit

Manjaro 21 liefert Timeshift mit aus, setzt standardmäßig aber weiter auf das ext4 Dateisystem. So kann Timeshift zwar via rsync Daten sichern, nicht aber Schnappschüsse erstellen, die im Fehlerfall zurückrollbar wären, da diese BtrFS erfordern. Schade. Diese Change vertut Manjaro leider leichtfertig. In der KDE Edition kommt eine leicht veränderte Software Sammlung mit. Das überraschte mich. So wird bei Gnome z.B. Geary, bei KDE Thunderbird als E-Mail Client ausgeliefert. Die XFCE Ausgabe liefert hier auch Thunderbird mit. Das trübt etwas den strahlenden Manjaro Glanz. Denn bislang ist ehr mehrheitlich so, dass ein Nutzererlebnis über alle Editionen sichergestellt wird.

Davon abgesehen liefert Manjaro 21 mit KDE Plasma eine solide Ausgabe, die sich im Test nicht lumpen ließ. Ich finde dem Anspruch das einfachere, nicht das bessere, Arch zu sein wird Manjaro weitgehend gerecht. Es lässt sich kinderleicht installieren. Der Betrieb geht grafisch leicht von der Hand und insgesamt hat Manjaro es verstanden seiner Distribution einen hohen Wiedererkennungswert zu verpassen, der sich auf allen Desktop Ausgaben widerspiegelt.

Wer bereits vor dieser Version auf Manjaro aufgesprungen ist, muss nichts weiter tun als das System regelmäßig zu aktualisieren wenn der Paketmanager sich dazu meldet. Ihr bekommt die neuen Pakete dann gleich geladen und müsst maximal einen Neustart ausführen. Das wars. Einfacher geht es kaum.

Was sagt Ihr? Nutzt Ihr Manjaro? Gefällt Euch Manjaro KDE Edition? Oder ist Manjaro für Euch schon klickibunti Mainstream, weil es so solide läuft? Wenn Ihr dazu einen Meinung habt, dann ab damit in die Kommentare. Fände ich sehr spannend.

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