Kommentar: MacOS Catalina – Wo ist die Software QS geblieben?

Derzeit bereitet Apple die fünfte Unterversion von MacOS Catalina im Betastadium für die breite Massenverteilung vor. Doch sollte man in Anbetracht der zahlreichen Problemberichte zu Catalina Updates überhaupt den Sprung in Erwägung ziehen? Diese Frage ist Gegenstand des Artikel.

Meine ersten Erfahrungen mit Apples Betriebssystem hatte ich Anfang 2008 mit OS X 10.5 Leopard gesammelt. Das war für mich eine unglaubliche Erfahrung. Auf mich wirkte das damals robust wie der Fels in der Brandung. Über inkonsistente Aktualisierungen machte ich mir damals keine Sorgen. Auch der Nachfolger Snow Leopard und nachfolgende Großkatzen änderten an dieser Auffassung für mich nichts. Ich hatte hier nie Probleme, hatte aber zuvor dennoch immer via Time Machine den Weg zurück sichergestellt.

Nach MacOS High Sierra habe ich eine Pause eingelegt, da mir die Preispolitik von Apple immer weniger entgegen kam. Doch Anfang 2020 habe ich mich dann für einen Nachfolger meines altgedienten 13 Zoll Macbook Pro entschieden. Ein Macbook Pro 15 Zoll wurde angeschafft, vorinstalliert war MacOS Mojave. Mit diesem Betriebssystem hatte ich keinerlei negativen Erfahrungen gesammelt. Im Gegenteil, es setze konsequent fort, was ich von Leopard bis High Sierra hinsichtlich Stabilität und Softwaregüte erlebte.

Der Sprung von Mojave auf Catalina

Für mich hatte iTunes ausgedient und entwickelte sich zu einem immer unübersichtlicheren Moloch. 32-bit Programme hatte ich keine mehr im Einsatz. Also habe ich im März 2020 den Sprung von Mojave auf Catalina gewagt. Das aber nicht ohne zuvor einen Mojave Bootmedium zu erstellen um über meine Zeitmaschine direkt wieder da weiterzumachen, von wo aus ich absprang. Doch für mich war der Wechsel auf Catalina 10.15.3 ohne Probleme.

Kurz darauf veröffentlichte Apple MacOS Catalina 10.15.4. Auch ich habe nach einer Woche Karenzzeit den Sprung auf diese Version vollzogen. Auch hier ohne Probleme für mich. Doch die Liste an Problemberichten im Internet hat für mich immer so einen Beigeschmack. So langsam frage ich mich schon wann es mich auch trifft. Vor allem unter der Prämisse, daß Apple mit Catalina 10.15.5 eine neue Akku-Optimierung einführt.

Neue Funktionen – neue Fehlerteufel?

Und genau hier werde ich erstmal abwarten. Denn bis Catalina 10.15.3 hat Apple viel Aufwand in die Fehlerbeseitigung investiert. Mit 10.15.4 haben sich scheinbar wieder neue Fehlerteufel eingeschlichen. Bislang waren die Unterversionen also ehr der Fehlerkorrektur dienlich. Wenn nun also neue Funktionen kommen, wie hoch dürfen wir einschätzen, daß diese gleich rund und problemlos laufen werden?

Ich persönlich betrachte das mit einem gewissen Maß an Skepsis und werde ganz bestimmt mindestens zwei oder gar drei Wochen Puffer einbauen und erstmal die Berichte im Netz verfolgen. Die bisherigen Erfahrungen mit Catalina sind bei mir zwar absolut nicht negativ aber für viele offensichtlich schon. Auch bei Betrachtung wie viele Aktualisierungen für iOS 13 in kürzester Zeit nach Veröffentlichung herausgegeben wurden, läßt einen nachdenken wie es um die Software QS bei Apple stehen könnte.

Zwar finde ich es gut, wenn ein Hersteller schnell auf Fehler oder kritische Sicherheitslücken reagiert, doch wenn binnen kürzester Zeit zu oft solche Lochstopfer kommen, muß man sich auch einmal die Frage stellen ob man nicht im Vorfeld der Software mehr Zeit zur Entwicklung geben sollte. Lieber etwas stabil publiziert, wenn es fertig ist als etwas Unfertiges veröffentlicht, nur weil der im Vorfeld gesteckte Termin eintrat.

So sehe ich das zumindest. Grundsätzlich lieber mehr Zeit für die Entwicklung anstatt das angerichtete Chaos dann in hektischen Aktualisierungswellen auszubügeln.

Empfehlung im Umgang mit der MacOS Version?

Ich würde Anwendern, die noch auf Mojave verweilen, raten dort auch zu bleiben und Catalina unter Umständen sogar ganz zu überspringen. Wer wie ich bereits auf Catalina sprang und dies nicht bereut hat, sollte die noch kommenden Punktversionen sorgsam im Auge behalten und im Idealfall einen Bootstick erstellen zuzüglich Time Machine Sicherung bevor der Sprung zur nächsten Unterversion ansteht. Ich kann hier nur warnen bzw. empfehlen. Zwar bin ich mit Catalina sogar ziemlich zufrieden, doch allen Anschein nach scheinen die positiven Erfahrungen leider nicht repräsentativ zu sein.

Abschließend würde ich mir wünschen Apple besinnt sich weiter auf die Stabilität und Sicherheit von MacOS anstatt verfrüht scheinbar nicht ganz fertige Versionen mit unglaublich bahnbrechenden Merkmalen zu veröffentlichen. Wer gänzlich von Apple enttäuscht ist, aber wie ich Wert auf Sicherheit und Stabilität legt, kann ja einen Wechsel zu Linux in Erwägung ziehen. Ich hatte auch schon bereits thematisiert, wieso ich nebst MacOS auch Debian Linux nutze.

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