Q4OS 4.7 – Debian Derivat mit proprietären Treibern. Konkurrenz für Ubuntu und Debian?

4 min


Willkommen! Der Debian Fork Q4OS steht seit kurzen in Version 4.7 bereit. Wie sich Q4OS von Debian abheben will, welche Vorteile diese Linux Distro Dir bietet, das schauen wir uns jetzt gemeinsam mal an. Viel Spaß.

Die Distro

Q4OS ist ein Debian Fork, der aus Deutschland entwickelt wird. Doch scheut man bei dieser Distro nicht von Werk aus propritäre Komponenten wie z.B. VirtualBox oder Google Chrome anzubieten. Q4OS bietet zwei Desktops an. Trinitiy Desktop und KDE Plasma. Im weiteren Verlauf diess Beitrags kommt die KDE Plasma Ausgabe zum Einsatz. Neben Desktop möchte Q4OS auch im Virtual Cloud Umfeld Fuß fassen. Q4OS 4 trägt den Codenamen Gemini und Version 4.7. wurde am 22. November 2021 veröffentlicht.

Was ist neu?

  • Dieses Upgrade enthält eine Reihe von Sicherheitspatches und Fehlerbehebungen
  • Es basiert auf der neueste Debian Bullseye 11.1 Basis
  • Trinity Desktop Umgebung der R14 Serie

Distributionsmodell:

Sicher habt Ihr schon erraten, dass der Debian Basis geschuldet auch Q4OS eine Linux Distribution mit statischen Versionsständen ist.

Architektur

Q4OS könnt Ihr für 32-bit und 64-bit Architektur verwenden. Darüber hinaus steht ein Image für Raspberry Pi und Pinebook breit. ARM Architektur wird unterstützt, doch bevor Ihr Euch in dieses Abenteuer stürzt, es gibt einen Setup Guide auf der Downloadseite, den ihr zuvor zu Rate ziehen solltet.

Paketverwaltung und natives Paketformat

Als Paketverwalter werkelt APT. Das native Paketformat ist das Debian Paket

Inbetriebnahme / Download von Seite

Falls Du Dir Q4OS näher anschauen magst, musst Du zunächst das ISO Installationsabbild herunterladen. Dazu navigieren wir zur Q4OS Projektseite und oben auf den zweiten Reiter Downloads klicken. Jetzt könnt Ihr wählen ob Ihr mit Trinity oder Plasma starten möchtet. Ich entschied mich für KDE Plasma.

Wie immer an der Stelle der Hinweis nach dem Runterladen die Prüfsumme der ISO Datei bilden, um manipulierte Software auszuschließen. Auf der Download Seite unten findet Ihr die Hash Werte. Keine Ahnung, was Du damit anfangen sollst? Dann ist dieser Beitrag genau richtig für Dich, denn da zeige ich, wie dies geprüft werden kann. Das ganze geht schnell und ist kein Hexenwerk.

Die Hardwareanforderungen sind übrigens recht moderat:

Plasma desktop – 1GHz CPU / 1GB RAM / 5GB disk
Trinity desktop – 300MHz CPU / 256MB RAM / 3GB disk

Inbetriebnahme / Installation

Die Installationsroutine ist schlagerprobt und geht schnell von der Hand. Dennoch möchte ich an der Stelle nicht unnötig Deine Zeit stehlen und werde die Installation hier nicht ausführlich beschreiben. Das tat ich bereits im Rahmen meines Tests zu Q4OS 3.11 auführlich. Dort kannst Du Dir das unverbindlich und in Ruhe anzuschauen. 

Hacks und wichtige Befehle (Aktualisierung, Suchen etc)

Wenn Du das System aktualisiren will, kannst Du das grafisch via Discover App Store machen. In der Konsole würde ich folgende wichtigen Befehle empfehlen:

Paketquellen auffrischen:

sudo apt update

Pakete aktualisieren:

sudo apt upgrade

Unnötige Pakete entfernen nach Aktualisierung

sudo apt autoremove

Flatpak Pakete auffrischen

flatpak update

Vollautomatisierte Aktualisierung:

sudo apt update && sudo apt upgrade -y && sudo apt autoremove -y && flatpak update -y

Zielgruppe

Q4OS möchte eine Adresse für Linux Desktop Anwender sein. Doch für den reinen Massenmarkt ist Q4Os meines Erachtens nach noch nicht ganz geeignet. Hier fehlt es schon noch etwas an Feinschliff am Desktop wie es z.B. Linux Mint oder Elementary OS realisieren. Aber von Debian enttäuschte KDE Anwender könnten hier eine Heimat finden, die einiges an Gefummel an Debian um propritäre Komponenten zu aktivieren vermeiden möchte.

Performance, Desktop &, Programme

Systemvermessung

Direkt nach der Installation sind in etwa 8,6 GB der Platte belegt.

Mein System krallte sich fast 600 MB RAM initial.

Werfen wir einen kurzen Blick in den Rückspiegel, Q4OS 3.11 benötigte in etwa 6,2 GB von der Platte und begnügte sich mit knapp 420 MB RAM.

Hier zeigt sich also, dass Q4OS 4.7 mehr Ressourcen vom Rechner fordert als Q4OS 3.11. Die Werte sind weiterhin in Ordnung aber der Trend ist halt eindeutig.

Desktop Oberfläche und Konzept

Q4OS liefert KDE Plasma 5.20.5 aus.

Das Desktop Konzept ist KDE klassisch. Unten eine Leiste mit Startmenü, Schnellstartern. Mittig neben den Schnellstartern werden geöffnete Apps gruppiert angezeigt. Rechts gibt es Schnellzugriffe auf Steuerelemente und eine Benachrichtigung. Das war schon bei Q4OS 3 so, das ist bei allen anderen KDE Distros so und bei einem Betriebssystem namens Windows ist es auch in dieser konzeptionellen Weise. Ist das schlimm? Mitnichten. Es bietet für eine Vielzahl an PC Anwendern ein vertrautes Konzept und genau darauf zielt das ganze logischerweise ab.

Bei den Desktop Design liefert man mit Q4OS Debonaire etwas eigenes mit, aber auch andere Themen sind vorhanden. Ich komme auf diesen Aspekt gleich noch mal zurück.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.10
  • Browser: Firefox, Google Chrome, Konqueror
  • E-Mail Client: Thunderbird
  • Büropaket: LibreOffice 7.0
  • Software-Container: Flatpak

Allgemein vorinstallierte Software:

HIer gilt prinzipiell die selbe Aussage, wie ich sie schon zum Vorgänger traf. Es geht so in Ordnung. Für den Desktop ist die Auswahl passabel. Ich meckerte herum, dass ein Spiel dabei war, dem ich nach wie vor so. Die Redundanzen, z.B. bei den Browsern, sind immer noch präsent.

Besonderheiten und Fazit

Q4OS liefert einen Look Switcher mit. Damit könnt Ihr das Erscheinungsbild des Desktops verändern. Win10OS imitiert Windows 10 und WinXPconcept dürfte die ansprechen, die heute noch das Windows XP Thema mögen. Obendrein gibts noch die KDE Plasma Breeze Themen für hell und dunkel. Umschlaten lässt sich mit 2 Klicks, das ist einfach.

Q4OS liefert auch ein eigenes Software Center mit. Darüber könnt Ihr bekannte Schlager wie z.B. Nvidia Treiber, Timeshift oder Skype installieren.

Q4OS 4 wird als LTS Distro mindestens bis September 2026 mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt.

Fazit

Q4OS ist das Debian mit propritärer Software. Ähnlich wie Ubuntu ohne dabei zu sehr vom Debian Unterbau abzuweichen. Kann dieses Rezept aufgehen? Da bin ich mir nicht ganz sicher. Allgemein stieß ich während meiner Linux Laufbahn bislang noch nicht auf Q4OS Anwender. Aber das muss nichts heißen, denn ich zähle hier auf Euch, meine werten Zuschauer. Sind unter Euch Q4OS Anwender? Falls ja, dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr Eure Erfahrungsberichte in die Kommentare schreiben würdest. Auch wieso ihr Q4OS gegenüber Debian den Vorzug gabt. Da bin ich gespannt was kommt.

Bevor ich gehe, möchte ich mich bei allen Unterstützen ganz herzlich bedanken.

Bei Dir möchte ich mich für die freundliche Aufmerksamkeit bedanken. Deine Meinung zu Q4OS kannst Du gerne in den Kommentaren hinterlassen, entweder auf YT oder auf meinem Blog. Wenn Dir das Video gefallen hat, kannst Du gerne ein Kanal Abo da lassen. Auch kannst Du mit dem Daumen zeigen wie es Dir gefallen hat. Mit aktivierter Glocke bekommst Du sofort Info wenn hier auf meinem Kanal neues Videos kommen. Wenn Du also darauf Bock hast, dann klick Dich gerne mal durch.

Bleibt gesund, passt weiterhin gut auf Euch auf und dann sehen wir uns hoffentlich zum nächsten Video erneut. Bis dahin. Machts gut. Ciao aus Würzburg, Euer Michl.


9 Kommentare

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  1. Boah also Deine Mühe in allen Ehren aber wieso reviewst du solche langweiligen Distros?
    Was ist Q4os? Ein Debian mit contrib und non-free voraktiviert. Na das hast du doch auch schon mal mit dem non-free Image vorgestellt. Also für mich braucht es solche Distros wie Q4os nicht. Sind bedeutungslos und schauen dann auch noch genauso grauenhaft wie das Debian Original aus. 6 setzen. Dann lieber mx linux. Die haben wenigstens etwas mehr zu bieten als voraktivierte Sourcen.

  2. Hallo MichlFranken,
    Ich mag ja deine Vielfältigkeit was Linux Vorstellungen anbelangt. Aber braucht man wirklich noch ein Q4OS 4.7 – Debian Derivat hier auf deinen “Deutschen Seiten” vorstellen? Man wird wohl eher Linux-Nerds für so eine Distribution (wenn überhaupt) begeistern können. Für mich ist schon Schluss wenn ich auf deren Seite gehe und alles Englisch ist. Einen Interessierten, vielleicht umstiegswilligen wird man für solche Projekte wohl kaum gewinnen können.

    Ja, ich bin zwar der englischen Sprache auch etwas mächtig, aber solche Seiten die nur in Englisch gehalten sind, haben mich schon immer irgendwie abgeschreckt. Bitte nicht falsch verstehen, aber es gibt so viel zu bekannten Linux Distributionen zu berichten. Warum dann immer weiter über Distris berichten, die sich im Endeffekt nur aus eh schon bekannten Linuxen bilden?

    Es gibt wahrlich etliche neue Distributionen, die mitmischen möchten, aber im Kern sind sie dann doch nur eben “Forks”, die auf einer bekannten Distri aufbauen. Geh doch lieber auf die bekannten Linuxe ein, die sich etabliert haben und berichte kontinuierlich über diese. Vielleicht sogar etwas tiefer eintauchen als gewöhnlich. Das erzeugt mehr Interesse denke ich mir mal so, gerade bei Neueinsteigern.
    Bitte als Positive Kritik ansehen!

    Vorschläge:?
    MX Linux
    Endeavours
    Manjaro
    Mint
    Pop-OS
    Ubuntu
    Debian
    Fedora
    OpenSuse
    Zorin

  3. Moinsen,

    was für den einen langweilig ist, ist für den anderen solide und stabil!

    Ich finde Q4OS ist ein absolutes Highlight im Vergleich zu vielen anderen Distros, insbesondere seit man vor 1 oder 2 Jahren von Trinity auf Plasma als primär angebotenem Desktop umgestiegen ist (für Puristen und KDE-3-Fetischisten gibt es Trinity aber weiterhin als vollwertige Alternative to Plasma).

    Seit der Version 4.6 habe ich es nicht geschafft, in Q4OS etwas zu entdecken, das NICHT auf Anhieb funktioniert hätte – ganz im Gegensatz zu vielen anderen Distros. Außerdem beweist Q4OS, dass man Ubuntu und den ganzen Krams von Canonical nicht braucht. Das könnte nochmal ein strategischer Vorteil werden, den dann auch zB die Leute von LinuxMint u.a. vielleicht mal zu schätzen wissen.

    Großes Lob an alle Entwickler von Q4OS!

  4. Ich habe Q4OS für meinen EeePC 1000H entdeckt. Das alte kleine 32Bit Netbook mit seinem Atom Prozessor läuft damit noch akzeptabel. Auf meinem 10 Jahre altem Notebook nutze ich Linux Mint.

  5. Ich möchte mich thn anschließen. In Q4OS funktioniert alles. Es lässt sich auch super virtualisieren mit Virtualbox und hat auch sofort vernünftige Auflösungen für einen 4K-Monitor parat. Ich bin immer etwas enttäuscht von Mint, MX usw. Was mir genauso gut gefällt ist das Arch Derivat Manjaro. Das hat ebensolchen Charme. Aber ich liebe Q4OS mit Trinity, weil es schnell läuft und auch gut aussieht.

  6. Greetings from Finland and sorry for the English language! My German used to be pretty fluent but that was 35 years ago :/

    I’m using Q4OS in low end machines, that struggle with Windows and would struggle with heavier mainstream distros like Pop or Fedora. Q4OS runs in a potato – and it runs well. The resulting computers don’t need to be constantly updated and they behave very well, too. I also appreciate the small curated software shop readily available – just what is needed and then a little bit of something that someone else needs.
    If I set up a machine with Q4OS, I could imagine its future user be someone elderly, perhaps with not much experience with computers. Probably I’d get no phone calls regarding support. On the other hand, the user could also be someone very capable with computers. If they spend some time with the system I think they’d start appreciate its subtle goodness and ability to squeeze the last drops of performance from their computer. And if not, they’ll install something else. Still, no support calls as the underlying OS is pretty trouble free basic Debian.

  7. Auf den ersten blick mag einem Q4OS durchaus “langweilig” oder gar “überflüssig” vorkommen – wenn man die 64bit version mit Plasma auf moderner Hardware installiert.

    Es gibt schon genug 64bit Distros mit Plasma – das interessante Feature von Q4OS ist der Trinity Desktop mit seinem (auch für Linux verhältnisse) lächerlich niedrigen Ressourcenverbrauch.

    Gerade die 32bit version mit Trinity Desktop füllt eine Nische die von immer mehr Distros nicht mehr bedient wird: leistungsschwache und veraltete hardware.

    Arch & Manjaro sind schnell, aber 64bit only, Mint und die meisten anderen “DebiBuntu” varianten sind ebenfalls nur noch in 64bit verfügbar … was gibt es noch ?

    LMDE gibt es als 32bit – aber nur mit Cinnamon Desktop, sehr witzig.
    Wenn ein Computer so alt ist das er keine 64bit fähige CPU hat, dann wird er mit Cinnamon warscheinlich auch überfordert sein.

    MX gibt es als 32 bit – Der XFCE Desktop ist immerhin ein bisschen “leichter” als Cinnamon – MX bezeichnet sich selbst allerdings als “midweight distro” …

    Peppermint OS – ebenfalls XFCE

    Lubuntu fällt mir da spontan noch ein …

    Diese Distros sind aber auf so alten Kartoffeln alle nicht so flott wie Q4OS

    Ich habe Q4OS schon auf einem Pentium III mit 500 MHz und <1gb SDRAM laufen lassen – selbst mit 2-4 offenen Browser-Tabs (palemoon browser) musste das system nicht auf swap zurückgreifen.

    Auf einem Dual Slot i440BX Board mit 2x 700 MHz Pentium III und 1GB SDRAM macht Q4 schon fast spaß und es lief gefühlt flüssiger als Manjaro oder Mint XFCE auf einem Netbook mit 64bit Atom N2600 2×1,6 GHz + 2gb DDR2.

    Werde also Manjaro XFCE von dem Atom Netbook runter werfen und ein Q4OS Trinity draufbügeln, damit sollte die kiste besser laufen.

    ach ja, Trinity ist auch für kleinere Auflösungen (1024×600) besser geeignet als die meisten anderen Desktops.