Q4OS 3.11: Debian-LTS-Basis mit Optimierung für proprietäre Schnittstellen

Die Linuxdistribution Q4OS basiert auf Debian stable aber wurde konzipiert um ein klassisches Benutzererlebnis zu bieten. Dazu kommen Optimierungen für Schnittstellen wie z.B. VirtualBox oder Google Chrome. Wie sich Q4OS im Test schlägt und ob Q4OS sich von Debian abheben kann, schauen wir uns an.

Über die Distribution

Q4OS ist eine Debian Abwandlung, die federführend in Deutschland entwickelt wird obwohl die Internetseite von Q4Os in englischer Sprache daherkommt. Anders als Debian schreckt man nicht vor prioritären Schnittstellen bzw. Paketen zurück. Q4OS setzt schwerpunktmäßig auf Trinity und KDE. Weiter bietet das Projekt auch einen Installer für Windows an, mit dem man Q4OS neben Windows installieren kann. Unterstützt werden Windows 7, 8 und 10. Auch gibt es spezielle Ausgaben für Pinebook und Raspberry Pi.

Darüber hinaus möchte Q4OS aufgrund seiner geringen Hardwareanforderungen auch als Distribution für Virtual Cloud Umgebungen verstanden werden.

Mehr zum Thema: Warum ich Debian nutze! Warum Debian? Gründe für Debian

Download

Ihr könnt Euch über die Q4OS Projektseite (Q4OS.org) das jeweilige Installationsabbild herunterladen. Ich habe Q4OS Centaurus Plasma, live – 64bit heruntergeladen und danach in VirtualBox installiert.

Installation

Zunächst starten wir in den Live-Modus. Prompt wird uns angeboten die Auflösung entsprechend anzupassen. Hier habe ich mit Full-HD weitergemacht. Im Anschluß werden wir nach unserer Sprachauswahl gefragt. Auch hier ging es mit Deutsch weiter, was uns zu einem Willkommensbildschirm führt. Mit Klick auf „Install Q4OS“ öffnet sich der Calamares Installer und nimmt einen bei der Hand. Wir wählen für die Zeitzoneneinstellung unseren Standort aus, ebenso wie die Tastaturbelegung, danach geht es weiter mit der Festplattenpartitionierung. Darauffolgend erstellen wir unseren Benutzer und bekommen vor der Installation noch eine Zusammenfassung unserer Konfiguration.  Mit Klick auf „Installation“ geht es los. Während installiert wird, werden uns die Bildchen eingeblendet, die im üblichen Maße die Vorteile der Distribution anpreisen. Am Ende ist alles Erledig und wenn wir „Jetzt Neustarten“ angehakt lassen und auf „Erledigt“ klicken, wird ein Neustart durchgeführt.

Desktop Konfiguration nach dem ersten Neustart

Ist das System gestartet, geht es weiter mit der Auswahl welchen Umfang unser Desktop haben soll. Ich habe den voll ausgestatteten KDE ausgewählt und diesen installieren lassen. Ist dies durch, wird uns nochmal zur Installation gratuliert.

Auch jetzt sind wir noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Unser System hat entdeckt, daß wir in einer VM Umgebung operieren und schlägt direkt vor, die VirtualBox Gasterweiterungen zu installieren. Das bestätigen wir direkt mit Ja und werden aufgefordert das Benutzerkennwort einzugeben. Danach habe ich das System durchgestartet und Juhu, der Installationsprozeß ist damit erfolgreich abgeschlossen.

Eckdaten: Auslastung Plattenplatz

Q4OS lastet die Platte bei der Installation mit vollen KDE um 6,2GB aus. Das ist ein Wert im guten Mittelfeld, wenn man den vollen KDE im Hinterkopf behält.

Eckdaten: Arbeitsspeicherverbrauch RAM

Der initiale Benchmark beim Arbeitsspeicherkonsum liegt bei 417MB direkt nach dem Start im Leerlauf. Das ist für KDE ein sehr guter Wert. Arbeitet Ihr mit dem System, wächst der Bedarf an Arbeitsspeicher logischerweise entsprechend an.

Desktop

Q4OS liefert KDE 5.14.5 aus. Hierbei handelt es sich um die LTS Variante.

Der Desktop ist genauso hübsch wie der Standard Debian KDE Desktop. Hier hat Q4OS keine Veränderungen vorgenommen. Ein bißchen Polemik ist mir an der Stelle hoffentlich gestattet.

Der KDE Desktop spricht direkt Windows 10 Wechsler an. Das Konzept ist Windows nachempfunden. So befindet sich unten eine Leiste, die Links ein Startmenü birgt. Daneben sind Programmschnellstartet, die frei der Leiste zugefügt werden können. Danach kommen geöffnete Programme in gruppierter Form. Rechts haben wir verschiedene Steuerelemente wie Notizen, Aktualisierungsbenachrichtigung, Netzwerk, Uhrzeit und Leiste bearbeiten. Nichts Aufregendes dabei, was aber bei einer KDE LTS Version auch nicht verwundern sollte.

Bei den Themen haben wir Breeze und Breeze-Dunkel, ebenso wie bei den Symbolen. Ich habe via „Neues Erscheinungsbild holen“ ein paar andere Themen geladen.

Bei den Hintergrundbildern ist nichts Besonderes mit dabei. Ich denke im Bedarfsfall sollte man sich externen Quellen bedienen und sich was selbst besorgen.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 4.19.0-0-amd64
  • Browser: Google Chrome 83.0.4103.61
  • E-Mail Client: Thunderbird 68.8.0
  • Office: LibreOffice 6.1.5.2
  • Flatpak oder Snap? Flatpak ist mit an Bord, Snap hingegen nicht.

Allgemein vorinstallierte Software:

Im Großen und Ganzen ist es in Ordnung. Es sind Spiele vorinstalliert. Browser-Redundanz mit Konqueror und Chrome. Dies ist vermutlich der vollen KDE Installation geschuldet. Ob man Chrome oder Firefox bevorzugt, ist eine individuelle Frage auf die ich hier nicht eingehen werde.

Besonderheiten

Q4OS 3.11 trägt den Codenamen Centaurus und ist eine LTS Versio, die bis Jul 2024 Sicherheitsaktualisierungen und Pflege erhalten wird. Entsprechend der Debian – Basis dürft Ihr mit weiter fortlaufenden Zeit nur mit wenig Paketkorrekturen rechnen. Es wird sich primär auf Sicherheitspflege drehen es sei denn Q4OS liefert selbst Pakete über seine Repositories aus.

Q4OS liefert übrigens auch ein eigens Software-Center aus.

Fazit

Q4OS macht Dinge richtig, die Debian besser machen könnte. Der Umgang mit nicht quelloffenen Paketen oder Schnittstellen ist hier gemeint. Obwohl Debian sich hier nicht ungeschickt anstellt, wird halt durch das Main Repo nur quelloffene Software standardmäßig geliefert. Ob es dazu Q4OS braucht um diesen Umstand u.a. zu verbessern sei mal dahingestellt. Aber da Debian als Gesamtprojekt nur langsam bewegt was konstitutionelle Änderungen betrifft, kann ich einerseits verstehen warum Q4Os auf eigene Faust losschlägt. Andererseits bin ich mir nicht sicher ob jeder vernachlässigte Impuls bei Debian gleich einen Fork braucht.

Mich spricht Q4OS nicht dahingehend an, als daß ich einen Wechsel in Erwägung ziehen würde. Zu nah ist es an Debian und bietet mir zu wenig Wechselanreize. Wie seht Ihr das? Oder welche Erfahrungen habt Ihr mit Q4OS gemacht? Schreibt das doch mal in die Kommentare rein. Fände ich sehr interessant.

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