Solus 4.1 Budgie im Test. Budgie Linux-Distro oder besser andere Distro mit Budgie Desktop?

Solus 4.1 Budgie

Solus Linux ist eine unabhängige Distribution, die auf keine andere Distro aufbaut. Ob Solus als Linuxdistribution Sinn macht oder ob man Budgie Desktop nicht lieber auf Basis einer etablierten Distro nutzen sollte, schauen wir uns an. 

Download

Die ISO Datei kann auf der Projekt Seite unter getsol.us/home bezogen werden. Einfach auf Download und dann beim gewünschten Desktop entweder auf closest und den näherten Spiegelserver zu nutzen oder auf all um hier einen anderen Server zu nutzen.

Danach geht es entweder via Installation auf einem PC oder mit Installation als virtuelle Maschine weiter. Ich fahre mit VirtualBox fort.

Installation

Mit den Virtualbox Gast Erweiterungen gibt es leider Probleme. Ich konnte das Kernelmodul nicht bauen, da die Linux-Headers nicht vorinstalliert waren. Ich hatte sie nachinstalliert aber das Kernelmodul konnte dennoch nicht gebaut werden, da Kernel 5.5.11-151 installiert und die Linux-headers in Version 5.5.11-68 vorliegen. Diesen Missstand konnte ich nicht beheben. Daher konnte keine 1080p Auflösung eingestellt werden.

Nähere Infos konnten auch aus den Desktop-Benachrichtigungen nicht entnommen werden.

Ich fand diese Quelle: https://discuss.getsol.us/d/591-installing-vmware-workstation-on-solus

Demnach habe ich virtualbox-guest und virtualbox-guest-current via Software-Center installiert. Damit wurde Linux-lts (Kernel 4.9.217) installiert. Es wurde aber nicht das korrespondierende Paket linux-lts-headers 4.9.217 installiert.

Nach dem Start des LTS Kernel kam ich einen Schritt weiter bei den Gasterweiterungen. Jetzt mußten gcc, perl und make nachinstalliert werden.

Danach konnte ich leider weiter nicht mit 1080p starten. Also mach ich mit 1680x1050 weiter. Das ist mit Abstand die hartnäckigste Systemeinstellung. 

Plattenplatzverbrauch in GB nach Installation

Direkt nach der Installation belegte Solus Budgie 5,6 GB von der Platte. Nachdem alle Aktualisierungen eingespielt waren, lag die Auslastung bei 6,1 GB. Wieso das Software-Center Security Updates nicht standardmäßig vorausgewählt hat, ist mir gänzlich schleierhaft.

Arbeitsspeicherverbrauch

Free -h und htop zeigt etwa 637 MB an.

Das ist ein guter Wert und kann sich für Gnome basierten Budgie Desktop gut sehen lassen.

Desktop allgemein

Der Budgie Desktop ist ursprünglich ein Gnome 3 Fork, der eigene Ideen verfolgt. Die Ansätze sind sehr interessant und insgesamt ist der Ersteindruck nach dem ersten Start für mein Geschmack sehr positiv. 

Der Desktop kommt in einem bekannten Konzept daher: Links unten das Startmenü, daneben die Favoriten mit Leiste für offene Fenster. Rechts sind Steuerelemente. Ganz unten Rechts kommt die Benachrichtigungsleiste, ein neues Feature von Budgie. Anders als bei Ubuntu Budgie, wird hier ehr ein Windows Konzept verfolgt, weniger das MacOS Konzept mit Dock unten und Leiste oben.

Budgie kommt in Version 10.5.1 modern daher und basiert auf Gnome Version 3.36.0.

Das Thema kann über die „Budgie Desktop Einstellungen“ verändert werden. 

Standardmäßig war Plata-Noir eingestellt, wobei ich auch das helle Theme Plata-Compact wechselte. Das Parirus Symbolset habe ich unverändert gelassen.

Die mitgelieferten Hintergrundbilder sind abwechslungsreich und schön anzuschauen. Es ist eine in meinen Augen sehr schöne Sammlung.

Vorinstallierte Software

  • Kernel 5.5.11-151.current oder als LTS Kernel 4.9.217-156.lts
  • Firefox 74
  • Thunderbird 68.6.0
  • LibreOffice 6.4.1.2

Allgemein vorinstallierte Software:

HexChat, Onboard (virtuelle Tastatur für Bildschirm) sind mir aufgefallen. Das braucht m.E. nach nicht jeder von Werk ab. Aber ist jetzt auch nicht schlimm. Ansonsten liegt eine moderate Auswahl vor. Das gefiel mir recht gut und hier muß ich ein Daumenhoch geben.

Fazit

Solus ist eine Distribution, die anders als z.B. Ubuntu, nicht ein Derivat von einer anderen Distribution ist. Das Projekt ist demnach unabhängig, muß aber auch weitaus mehr Leistung von innen heraus erbringen. Anhand des Budgie Desktops sieht man hier, daß sich sowas prächtig entwickeln kann. Anhand der VirtualBox Konfiguration sieht man, warum das auch gefährlich sein soll. Bei keiner anderen Distribution war es so umständlich und inkonsistent. Hier zeigt sich, daß eine eigene Linux Distribution zu starten zwar möglich ist aber nicht immer alles rund läuft. 

Auf https://getsol.us/solus/about/ will Solus das persönliche Betriebssystem für Computer sein. Auch versucht man gewisse Zielgruppen anzusprechen. Home und Office, Entwickler, Kreativ Ersteller und Zocker,

Mir ist an der Stelle auch offen gestanden unklar wieso man für Budgie einen eigenen Unterbau benötigt oder ob es ein Debian oder Ubuntu oder Opensuse oder Arch Unterbau nicht auch getan hätten. Damit würde das Solus Projekt Ressourcen sparen und könnte mehr in Budgie investieren.

Die Distribution hinterließ also einen gemischten Eindruck. Ich bin seit fast 20 Jahre in der Linuxwelt unterwegs aber es war mir nicht möglich auf die Schnelle das VirtualBox Auflösungsproblem zu beheben. Die Distribution hatte bei mir nicht mal den Vi-Editor standardmäßig vorinstalliert.

Wie soll das ein Neuling stemmen? Der wird die VBox ausmachen und Solus vermutlich nie wieder anfassen. 

Und das kann ich auch etwas nachvollziehen. Mir wird nicht klar welchen Vorteil es bringen sollte auf Solus umzusteigen. Ja manche meinen es wäre eine unglaublich sichere Distribution. Doch bislang ist nicht erwiesen ob das auch tatsächlich so ist. Wer sollte eine überschaubare Nischendistribution großflächig angreifen wollen? Also hier möchte ich eine Warnung aussprechen das unbedingt vorher selbst mal in einer virtuellen Umgebung zu testen oder via Installation auf einem Zweit- oder Drittrechner. Da keine Architekturgleichheit wie z.B. zwischen Debian und Ubuntu herrscht, muß man zusätzlich etwas umdenken und umlernen.

Ob ich auf Solus wechseln würde?

Ich persönlich kann mir zum aktuellen Zeitpunkt nicht vorstellen auf Solus zu wechseln. Mir fehlt dabei schlicht der Benefit, den es bringen soll und der einen Migrationsaufwand rechtfertigt. Wer scharf auf Budgie ist, kann die Desktopoberfläche auch auf seiner bestehenden Distribution installieren. Z.B. bieten Debian und Arch Budgie in den jeweiligen Repos an. Ubuntu liefert sogar eine Tochter mit Budgie aus, siehe hier auch meinen Artikel mit Video zu Ubuntu Budgie 20.04. Also warum sollte man nicht den bekannten Unterbau weiternutzen? Das ist genau der Punkt, weshalb ich Solus so leidenschaftslos sehe. Kleinere Distributionen sind oftmals schnell wieder in der Versenkung verschwunden. Hier verweise ich an Antergos oder SwagArch. Und diese basierten auf Arch, also hatten einen Unterbau, der die Basis stellte. Solus muß hier noch weitaus mehr Aufwand bewerkstelligen und das muß sich zeigen, ob so ein Projekt überleben kann. Dennoch muß man dem Projekt den Respekt zollen, das schon etwa 5 Jahre zu bewerkstelligen.

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2 Kommentare

  1. In dem Artikel bist du garnicht auf den größten Unterschied und Vorteil gegenüber Ubuntu und co. eingegangen. Solus OS wird nach dem Rolling Release entwickelt und wird somit kontinuierlich weiterentwickelt ohne End of Support Einschränkungen. Dazu verwendet Solus OS auch eine eigene Paketverwaltung, die wesentlich besser funktioniert und gepflegt wird. Den Artikel finde ich daher sehr oberflächlich.

  2. Schade, dass Du das so siehst. Dennoch hast Du inhaltlich Recht. Die Punkte hätte ich seinerzeit aufgreifen sollen.
    Beim nächsten mal 😉

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