Ubuntu Unity 20.04 – Der Unity Desktop schlägt zurück in neuem Ableger

Seit Ubuntu den Unity Desktop zu Gunsten von Gnome eingestellt hat, ist Unity nicht tot zu kriegen. Viele treue Anhänger blicken mit mulmigem Gefühl in die Gnome Zukunft bei Ubuntu. Doch mit Ubuntu Unity 20.04 gibt es einen Fork, der Unity standardmäßig ausliefert. Alles Weitere erfahrt Ihr im Test. Ich wünsche Euch viel Spaß.

Über die Distribution

Ubuntu Unity ist so frisch oder klein, sodaß es bei Distrowatch nicht geführt ist. Nichtsdestotrotz verfolgt das Projekt ehrgeizige Ziele und hat mittlerweile ein Abbild von Ubntu 20.04 mit Unity Desktop statt Gnome Shell veröffentlicht. Damit will man vor allem bei den Ubuntu Anwendern punkten, die noch wegen Unity auf Ubuntu 16.04 verharren.

Mehr zum Thema: Ubuntu 20.04 LTS -Focal Fossa- mit Unity Desktop

Download

Über die Projektwebseite könnt Ihr Euch das ISO Abbild herunterladen. Einfach auf Download und dann die Quelle wählen. Ich habe MediaFire geklickt und dort den V4 Ordner angeklickt. Nun auf ubuntu-unity-20.04 iso und schon lädt das Ding runter.  Danach habe ich damit direkt in VirtualBox weitergemacht.

Installation

Der Ubuntu Installer ist schlagerprobt. Hier wird man an der Hand genommen um Schritt für Schritt das System auf Platte zu installieren. Zunächst klicken wir auf Ubuntu installieren, danach wählen wir die Tastaturbelegung aus. Ich installiere Ubuntu nur noch mit Minimaler Installation, damit nicht zu viel Schrott mitinstalliert wird. Bei der Installationsart habe ich die Platte löschen lassen und ohne Verschlüsselung weitergemacht. Die Änderungen habe ich entsprechend bestätigt. Als Zeitzone hat mir Berlin am ehesten zugesagt und danach darf man ein paar Bildchen anschauen. Kurz darauf ist die Installation abgeschlossen und wir müssen durchstarten. Weiter geht es mit der Einrichtung. Ich habe keine Konten angelegt. Da ich kein Konto habe, kann ich Livepatch nicht nutzen und habe es auch nicht eingerichtet. Die Diagnosedaten schicke ich auch nicht an Canonical, ebenso bleiben die Ortungsdienste aus. Danch sind wir startklar und könnten schon erste Apps installieren. Das habe ich übersprungen und habe direkt Fertig geklickt.

Eckdaten: Auslastung Plattenplatz

Direkt nach dem Start waren 7,6 GB belegt. Die erste Welle Aktualisierungen habe ich reinlaufen lassen. Danach liegt die Auslastung bei 7,9 GB.

Eckdaten: Arbeitsspeicherverbrauch RAM

Im Leerlauf nach dem Start wurden 837MB Ram allokiert. Kurz darauf kletterte der Wert sprunghaft auf über 1GB hoch. Nicht der beste Wert aber im Jahr 2020 sollten Rechner über genug Arbeitsspeicher verfügen.

Desktop

Ubuntu Unity 20.04 kommt mit Unity in 7.5.0.

Der Unity Desktop hatte seinerzeit ganz klar MacOS oder damals noch OS X zum Vorbild. Das ist auch heute noch an den Fenstersymbolen links erkennbar. Auf den ersten Blick strahlt einen die Katze direkt an. Es wirkt satt und sieht klasse aus.

Links haben wir eine Leiste, die wie ein Dock fungiert. Auf Bedarf kann diese in der Position verändert werden, also z.B. unten oder rechts. Öffnen wir eine App sehen wir, daß die Menüs der Anwendungen nicht in dessen Fenster, sondern oben in die Leiste zu finden sind. Auch ein Kennzeichen, daß MacOS hier Vorbild stand. Die Leiste oben fungiert als Menüband und rechts befinden sich klassische Steuerelemente wie Sprache, Akku. Lautstärke, Uhr oder Knopf zum Ausschalten oder Bereitschaft.

Das Unity Tweak Tool war bei mir schon vorinstalliert und sollte direkte Anlaufstelle sein wenn es um Anpassunen an Unity geht.

Bei den Themen wird seltsamerweise nur Ambiance und Radiance angezeigt. Das Erscheinungsibld erinnert aber an Yaru. Davon ist hier leider nichts zu sehen. Klickt man auf Ambiance, wird diese eingestellt. Um zu Yaru zurückzukommen, muß man unten auf „Standardeinstellungen wiederherstellen“ klicken. Etwas inkonsistent.

Bei den Symbolen sieht dies schlüssiger aus. So ist standardmäßig Papirus eingestellt. Es werden aber noch zahlreiche andere Sets mitgeliefert, u.a. auch Yaru.

Bei den Hintergrundbildern hat man auch Hand angelegt und liefert die von Ubuntu und noch ein paar weitere Bilder mit, die ganz nett ausschauen.

Wichtig ist es auch in den Einstellungen bei Security & Privacy vorbeizuschauen. Denn bei Diagnostics ist leider das Senden von Fehlerberichten und System Informationen an Canonical aktiviert.

Ansonsten wirkt Unity recht gut integriert. Der Desktop macht auch heute noch Spaß und obwohl die Weiterentwicklung schon vor Jahren eingestellt wurde, sieht Unity nicht abgeschlagen oder unmodern aus.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.4.0-37-generic
  • Browser: Firefox 77.0.1
  • E-Mail Client: Thunderbird 68.8.0
  • Office: Es ist kein Office Paket vorinstalliert
  • Flatpak oder Snap? Snap in Version 2.45.1+20.04. Flatpak ist nicht vorinstalliert

Allgemein vorinstallierte Software:

Wie im Kapitel Installation schon kurz erwähnt, bei Ubuntu mache ich nur noch minimale Installation. Das hat den Vorteil, daß insgesamt nur 61 Anwendungen installiert sind und da schauen wir jetzt mal durch. Es findet sich kein Schnickschnack. Ein einsatzfähiges System, wie man es sich nur wünscht. Ich bin zufrieden.

Besonderheiten

Ich gebe es offen zu, ich mochte Unity unter Ubuntu schon von Anfang an und hatte Unity stets geschätzt. Daran hat sich auch heute nichts geändert. Wie in meinem Video zur nachträglichen Installation von Unity in einem schon installierten Ubuntu 20.04 Video erwähnt (siehe Artikel hier), können sich Unity Freunde über weitere fünf Jahre Unterstützung freuen.

Es fällt aber an kleinere Stellen auf, daß die Integration nicht mehr so 100% rund ist. So ist die deutsche Übersetzung im Einstellungsmenü nicht voll gegeben. Bei Security & Privacy ist es Englisch. Kein Beinbruch aber dennoch erwähnenswert.

Wer Snap nicht mag, kann Snap von der Platte werfen und/oder auf Flatpak setzen. Wer weder das eine noch das andere will, kann auch die guten alten *.deb Pakete setzen, die über das Gnome Software Center angeboten werden, denn das ist hier noch vorinstalliert bzw. neben dem Ubuntu Snap Store installiert. Snap läßt sich auch vollständig vom System löschen, kein Problem.

Fazit

Ubuntu Unity 20.04 weiß zu gefallen. Die Kombination von Yaru mit Parpirus Theme wirkt stimmig und sieht sehr hübsch aus. Das Projekt erwähnt auf seiner Seite ganz unten „By the community, for the community“. Also von der Gemeinschaft für die Gemeinschaft. Das klingt doch ganz gut. Und wer sich auf diese Edition einlässt, braucht auch nicht Angst haben einer Eintagsfliege aufzulaufen und dann alleine dazustellen. Gut, das Projekt kann einschlafen oder sich einlösen aber die Pakete von Unity kommen nicht aus einem eigenen Repository, sondern werden von Ubuntu mitgebracht. Wer also noch 16.04 einsetzt, wird leider nicht auf diese Edition wechseln können via Online-Update. Wer frisch installiert, kann hier zuschlagen. Wer von 16.04 oder 18.04 kommt, wird vermutlich auf 20.04 springen müssen und installiert Unity dann wie ich es schon gezeigt hatte und paßt es an oder springt nicht auf 20.04, sondern wechselt durch Neuinstallation. Das bleibt Euch überlassen. Auf alle Fälle macht Ubuntu Untiy 20.04 einen sehr guten Eindruck.

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Das zu diesem Artikel korrespondierende Video kann auf meinem YouTube Kanal hier angeschaut werden.

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