Sollte man Zorin OS 15.3 im Jahr 2021 noch einsetzen? Und wo bleibt Zorin OS 16?

Zorin OS ist einer der beliebten Ubuntu Forks und bietet die Ultimate Ausgabe sogar nur gegen Bezahlung an. Das derzeit aktuelle Zorin OS 15.3 erschien am 8. September 2020 und basiert auf Ubuntu 18.04 LTS. Sollte man eine Distro mit dieser Paketbasis im Jahr 2021 überhaupt noch einsetzten und wo bleibt eigentlich Zorin OS 16? Auf diese Fragen gehen wir in diesem Beitrag mal genauer ein. Viel Spaß.

ZorinOS und Ubuntu Basis

Die Tatsache, dass eine Distribution auf einer anderen aufbaut, ist weder verwerflich noch verwunderlich. Nicht nur Zorin OS baut auf Ubuntu LTS Ausgaben auf. Auch andere beliebte Distributionen wie z.B. Linux Mint oder elementary OS basieren auf einer Ubuntu Ausgabe mit Langzeitpflege.

Zorin OS und elementaryOS teilen sich sogar die gleiche Paketbasis: Ubuntu 18.04 LTS, welches im April 2018 veröffentlicht wurde und als LTS Edition noch bis 2023 Pflege erhält. Doch während elementary OS auf dem Prinzip „Bezahlen wenn und soviel du willst“ aufbaut, liegt Zorin OS ein anderes Verteilungsprinzip zugrunde: Verschiedene Editionen. Es gibt im Hause Zorin OS die Core, Lite, Education und Ultimate Edition. Letztgenannte Edition gibt es jedoch nur gegen eine Gebühr von 39€. Dafür bekommt Ihr noch mehr Themen, mehr als 20 Spiele und das beste Business und Media Apps nach Eigenangabe.

Viele in der LInuxgemeinschaft irritiert dieses Modell. Es ist nicht gegen das Prinzip von quelloffener Software für sein Produkt eine Gebühr zu verlangen, wenn auch gleich es im Linuxumfeld, vor allem am Desktop, ehr selten ist.

Investition in ZorinOS 15.3 Ultimate sinnvoll?

Doch betrachten wir die Investition von knapp 40 Euro nochmal. Was bekommen wir da eigentlich?

Zorin OS 15.3 Ultimate reicht folgende Eckkomponenten durch:

  • Linux Kernel: 5.4 (von Ubuntu 18.04)
  • Gnome Shell: 3.30.2
  • LibreOffice: 6.4.6.2

Ihr sehr also, für technische Innovation bezahlt Ihr an der Stelle nicht. Doch was macht die Ultimate Edition dann aus? Eigentlich läuft es auf folgende Punkte hinaus:

  1. Ihr erhaltet noch ein paar Themen mehr und könnt z.B. ein macOS nachempfundenes Desktop Konzept einsetzen
  2. Ihr bekommt ein paar mehr Spiele und Apps vorinstalliert
  3. Ihr unterstützt die Zukunft des Projekts

Wenn Euch das das Geld wert ist, steht es Euch frei die Ultimate Edition zu kaufen. Wenn nicht, werdet Ihr die Erweiterungen gegenüber der Core Edition nicht wirklich fehlen.

Einsatz von ZorinOS 15.3 noch anzuraten?

So ein bisschen steht und fällt diese Frage mit folgenden Aspekten:

Habt Ihr neuere Hardware, also neuer als 1 Jahr, dann könntet es sein, dass der ausgelieferte 5.4 Linux Kernel nicht alles korrekt erkennt und das System nicht optimal nutzbar ist.

Fahrt Ihr ehr auf die neuesten Pakete und Software ab, dann macht Ihr sowieso einen Bogen um ZorinOS und alle anderen statische Release Distros.

Wenn Euch das obige völlig egal ist, weil Euer Rechner vielleicht drei oder vier Jahre oder sogar noch älter ist und Ihr eine einfach zu nutzende Distribution mit hübschen Linux Desktop sucht, dann könnte Zorin OS für Euch durchaus interessant sein. Dann musst Du Dich jetzt nur entscheiden ob Du die kostenfreie Core und kostenpflichtige Ultimate Edition einsetzen willst.

Wo bleibt eigentlich ZorinOS 16?

Zorin OS 16 sollte der natürliche Nachfolger von ZorinOS 15.3 sein, der dann die Ubuntu 20.04 LTS Paketbasis mitbringt. Doch dann bekommt Ihr eine schon rund ein Jahr alte Paketbasis. Das muss zunächst nichts Schlechtes bedeuten, wenn Deine Rechner vielleicht schon 2 Jahre oder älter sind. Denn brandneue Hardware wird trotz Hardware Enablement  (HWE) Stack 5.8 Kernel unter Umständen nicht voll unterstützt. Dennoch bringt der HWE 5.8 Kernel einige Verbesserungen gegenüber Kernel 5.4.

Der letzte Blog Eintrag von Zorin OS stammt aus dem September 2020. Seitdem herrscht leider Funkstille. Auf Twitter und Github gibt es auf den Zorin OS Präsenzen auch keine Infos dazu. Elementary OS hängt zwar auch mit seinem neuen Release hinten dran aber serviert zumindest von Zeit zu Zeit kleine Appetithäppchen auf dem Blog und erlaubt den Test von elementary OS 6 gegen Gebühr. Darüber soll es hier aber nicht gehen. So sieht man, dass die Entwicklung noch am Laufen ist und kann sich grob darauf einstellen auf das, was demnächst kommt.

Bei Zorin OS sehe ich das etwas problematischer, wenn ich selbst knapp 40 Euro investiert hätte und der weitere Verlauf unklar ist. Unklar ist auch ob diesmal das Upgrade auf den Nachfolger im Rahmen der Ultimate Edition im Preis inkludiert ist oder nicht.

ZorinOS 12 Ultimate hatte ich seinerzeit mal gekauft und da wurde mir nie der Versionssprung auf Zorin OS 15 angeboten. Sehr bedauerlich.

Fazit

Ich finde die lange Verzögerung von Zorin OS 16 in Verbindung mit Schweigen irgendwie problematisch. Weitaus besser scheint hier Linux Mint aufgestellt, wo man nicht 40 Euro für eine Version zahlen muss. Klar es gibt auch die Core Edition, die für den Alltag genauso praktikabel ist. Dennoch zeigt das, das die Schlagkraft einer Linux Distribution sich auch etwas in solchen Dingen widerspiegelt. Es ist selbstverständlich kein Beinbruch, wenn eine kleinere Distribution sich etwas länger Zeit nimmt und dann ein fertiges und stabile Produkt herausbringt. Dennoch vermisse ich bei Zorin OS hier einen zumindest groben Fahrplan.

Dennoch finde ich es in Ordnung, wenn eine Linux Distribution sich mit solch einem Modell aufstellt. Linux muss nicht immer kostenlos sein und wenn etwas Besonderes mitreingepackt wird, dann finde ich dies grundsätzlich legitim auch wenn ich persönlich die Ultimate Edition nur einmal gekauft hatte in Version 12 und seitdem keinen Kaufgrund mehr sah.

Wie schauts bei Dir aus? Hast Du die Ultimate Edition am Start oder die Core Edition? Wie sind Deine Langzeiterfahrungen mit Zorin OS? Stört Euch diese Funkstille oder sorgt Ihr Euch gar um die Zukunft vom Zorin OS Projekt? Schreibt das doch mal in die Kommentare hinein.

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