Linux Lite 5.6 – Testbericht

Tag auch zusammen, die Linux Distro Linux Lite hatte ich im Herbst 2020 zuletzt getestet. Aktuell steht sie in Version 5.6 bereit und genau diese schauen wir uns heute mal gemeinsam an. Viel Spaß.

Die Distro

Der Ursprung der Distro liegt in Neu Seeland. Genau genommen ist es ein Ubuntu Fork, denn die Code- und Paketbasis ist Ubuntu LTS, also in dem Fall Ubuntu 20.04 LTS. Nach Eigenangabe möchte man den Übergang von Windows zu Linux möglichst geschmeidig gestalten. Das Projekt fußt auf insgesamt fünf aktiven Entwicklern, die über die Welt verteilt sind. Die in diesem Test behandelte Version 5.6 erschien am 1. September 2021.

Was ist neu?

Hier die wichtigsten Eckpunkte

  • Linux Lite kann jetzt direkt vom Willkommensassistenten aus installiert werden
  • Aufgefrischtes Papirus Symbol Thema
  • 7 neue Hintergrundbilder
  • Lite Tweaks unterstützt nun auch Brave Browser
  • Unterstützung für Secure Boot

Distro Typ: Aufgrund des Ubuntu LTS Unterbaus ist Linux Lite eine Distribution mit statischen Versionsstand. Heißt von Zeit zu Zeit kommen neue Versionsstände heraus.

Architektur: Linux Lite 5.6 unterstützt ausschließlich 64-bit Architektur

Paketverwaltung und natives Paketformat: Linux Lite setzt als Paketverwaltung APT ein. Software könnt Ihr mit „Lite Software“ installieren oder löschen. Alternativ steht Synapic Paketverwaltung bereit. Wir gehen später nochmal kurz auf diese Redundanz ein.

Inbetriebnahme / Download von Seite: Hier gehe ich nur ganz grob ein. Um das ISO zu laden, geht es auf die Projektseite von Linux Lite und dann oben auf Download und in der Liste auf Download. Scrollt etwas runter und bei Pay what you can zahlst Du entweder oder du wählst 0$ aus und kannst herunterladen.

Inbetriebnahme / Installation: Der Installer funktioniert sehr gut. Ich hatte ihn schon im Rahmen meines Tests zu Linux Lite 5 näher vorgestellt, weshalb ich an dieser Stelle auch auf den Beitrag zu Linux Lite 5.0 verweise. Wie gesagt, um den Rahmen hier nicht zu sprengen, kommen wir jetzt zum nächsten Kapitel.

Performance, Desktop &, Programme

Systemvermessung

Die System krallt sich bei mir 9,6 GB Plattenplatz.

Der initiale Benchmarkwert im RAM Konsum liegt bei knapp 620 MB

Schielen wir kurz rüber zu Linux Lite 5, da waren wir bei 8GB Plattenplatz und etwa 515 MB RAM. Also was die nackten Zahlen angeht, könnte man das als Verschlechterung interpretieren. Würde ich so aber nicht machen. Das sind immer Momentaufnahmen und ungeachtet dessen heutzutage immer noch völlig in Ordnung.

Desktop Oberfläche und Konzept

Xfce liegt in Version 4.14.3 bei.

Der Desktop bzw. dessen Konzept dürfte den meisten von Euch nicht gänzlich fremd sein. Wir haben unten eine Leiste mit Startmenü, Schnellstartern und rechts Steuerelementen. Das kennt man von Windows ganz klar. Doch adaptiert man ehr das klassische Windows 7 Design. Wer also jetzt von Windows 10 käme, könnte also sowas wie einen Retro-Schock erleiden weil es konzeptionell ehr in Richtung Windows 7 oder XP geht. Sicher wird es da draußen auch noch Nostalgiker geben, die das begrüßen. Ich sage das übrigens nicht wertend. Es dürfte bekannt sein, dass Xfce nicht meine erste Wahl ist aber klammern wir das mal aus, man kann auf alle Fälle damit gut arbeiten, keine Frage.

Xfce ist recht ressourcenschonend und kann unglaublich vielschichtig an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Allerdings erfordert Xfce am Anfang etwas Einarbeitung aber das soll sich lohnen.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.4
  • Browser: Firefox
  • E-Mail Client: Thunderbird
  • Büropaket: LibreOffice
  • Software-Container: nicht vorinstalliert

Allgemein vorinstallierte Software:

Mir gefällt die Auswahl an Software, die Linux Lite standardmäßig vorinstalliert ganz gut. Es ist sogar eine Distro, die es schafft ohne Spiele vorzuinstallieren auszukommen. Im Bereich Internet, Office und Multimedia ist der Mindestsatz um Startklar zu sein dabei. Kein Schnickschnack nur das Nötigste – das gefällt mir.

Besonderheiten und Fazit

Linux Lite erinnert mich etwas an MX Linux. Was bei Linux MX die MX Tools sind, sind bei Linux Lite die Lite Tools. Damit gehen gewisse Aufgaben auf leichte Weise von der Hand. Dazu zählt die Installation von Software, wie auch Sounds anpassen oder Tweaks, wobei letztgenannte überwiedend verschiedene Adminaufgaben abbilden und nicht wie z.B. Bei Gnome Tweaks das Design anpassen.

Ach ja Software. Wie eingehend schon erwähnt, es gibt Lite Software und Synaptic Paketverwaltung. Obendrein gibt es auch Lite eigene Paketquellen. Aus diesen könnt Ihr via Lite Software zahlreiche Drittanbietersoftware installieren, darunter Tools wie z.B. Microsoft Teams, Edge Browser, Skype, Zoom, Steam Client oder Spotify. Das geht aber auch alles via Synaptic, aber in Lite Software wird es halt übersichtlicher bzw. Zentrierter dargestellt.

Was etwas irritierte, auch nach der Installation bietet der Lite Welcome die Option „Install now“ an obwohl ja schon installiert ist. Nichts schlimmes, ehr kosmetisches Problem. Ansonsten bietet der Willkommensassistent ja auch schon Zugriff auf die wichtigsten Funktionen.

Tja dann kommen wir mal zum Fazit. Linux Lite 5.6 hinterlässt prinzipiell den gleichen angenehmen Eindruck wie schon Linux Lite 5.0. Es ist eine einsteigerfreundliche Distro. Doch wie schon im Video zu Version 5 skizziert, der Mehrwert gegenüber anderen Distros wie Xubuntu, Manjaro Xfce oder vor allem MX Linux mit Xfce erschloss sich mir auch hier nicht. Klar es ist keine schlechte Distribution aber sie hat halt nun mal starke Konkurrenz.

So kann man konstatieren, dass es keine schlechte Distro ist. Sie hat jedoch sehr starke Konkurrenz, die im deutschsprachigen Raum fest etabliert sind. Hier denke ich ganz speziell an Manjaro und MX Linux. Ergo würde ich auch die beiden genanten Alternativen Einsteigern ehr empfehlen als Linux Lite. Warum? Weil die Ansätze von Linux Lite durchaus gut sind aber MX Linux an der Stelle weiter fortgeschritten ist was kleinere Helferchen in Form der MX Tools angeht. Ganz nebenbei ist es auch eine etwas philosophische Frage, denn während MX Linux auf Debian aufbaut, setzt Linux Lite auf Ubuntu auf. Du kannst hier also auch PPAs einbinden. Je nachdem wie Du dich hier positionierst, könnte das dann auch das schlagende Argument für Linux Lite oder MX Linux sein.

Ganz kurz möchte ich am Schluss noch kurz auf die Resonanz zu meinem Test von Linux Lite 5 eingehen. Hier fühlten sich scheinbar Linux Lite Anwender auf die Füße getreten, weil ich die Distro nicht in den Himmel jubelte. Das war nicht die Absicht von mir. Aber Ihr müsst bitte auch verstehen, dass jeder eine andere Sicht auf die Dinge hat. Wenn ich also Eure bevorzugte Distro nicht ganz so euphorisch einstufe, dann seht es bitte sachlich und nehmt es sportlich. Jede Distro hat ihre Vor- und Nachteile und es ist meine Aufgabe das ganze auch kritisch und möglichst objektiv zu beleuchten. Ich hoffe Ihr versteht das.

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  • Die Beiträge von MichlFranken stellen grundsätzlich eine unverbindliche Demo dar. Nachstellung auf eigene Gefahr. Es können bei unsachgemäßer Nachstellung negative Folgeeffekte wie z.B. Datenverlust oder Systemausfälle auftreten. Jede Form der Gewährleistung ausgeschlossen. Im Zweifelsfall bitte eine virtuelle Maschine aufsetzen und testen aber nicht auf einem produktiven System nachstellen.

1 Kommentar

  1. Puh nicht mein Fall. Da würde ich lieber MX Linux, Xubuntu oder Linux Mint mit Xfce verwenden. Sehe keinen wirklich guten Grund für Linux Lite.

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