Mageia 8 – Ehr Mandrake oder ehr Mandriva?

Mageia Linux ist eine französische Distribution, die eine traditionelle Herkunft hat. Mageia ist einer der Nachfolger von Mandriva. Mandriva Linux war ein Zusammenschluss aus der brasilianischen Distribution Conectiva und der französischen Distribution Mandrake Linux. Heute schauen wir uns die KDE Ausgabe von Mageia 8 einmal zusammen an. Bleibt dran.

Über die Distribution

Wie eingehend schon erwähnt, Mageia hat sehr bewegte Wurzeln, die nicht immer eine Erfolgsgeschichte waren. Auf der Haben Seite wäre da aber ganz klar die Beliebtheit von Mandrake Linux. Mandrake war um die Jahrtausendwende eine, wenn nicht sogar die, beliebteste Desktop Linux Distribution. Das Mandrake Kontrollzentrum konnte Yast von SUSE Linux das Wasser reichen und so war Mandrake durchaus auf Augenhöhe mit SUSE.

Du fragst Dich was redet der da? Ja, damals gab es noch kein Ubuntu Linux und auch kein Linux Mint oder Arch Linux. Und ja, wenn ich jetzt damals sage, dann ist das in der Tat verdammt lang her. Doch kommen wir zum Thema zurück. Mandrake war eine sehr erfolgreiche Desktop Distro aber auch eine gute Server Distro mit Ausrichtung auf Firmenkunden. Nach der Fusion zu Mandriva endete die Erfolgsgeschichte jedoch leider. Mandriva verlor an Akzeptanz und geriet nicht nur bei den Anwendern und Firmenkunden ins Hintertreffen. Schließlich musste Mandriva Insoventz anmelden und verschwand von der Bildfläche, wie auch die gleichnamige Linux Distribution. Doch es gab Forks. Mageia ist einer davon. Und da sind wir jetzt auch.

Mageia wurde 2010 als Abspaltung von Mandriva initiiert und gestartet. Die Distribution ist mittlerweile also schon über 10 Jahre präsent.

Unterbau, Paketformat und Paketverwaltung

Magei basiert auf das RPM Paketformat. Als Paketverwaltung könnt Ihr im Terminal urpm sowie DNF und grafisch dnfdragora sowie Rpmdrake verwenden.

Unterstützte Architekturen

Mageia ist eine der Distributionen, die nebst 64-Bit auch noch traditionelle 32-Bit Architektur unterstützt.

Zielgruppe der Distribution

Mageia möchte als Desktop Distribution mit leichter Handhabung begriffen werden. Ob die von Mandrake aufgebauten Konzepte und Mechanismen im Jahr 2021 noch vollumfänglich ausreichen um nennenswerte Marktanteile vorzuweisen, darüber könnte ich jetzt nur spekulieren.

Vorarbeiten, Inbetriebnahme & Systemvermessung

Wenn Ihr die Absicht verfolgt Mageia zu installieren oder zu testen, dann solltet Ihr Euch auf der Projektseite von Mageia das Installationsabbild herunterladen. Auf der Startseite oben auf Herunterladen klicken. Jetzt könnt Ihr entscheiden wie Ihr installieren möchtet. In meinem Fall hatte ich auf klassische Installation geklickt. Alternativ gibt es noch Live-Medien zum unverbindlichen Testen und Netzwerkinstallation. Im klassischen Paket ist alles für eine Offline-Installation dabei. Nachfolgend müsst Ihr Eure Architektur wählen. In meinem Fall 64-bit und dann Direkter Link. Kurz darauf kommt das Pop-Up Fenster und dann dürft Ihr kurz warten.

Sobald die ISO Datei heruntergeladen ist, solltet Ihr sie auf Validität überprüfen und die Checksumme bilden. Wie das geht hatte ich bereits gezeigt. Einfach mal Reinschauen falls da noch Fragen offen sind.

Installation

Die Installation werde ich hier nicht explizit noch mal zeigen. Hier verweise ich auf meinen Test von Mageia 7.1. Da bin ich auf die Installationroutine genauer eingagangen, sodass wir uns das an der Stelle sparen können.

Systemvermessung

Nachdem die KDE Version installiert und alle verfügbaren Aktualisierungen in den Bauch geladen waren, lag die Plattenauslastung bei 6,1 GB. Damit liegt Mageia 8 KDE so ziemlich gleichauf wie die Gnome Ausgabe von 7.1.

Der initiale Benchmarkwert im Arbeitsspeicherkonsum lag bei knapp 970 MB. Hier liegt Mageia 8 mit KDE deutlich über der Gnome Edition von 7.1. Bedenkt an der Stelle, wie immer, dass das keine Praxiswerte sind. Je mehr Programme geöffnet sind, deste mehr weicht der tatsächliche Wert logischerweise ab.

Desktop & Programme

Mageia 8 liefert KDE 5.20.4 zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags aus.

Mageia passt KDE dezent an seine Distribution an. Das ist keine Neuerung, sondern bewahrt das, was Mandra mal aufbaute in gewisser Weise. So wird hier das Breeze Thema zum Einsatz gebraucht, ebenso wie die Breeze Symbole. Lediglich die blaue Einfärbung deutet die zarten Anpassungen an.

Schauen wir uns das Desktop Konzept ganz nüchtern an, werden wir erkennen, dass hier nicht macOS versucht wird nachzustellen. Spaß bei Seite. Es ist ganz klar, dass der Standard KDE das Windows Paradigma adaptiert und nachbildet. Das ist auch hier so und würde Neueinsteigern zumindest die Hürde alles neu zu lernen nehmen. Wer von Windows oder einer andern KDE Distro kommt, wird nicht viel Umstellungszeit benötigen. Das Konzept ist bekannt und das Angebot an Software fällt nicht spartanisch aus.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.10
  • Browser: Firefox
  • E-Mail Client: Kontact bzw. Kmail
  • Büropaket: LibreOffice 7
  • Software-Container: Nicht vorinstalliert

Allgemein vorinstallierte Software:

Mageia packt viel KDE Software mit rein und ergänzt an der einen oder anderen Stelle. Es ist eine Desktop Distro, die lieber etwas mehr als weniger mitliefert. Es ist nichts dramatisches mit dabei. Nur ob der Standardanwender z.B. KDEnlive vorinstalliert braucht, wage ich zu bezweifeln. Aber gut. Zumindest wir kaum einer dastehen und sagen, das ist nicht dabei, was brauche ich da denn und wo kriege das das her?

Mageia unterhält übrigens traditionell verschiedene Paketquellen:

  • Core enthält ausschließlich freie Software und Pakete.
  • Nonfree enthält proprietäre Software, wobei es sich hierbei überwiegend und Treiber handelt.
  • Tainted enthält Software, die einerseits proprietäre, andererseits aufgrund rechtlicher Situation in manchen Ländern illegal ist.

Tainted ist standardmäßig jedoch nicht aktiviert. Wenn ich mich richtig erinnere, ist das auch noch ein Relikt aus Mandrake Zeiten.

Besonderheiten und Fazit

Die Besonderheit von Mageia ist das Kontrollzentrum. Achso, das hatte ich schon bei Mageia 7.1 erwähnt? Na das ist doch gut, dass sich das bewährte Kernstück nicht vermissen lässt. Doch reicht es heutzutage noch aus als Argument für Mageia? Was meinst Ihr, werte Zuschauer? Macht Euch das schwach? Eure Meinung dazu bitte in den Kommentaren hinterlassen.

Ich sehe wenig Anreiz für einen Wechsel. Das Kontrollzentrum ist ja nicht schlecht, doch reicht das in meinen Augen nicht mehr. Alternativen wie Kubuntu, KDENeon oder openSUSE gibt es wie Sand am Meer. Und oftmals gibt es dazu noch mehr Software. Denn klar ist RPM nicht abgeschrieben. Doch exklusiv für Mageia wird niemand Software kompilieren. Für SUSE vielleicht schon und für Debian oder Arch Paketbasis sowieso.

Wenn Du RPM Paketformat haben möchtest, dann nimm lieber openSUSE. Da steht eine größere Gemeinschaft dahinter und ganz nebenbei auch auch eines der größen Linux-Unternehmen mit Fokus auf Enterprise Geschäft.

Mein Fazit hebt sich nicht großartig von dem zu Mageia 7.1 ab. Jedoch gibt es hier eine Abhebung. Die KDE Integration ist in Mageia meiner Meinung nach deutlich gelungener als Gnome. Mageia ist keine schlechte KDE Distro aber auf der anderen Seite halt auch keine Distro, die einen besonderen Mehrwert bietet. Von Innovation will ich nicht sprechen, wenn das größte Merkmal einer Distro ein ca 20 Jahre altes Werkzeug ist.

Also um es zur zu machen: Mageia ist keine schlechte Wahl aber es spricht auch nicht viel dafür in meinen Augen. Einziges Argument ist, wenn Du seit Mandrake dabei bist und dieser Distro die Treue gehalten hattest. Dann nimmst Du Mageia 8 natürlich evolutionär logischerweise mit.

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