openSUSE Leap 15.2 – Test der stabilen Edition mit Langzeitpflege

Bei openSUSE steht der Leap Zweig für eine stabile Basis mit Langzeitunterstützung. Die brandneue Version von openSUSE Leap 15.2 ist gerade erst erschienen und heute werfen wir einen ersten Blick auf die fertige Leap Version. Ich wünsche viel Spaß.

Über die Distribution

OpenSUSE ist eine sehr traditionelle Linux Distribution mit Wurzeln in Deutschland bzw. dem schönen Frankenland. So ist openSUSE mit eine der ältesten noch aktiven Linux Distributionen. Ursprünglich basierte Suse Linux auf Slackware. So erklärt sich auch die bis heute anhaltende RPM – Paketbasis der Distribution.

Der Leap Zweig kommt zwar aus dem Gemeinschaftsprojekt von openSUSE, teilt sich aber mit dem Suse Linux Enterprise (SLE) Umfeld eine Codebasis. So bündelt Suse Ressourcen wo es sinnvoll ist und beide Seiten leben so in Symbiose. Leap verspricht eine hohe Stabilität bei langen Unterstützungszeiträumen. Wem die Software hier nicht frisch genug ist, findet beim Gecko einen rollenden Zweig: openSUSE Thumbleweed. Doch hier soll es nun ausschließlich um openSUSE Leap 15.2 gehen.

Download

Die ISO Installationsdatei erhaltet Ihr über die openSUSE Projektseite. Wir zeigen mit dem Cursor rechts direkt auf Leap und klicken anschließend auf „Leap installieren“. Nun steht es Euch frei welche Methode Ihr anwenden wollt. Ich lade das DVD-Image mit knapp 4GB herunter. Anschließend könnt Ihr damit ein startfähiges Medium brennen oder in VirtualBox installieren, was ich tat.

Installation

Der Installationsprozeß im Hause SUSE ist über Jahrzehnte fast schon schlagerprobt. Anders als andere Distributionen startet openSUSE nicht in einen Live-Modus, sondern bringt gleich ein Auswahlmenü. Zunächst wählen wir Installation aus. Weiter geht es mit der Spracheinstellung und Tastatur. Hier wähle ich, wie immer, Deutsch aus und fahre fort. Den Vorschlag mit Online-Repositorys bestägite ich mal mit ja um zu schauen ob was interessantes vorhanden ist. Ihr könntet hier auch mit Nein direkt weitermachen. Die Vorauswahl an Online-Repositorys paßt. Wir ändern nichts und klicken auf weiter. In der Kategorie Systemrolle wähle ich als Dekstop Gnome aus obwohl openSUSE eine traditionelle KDE-Plasmadistribution ist. Den Paritionierungsvorschlag habe ich direkt übernommen und habe auch nichts verschlüsselt in dieser VM. Nun wählen wir uns noch die passende Zeitzone aus, in meinem Fall ist dies Berlin. Im nächsten Schritt legen wir uns einen Benutzer an. Danach bekommen wir eine Installationsübersicht. Das sieht alles gut aus und wir klicken auf Installieren. Wir bestätigen die Nachfrage nochmals mit Klick auf „Installieren“ und schon geht’s los. Anders als andere Distributionen blendet openSUSE keine Werbebildchen an, sondern informiert über den aktuellen Stand der Installation. Nach einer gewissen Zeit ist die Installation fertig und ein Fenster informiert und kurz darüber. Ignorieren wir dies, so startet sich das System selbst durch. Danach fährt unsere neue openSUSE Leap 15.2 Installation hoch.

Zusammenfassend läßt sich festhalten, daß der Installer im Hause SUSE sich die letzten fast 20 Jahre nur wenig verändert hat. Klar, kleinere Anpassungen wurden gemacht aber im Großen und Ganzen ist dies ausgereifte Software. Ich würde dem openSUSE Projekt dennoch empfehlen den Installer etwas optisch aufzupolieren. Ansonsten wirkt er langsam immer weiter als ein Retrorelikt.

Eckdaten: Auslastung Plattenplatz

Nach der installation lag die Plattenauslastung bei 5,4 GB. Aktuell iegen wir bei 7,7GB aber hier gilt zu beachten, daß ich zwischenzeitlich auch Cinnamon Desktop installiert habe.

Eckdaten: Arbeitsspeicherverbrauch RAM

Der initiale Benchmark Wert liegt bei knapp 740MB Ram-Verbrauch nach dem Start. Das ist für Gnome ein Wert im gesunden Mittelfeld. Mit zunehmender Systemlast steigt der Speicherbedarf entsprechend.

Desktop

OpenSUSE Leap 15.2 liefert Gnome-Shell in Version 3.34.4 aus.

Leider wird das Desktop Design jenseits von KDE sträflich vernachlässigt. Testweise habe ich auch Cinnamon installiert. Auch hier wird leider wenig Customizing ausgeliefert.

So wirkt der Desktop unter openSUSE, zumindest bei Gnome und Cinnamon, ziemlich lustlos und wenig inspirierend. Man liefert halt was aus, damit man was vorzeigen kann aber macht sich allen Anschein nach keine Gedanken ob das die Anwender anspricht.

So werden wenig Themen und Symbolsets mitgeliefert. Ich hatte also mehrere zu installieren um etwas damit zu spielen. Schlußendlich habe ich Gnome mit einem grünen Yaru Thema in Verbindung mit den korrespondieren Yaru Symbolen eingestellt.

Hintergrundbilder spart man sich im Hause openSUSE und liefert ein dunkelgrünes Bild aus. Hoffentlich gefällt dieses Design wenigstens dem Projektteam von openSUSE.

Angenehmer sieht es in den Gnome Einstellungen unter Datenschutz an. Bis auf aktivierter -kamera und Mikrofon wurde hier ehr zurückhaltend agiert. Also anders als z.B. bei Ubuntu will man keine Diagnosedaten abziehen. Ein klarer Daume hoch dafür.

Alternativ kann man sich z.B. auch KDE Plasma 5.18.5 oder Cinnamon 4.4.8 installieren.

Abschließend kann ich dem Designteam von openSUSE nur empfehlen mal Manjaro, elementary OS, Linux Mint oder Ubuntu zu installieren. Schnell dürfte der Sinn der Empfehlung klar werden, denn genannte Distributionen haben eine klare Designlinie, die sich von der lieblos zusammengesetzten Standardkost absetzt, mit Erfolg.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.3.18-lp152.19-default
  • Browser:  Firefox 68.9.0esr
  • E-Mail Client:  Evolution 3.34.3
  • Office: LibreOffice 6.4.4.2 40
  • Flatpak oder Snap? Flatpak 1.6.3. Snap ist nicht vorinstalliert.

Allgemein vorinstallierte Software:

Hier wird ein sofort einsatzfähiges System ausgeliefert. Es gibt nur wenig zu monieren. Ob man den IRC Client Polari zwingend benötigt? Mit Gnome werden leider auch mehrere Spiele vorinstalliert. Ansonsten ist es eine ganz brauchbare Vorauswahl.

Besonderheiten

Mit openSUSE haben wir noch eine RPM-basierende Distribution mit weitrechenden und bewegten Wurzeln am Start. Leider sind nicht mehr allzu viele RPM-Paketbasierende Linux Distributionen heute aktiv und von nennenswerter Bedeutung.

Mit Yast hat openSUSE ein zentrales Administrationswerkzeug an Bord. Mit Yast können via grafischer Oberfläche so ziemlich alle erdenklichen administrativen Aufgaben bewerkstelligt werden. Selbstverständlich kann Yast auch via Kosole aufgerufen werden, sodaß hier größte Flexiblilität gegeben ist. Auch wenn es z.B. mit Gnome Einstellung oder dem KDE Kontrollzentrum gewisse Überschneidungen gibt, ist Yast zentrale Anlaufstelle für jedwede Amdinaufgaben.

Wenn ihr Euer Dateisystem mit Btrfs formatiert, dann könnt Ihr bei openSUSE snapper nutzen. Bei Snapper handelt es sich um eine Wiederherstellungssoftware, die Systemzustände wiederherstellt. So wird vor jeder Aktualisierung ein Snapshot erstellt, der wenn eine Aktualisierung mal in die Grütze geht, das System wieder hochfahren läßt und die gemacht Änderung somit rückabwickelt. In Yast Sehen wir unter Dateisysetmschnappschuss die Liste an existenten Schnappschüssen.

Wer derzeit openSUSE Leap 15.1 nutzt und auf Leap 15.2 springen will, kann dies entweder online machen oder lädt sich das ISO Abbild herunter, brennt und startet es. Im Auswahlmenü kann der Optionspunkt Upgrade dann benutzt werden. Das Online Upgrade beschreibt openSUSE detailiert in seinem Wiki.

Fazit

Die neue Version openSUSE Leap 15.2 machte einen stabilen und ausgereiften Eindruck. Das muß sie auch als stabiler Zweig aus dem Hause openSUSE, der sich Codebasis mit dem Suse Linux Enterprise (SLE) Umfeld teilt.

Darüber hinaus zählt eine Änderung beim UEFI Secure Boot, daß Kernelmodule von Drittanbietern nun eine Signaturprüfung über sich ergehen lassen müssen. KDE 4 und Qt4 wird nicht mehr unterstützt. Ansonsten sind ein paar Pakete dazugekommen und andere entfernt worden. Die Liste an Merkmalen ist überschaubar kurz. Ist für den stabilen Zweig mit Langzeitunterstützung zwar kein Wunder aber liefert potentiellen Interessenten wenig Gründe für openSUSE. Yast ist so ziemlich das einzige Alleinstellungsmerkmal für openSUSE.

Siehe auch die openSUSE Leap 15.2 Versionshinweise.

Die Entscheidung für openSUSE hängt vermutlich auch stark davon ab ob Eure bevorzugte Software für openSUSE verfügbar ist. Zwar kann Flatpak hier etwas Unabhängigkeit schaffen, doch ist openSUSE nicht mehr am oberen Ende der Linux-Nahrungskette, weshalb Drittanbieter ihre Software nicht primär auf RPM-Paketbasis anbieten.

Wer openSUSE Leap 15.1 nutzt, kann sich über einen soliden Nachfolger freuen. Wer aktuelle Software haben möchte, sollte bei Thumbleweed abbiegen. Wer ein System sucht, das einfach läuft und wenig Wartungsaufwand generiert, kann sich openSUSE Leap auch durchaus mal anschauen.

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