Suse Linux Enterprise 16 und openSUSE Leap 16: So könnte es weitergehen


Während die Entwicklung von SUSE Linux Enterprise (SLE) 15.4 und openSUSE Leap 15.4 auf Hochtouren laufen, sinnieren wir heute über die nächste Version von SLE und Leap.

Anlass ist ein Beitrag von Stefan Behlert auf der openSUSE Mailing Liste, der die einzuschlagende Richtung der nächsten Version grob skizziert. Immerhin erschien SLE 15 bereits im Jahr 2018 und nach nun rund vier Jahren darf langsam nach einem Nachfolger gefragt werden, wenn auch gleich SLE traditionell mit Langzeitpflege kommt.

Während bislang die „Closing the Gap“ Thematik, also der Zustand der Binärkompatibilität zwischen SLE und Leap im Fokus stand, scheint, nachdem diese Hürde erfolgreich mit 15.3 genommen wurde, nun der Blick Richtung Zukunft zu gehen.

So scheint die Zukunft von SLE in Richtung verschiedener Ebenen zu gehen. Also ein Kernbetriebssystem, welches um diverse Layer für Applikationen etc erweitert wird. Hierbei scheinen die Applikationen bei SLE über Software-Container und bei Leap via Flatpak realisiert zu werden.

Mit der nächsten Generation von Enterprise-Releases wollen wir die oben genannten Probleme angehen. In der Absicht, radikale Änderungen vorzunehmen (hinsichtlich Technologie, aber auch in Bezug auf das Design), wählen wir „Adaptable Linux Platform“ oder kurz „ALP“ als Codenamen für diese nächste Generation. Das deutet schon an, dass einiges ganz anders sein wird, als es ein „bloßes“ SLE 15 wäre 😉

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Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass wir beabsichtigen alles, was eng miteinander verflochten ist, in zwei Teile aufzuteilen: Ein kleineres Art Betriebssystem zur Hardwaresteuerung, also eine Art „Host-Betriebssystem“, und die Schicht, die Anwendungen bereitstellt und unterstützt, welche Container (und VM) basiert sein wird.

Stefan Behlert

Weiter werden weiterführende Informationen über die Zukunftspläne für die kommenden Wochen in Aussicht gestellt. Letztlich war diese Entwicklung auch zu erwarten. Bereits heute experimentiert man mit MicroOS an einer entsprechenden Technologievorschau, die eine strikte Trennung von OS und App Layer realisiert. Auch im Hause Red Hat verfolgt man mit Fedora Silverblue ebenfalls diesen Ansatz.

Der Weg, ein Kernbetriebssystem anzubieten, welches dann um Layer für Anwendungen und Programme, die in verschiedenen Containerlösung realisiert werden, erweitert wird, zeichnet sich also bereits heute ab. Das traditionelle Systemkonzept von heute scheint perspektivisch abgelöst zu werden und muss sich an die Zeit anpassen. Natürlich nicht sofort und jetzt und gleich aber mittel- und langfristig dürfte sich dieses oder ein darauf basierendes Konzept durchsetzen und auch bei anderen Linux Distributionen Einsatz halten.


Ein Kommentar

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  1. Containerisierung von Anwendungen bedeutet ein Aufblähen der Datenmenge bei gleichzeitiger Verschlechterung der Performance. Das wäre der zweite große Irrtum der Linux-Welt nach systemd, und ein Grund mehr, sich mit FreeBSD zu befassen.