Test Ubuntu 22.10 Kinetic Kudo – Eindruck & Meine Meinung

5 min


Willkommen zurück. Schön, dass Du da bist. Ubuntu 22.10 alias Kinetic Kudo ist die erste Interimsversion von Ubuntu nach der LTS Version Ubuntu 22.04. Was Ubuntu 22.10 alles an neuer Technik etc im Gepäck hat, darum geht es jetzt im Beitrag. Bleib dran.

Die Distro

Ubuntu 22.10 ist die erste Interimsversion nach der jüngsten LTS Version Ubuntu 22.04. Das heißt, die die Entwicklung geht weiter. Es kommen wieder neue Technologien rein, was wir im Verlauf des Beitrags z.B. an der Gnome Version sehen werden. Wie erwähnt, dies ist die erste von drei Interimsversion, die hin zur nächsten LTS Version Ubuntu 24.04 führen bzw. hinarbeiten und Stück für Stück neue Technik integrieren und auch testen.

Was ist neu?

  • GNU/Linux Kernel 5.19
  • Gnome Shell 43
  • PipeWire ersetzt PulseAudio
  • IWD ersetzt WPA_Supplicant

Technische Eckpunkte

Ubuntu 22.10 ist eine Interimsversion, die zwar mit statischen Versionsstand kommt, insgesamt aber nur 9 Monate mit Aktualisierungen versorgt wird. Als Architektur wir klassische 64-bit unterstützt. Der Ubuntu Server unterstützt nebst 64-bit Architektur auch ARM, IBM Power, IBM Z und LinuxONE. Ubuntu unterstützt das Debian Paket Format (Deb) und sein hauseigenes Snap Containerformat.

Inbetriebnahme

Als Erstes laden wir uns das Ubuntu ISO Abbild herunter. Dazu navigiert Ihr auf die Ubuntu Projektwebseite und wählt oben Download aus. In dem nun aufklappenden Menü wählt ihr oben links Ubuntu Desktop aus und dann auf 22.10. Nach einem kurzen Augenblick geht das Fenster zum Runterladen auf. Ich kann es jetzt nicht demonstrieren, da ich fleisigerweise vorgearbeitet hatte und diesen Beitrag nicht mit der finalen Version erstellte. Sobald die ISO Datei vollständig heruntergeladen wurde, solltest Du die Checksumme verifizieren. Wie das geht, habe ich bereits gezeigt. Einfach Reinschauen falls da Unklarheiten sind.

Die Inbetriebnahme fand bei mir in VirtualBox statt. Ich werde an der Stelle den Installationsprozess nicht detailliert beschreiben. Stattdessen verweise ich auf mein Ubuntu Installationsvideo im Rahmen der Serie Wechsel zu Linux. Schau gerne mal rein wenn Du da nicht ganz sicher bist.

Hacks und wichtige Befehle (Aktualisierung, Suchen etc)

Paketquellen mit APT auffrischen:

sudo apt update

Pakete aktualisieren:

sudo apt upgrade

Unnötige Pakete entfernen nach Aktualisierung

sudo apt autoremove

Snap Pakete auffrischen

sudo snap refresh

Vollautomatisierte Aktualisierung:

sudo apt update && sudo apt upgrade -y && sudo apt autoremove -y && sudo snap refresh

Die Befehlskette könnest Du auch in ein Skript packen und dieses via Cronjob einplanen. Du musst aber nicht zwingend mit dem Terminal arbeiten. Ubuntu liefert auch eine grafische Aktualisierungsverwaltung mit. Diese kannst Du entweder öffnen oder machst nichts aktiv, sondern bleibst reaktiv, bis sich die Aktualisierungsverwaltung bei dir meldet und auf Aktualisierungen hinweist. Bleibt Dir überlassen. Ich würde hier aber in den Einstellungen der Aktualisierungsverwaltung Täglich suchen lassen und beides sofort anzeigen lassen.

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Ubuntu ist ganz klar: Der Linux Desktop und der Linux Server. Der Desktop ist bei Ubuntu kostenlos erhältlich und orientiert sich auch an den Bedürfnissen der Desktop Anwender. Dies zeigt sich am sauberen und modernen Design des Ubuntu Desktops. Der Server ist auch kostenlos erhältlich und kann auch kostenlos betrieben werden aber für Geschäftskunden gibt es auch kostenpflichtigen Support und viele weitere Geschäftsfelder, wo der Server nur eine liefernde Plattform ist. Die Interimsversionen richten sich aber an progressive Anwender. Heißt wer auf maximale Stabilität aus ist, sollte die LTS Version weiterhin nutzen. Hier können noch kleinere Fehler kommen, mit denen man ggf. umzugehen und sich selbst zu behelfen weiß. Einen Server würde ich niemals mit den Interimsversionen empfehlen zu betreiben.

Performance, Desktop &, Programme

Systemvermessung

Mein System beansprucht derzeit 8,1 GB von der Platte. Der Benchmarkwert im RAM-Konsum liegt bei knapp 820 MB. Insgesamt hat mein System 1793 Debian Pakete und 9 Snap Pakete installiert. Hier liegt eine normale Installation zu Grunde.

Schauen wir kurz was der Vorhänger zu bieten hatte, Ubuntu 22.04 belegte 8,2 GB von der Platte und verlange 830MB RAM bei 1742 vorinstallierten Paketen. Also in etwa auf Augenhöhe.

Desktop Oberfläche und Konzept

Zum Zeitpunkt der Beitragserstellung liefert Ubuntu 22.01 Gnome 43.0 aus.

Und mit Gnome 43 kommen die ersten größeren sichtbaren Neuerungen. Einerseits oben rechts durch das überarbeitete Menü. Das sieht jetzt moderner aus. Doch auch im Fensterverhalten tat sich einiges. So reagieren die Fenster nun dynamisch und blenden bei schmaler Breite irrelevante Menübereiche aus. Das zeigt sich u.a. bei den Gnome Einstellungen, Nautilus und dem Kalender.

In den Einstellungen wurde Darstellung und Ubuntu-Schreibtisch eingeführt. Damit werden zuvor konsolidierte Einstellungsmöglichkeiten etwas übersichtlicher getrennt. Bei Darstellung können nach wie vor Darstellungsmöglichkeiten angepasst werden, also z.B. hell oder dunkel, Farbnuancen und Hintergrundbilder, die übrigens toll aussehen. Bei Ubuntu Schreibtisch könnt Ihr Symbolgröße oder das Dock-Verhalten einstellen.

Das Ubuntu Dock erhielt etwas Feinschliff und füllt die von Dash to Dock bekannte Funktion „Dash verkleinern“ besser um. Bei Ubuntu 22.04 waren die Abstände zwischen App Symbolen und der Dock-Kante noch etwas unnötig groß. Hier sieht es stimmiger aus. Auch ein Beispiel, was für gute Arbeit das Ubuntu Design Team hier leistet.

Das Konzept ist weiterhin wie Unity. Also links eine ausgedehnte Leiste. Wer andere Vorstellungen hat, kann sich in den Einstellungen unter Ubuntu-Schreibtisch kreativ austoben und Farbthemen in den Darstellungen anpassen. Auch hier wieder ein Strauß Blumen an das Design Team.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.19
  • Browser: Firefox
  • E-Mail Client: Thunderbird
  • Büropaket: LibreOffice
  • Software-Container: Snap

Allgemein vorinstallierte Software:

Ich habe hier eine normale Installation in der Vorführung. Das nötigste für den Desktop ist schon hier mit dabei. Browser, Mailclient, Office alles da. Apropos Office es ist LibreOffice 7.4 installiert. Viel mehr gibt’s hier nicht zu quantifizieren und das ist auch gut.

Firefox kommt als Snap Paket. Wenn Du lieber das Debian Paket haben magst, so geht das. Auf meinem YouTube Kanal hatte ich gezeigt, wie man Snap löscht und z.B. auf Flatpak umsattelt. Weitere Pakete wurden nicht von Debian Paket zu Snap transferiert. Auch irgendwie merkwürdig, dass sich hier gar nichts mehr tut seit der Firefox Umstellung.

Besonderheiten und Fazit

Wie eben schon angemerkt, es gibt keine neuen Snap Pakete bzw. keine weiteren Programme, die als Snap bereitgestellt werden. Ob das gut oder schlecht ist, vermag ich nicht zu bewerten. Es ist unerwartet. Entweder ist der Wind raus aus Snap oder mit einer der folgenden Interimsversionen raucht es gewaltig, als dass eine größere Anzahl in einem großen Schlag umgestellt werden. Schauen wir mal, wie es hier weitergeht.

Sei nicht enttäuscht, wenn die Liste an Änderungen hier nicht so gewaltig lang ist. Ich finde der Wechsel auf Gnome 43 macht sich hier richtig gut und führt die mit Gnome 42 von Ubuntu eingeführten Modifikationen sehr gut fort. Gnome auf Ubuntu fühlt sich stimmig als Desktop Version an. Bei Fedora kommt dieses Gefühl nicht so ganz auf, zumindest nicht bei mir. Der Desktop sieht für mich sehr poliert und gut aus. Mir macht es auch wieder Spaß damit zu arbeiten.

Fazit

Ubuntu 22.10 Kinetic Kudo sieht gut aus und bringt neue Pakete und Technik. Das ist ein ganz klares Plus. Ist es das Wert von 22.04 zu wechseln? Da wäre ich vorsichtig, denn der Anreiz hierfür ist überschaubar. Das Risiko den stabilen LTS Zweig zu verlassen solltest Du also gründlich abwägen. Ich würde es nicht empfehlen und würde stattdessen auf dem LTS Zweig bleiben. Es sei denn Du willst unbedingt das neue Zeug, dann würde ich sagen warte noch zwei bis drei Wochen bis nach Freigabe von Kinetic Kudo und dann kannst den Versionssprung mitnehmen. Dazu musst Du in der Aktualisieurungsverwaltung von Ubuntu in den Einstellungen beim untersten Eintrag „für jede neue Version“ angeben. Andernfalls bleibst Du auf dem LTS Zweig. Aber wie gesagt, mach das besser nur dann, wenn Du gute Linuxkenntnisse hast und das unbedingt willst. Andernfalls bleibe auf Ubuntu 22.04. Du kannst ja Deine Neugierde auch mit einer VM von Ubuntu 22.10 stillen.

Dann sind wir an dem Punkt, an dem ich um Eure Einschätzung bitte. Wie gefiel Euch Ubuntu 22.10? Ist es in Euren Augen ein würdiger Kandidat zum Wechseln oder bleibt Ihr lieber auf Ubuntu 22.04? Ich bin gespannt.

Ach so ja… Beim Versionsnamen Kinetic Kudo denke ich irgendwie immer an Codo der Dritte, wer das noch kennt.

Also machts gut. Ich bin raus. Bis zum nächsten mal. Ciao.


3 Kommentare

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  1. Dümpelt so etwas im Schatten von Ubuntu und Linux Mint würde ich sagen.
    Da es den Sprung auf die Ubuntu 22.04 Basis allem Anschein nach noch nicht genommen hat, wäre ich das vorsichtig auf diese Distro zu setzen.