Linux Paketverlgeich: Debian Paket vs Flatpak vs Snap – Speicherbedarf und Startgeschwindigkeit

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Wenn Du Linux nutzt, weißt Du vermutlich, dass Du Software über verschiedene Wege bekommen kannst. Neben dem nativen Paketformat gibt es mit Flatpak und Snap zwei Software-Container Lösungen, die sich oftmals mit dem Vorwurf herumschlagen müssen, dass sie deutlich mehr Plattenplatz benötigen. Heute schauen wir uns mal an, ob da was dran ist. Viel Spaß.

Die Ausgangslage

Als Basis für diesen Beitrag kommt Ubuntu 20.04 LTS zum Einsatz. Das ist die derzeit noch aktuelle LTS Version von Ubuntu. Ja ich weiß, in Kürze kommt 22.04, doch letztlich ist es für das eigentliche Anliegen irrelevant welche der beiden Versionen wir verwenden.

Das Ubuntu System beherrscht von Werk an das Debian Paketformat und Snap. Also installierte ich noch Flatpak und richtete Flathub als Paketquelle für Flatpak ein. Wenn Du nicht weißt, wie Du das auf Deinem Ubuntu System nachstellen kannst, dann empfehle ich meinen Beitrag „Ubuntu optimieren“. Da zeige ich auch wie man Snap löscht und oder Flatpak einrichtet. Wir konzentrieren uns hier jetzt nur auf den Vergleich der Softwareangebote. Daher gehe ich nicht näher darauf ein.

Da Firefox bei Ubuntu immer vorinstalliert ist, hatte ich Firefox kurzerhand gelöscht. Keine der Apps, zu denen wir gleich kommen, ist also auf dem System vorinstalliert.

Die Testprogramme

Folgende Programme werden wir in diesem Test unter die Lupe nehmen:

  • Firefox
  • Thunderbird
  • VLC
  • Gimp
  • KeepassXC

Ich erstellte eine Tabelle. Zuerst wird der Plattenplatz im Ausgangszustand dokumentiert. Wir starten demnach bei einem Plattenplatzverbrauch von 11GB. Dann installierte ich der Reihe nach die Apps, zuerst nativ, dann Flatpak, dann Snap und berechnete nach jedem Schritt den Mehrbedarf an Plattenplatz. So können wir dann recht schnell sehen, wie viel Zuwachs immer stattfand.

Vergleich Debian Paket vs Flatpak vs Snap

Ich muss noch vorwegschicken, dass ich das ich das ganze schon einmal auf einem von diesem System geklonten System durchgespeilt hatte um einen groben Eindruck zu bekommen.

Geschwindigkeitsvergleich beim Programme starten

Ich werde die Pakete jeweils aus dem Terminal heraus starten. Nur so weiß ich dann auch, was ich gerade starte. Zur Einordnung: Ich hatte alle Pakete schon einmal zuvor gestartet. Die Containerlösungen Flatpak und Snap brauchen beim ersten Start immer etwas länger. Damit hier kein unfairer Vergleich herauskommt, wurden alle einmal schon gestartet und dürfen nun zeigen, wie es sich verhält. Ich werde hier keine Zeit stoppen. Macht Euch einfach selbst ein Bild von dem Ganzen. Das geht natürlich im Video (s.u.) besser als hier im Blog.

Befehle:

via Debian Paket

  • firefox
  • thunderbird
  • vlc
  • gimp
  • keypassxc

via Flatpak:

  • flatpak run org.mozilla.firefox
  • flatpak run org.mozilla.Thunderbird
  • flatpak run org.videolan.VLC
  • flatpak run org.gimp.GIMP
  • flatpak run org.keepassxc.KeePassXC

via Snap:

  • snap run firefox
  • snap run thunderbird
  • snap run vlc
  • snap run gimp
  • snap run keepaasxc

Besonderheiten und Fazit

Keine Sorge beim ersten Start der oder einer der Containerlösungen. Das zieht sich manchmal ganz schön hin im Verhältnis zum nativen Paketformat. Aber ab dem zweiten Start wird es dann definitiv besser.

Was genau für Dich die beste Lösung ist, musst Du für Dich entscheiden. Ich bin nicht hier um dir das zu predigen. Ich persönlich habe einen eigenen Blick auf die Dinge. Daher halte ich mich erstmal mit meiner persönlichen Meinung zurück. Die native Paketverwaltung ist eigentlich immer schnell. Doch so langsam sind die Softwarecontainer eigentlich gar nicht.

Doch sie haben auch Tücken und sind nicht unumstritten. Denn Du hast hier das Paket eines Entwicklers, keines Paketbauers, der das Paket ggf. an die Distribution anpasst. Auch das hat wieder verschiedene Vor- und Nachteile.

Ich handhabe das so: Wo es Sinn macht, nehme ich native Programme, also im hauseigenen Paketformat. Nur da, wo es das hauseigene Programm nicht mehr auf aktuellen Stand bringt, nutze ich die Flatpak Alternative. Snap setze ich gar nicht ein, da ich einerseits keine Vorteile gegenüber Flatpak sehe und andererseits bei Flatpak alles bekomme, was ich benötige.

Doch jetzt interessiert mich Eure Meinung zu dem Ganzen. Was sagt Ihr zu den Paketen? Wie handhabt Ihr das? Nativ, Snap, Flatpak? Ihr seht schon, die Kommentare wollen gefüllt werden.

Bevor ich gehe, möchte ich mich bei allen Unterstützern ganz herzlich bedanken.

Bei Dir möchte ich mich für die freundliche Aufmerksamkeit bedanken. Deine Meinung kannst Du gerne in den Kommentaren hinterlassen, entweder auf YT oder auf meinem Blog. Wenn Dir das Video gefallen hat, dann abonniere gerne meinen Kanal. Mit dem Daumen kannst Du zeigen, wie es Dir gefallen hat und die Glocke informiert Dich sofort, wenn ich Nachschub an neuen Videos veröffentlichte. Es lohnt sich.

Bleibt gesund, passt weiterhin gut auf Euch auf und bis zum nächsten Mal. Bis dahin. Macht es gut. Ciao, Euer Michl aus Franken.


3 Kommentare

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  1. Snap gehört ja wohl nun der Vergangenheit an, wenn ich dem Glauben darf, was ich heute über Ubuntu 22.04 gelesen habe. Ansonsten favorisiere ich native Lösungen, nur leider gibt es diese nicht immer. Somit kommt dann Flatpak “zum Einsatz”.

  2. Sehr guter Vergleich… Ich benutze am liebsten die deb- Pakete bei meinem Debian… Flatpak nur im Notfall… Snap kommt mir nicht aufs System…