Ubuntu 20.10 (Groovy Gorilla) im Test

Zweimal im Jahr gibt es im Hause Ubuntu eine neue Ausgabe der gleichnamigen beliebten Linux Distribution. Auch jetzt im Herbst ist es wieder soweit. Ubuntu 20.10 ist erschienen und wir schauen heute mal gemeinsam rein. Ich wünsche viel Spaß.

Über Ubuntu 20.10

Nach ausgiebig vorausgegangener Beta Phase ist nun Ubuntu 20.10 mit dem Codename Groovy Gorilla veröffentlicht worden. Wie bei nicht LTS Versionen gibt es auch hier insgesamt 9 Monate Produktpflege. Somit wird Ubuntu 20.10 bis Juli 2021 unterstützt. Der Vorgänger war Ubuntu 20.04 LTS und der nächste Nachfolger wird Ubuntu 21.04 und dies ebenfalls als nicht LTS Version, da alle zwei Jahre eine LTS Version kommt. Das heißt nur jede vierte Edition kommt mit Langzeitpflege. Canonical adressiert die nicht LTS Versionen von Ubuntu an technikaffine Anwender. Die Paketbasis der nicht LTS Versionen ist frischer als die LTS Ausgabe, da dort der Paketstand in der Regel eingefroren bleibt. Wer also Ubuntu in Verbindung mit möglichst aktuellen Paketen einsetzen möchte, kann durchaus zu den nicht LTS Versionen greifen.

Zu den Neuerungen in Ubuntu 20.10 zählen u.a.:

  • Kernel 5.8 inkl aller damit einhergehenden Verbesserungen für z.B. Thunderbolt 4 auf ARM Architektur, neue exFAT Treiber, verbesserte Energieverwaltung oder AMD Renoir Unterstützung.
  • Wlan Hotspot: Ubuntu 20.10 erlaubt die Erstellung eines Wlan Hotspots dessen Verbindungsdaten Ihr via QR-Code genereieren könnt.
  • Der Installer bietet jetzt die Active Directory Integration an
  • Alle Verbesserungen, die mit Gnome 3.38 einhergehen

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Vorarbeiten, Inbetriebnahme & Systemvermessung

Zunächst laden wir uns das ISO Abbild herunter. Dazu navigiert Ihr auf die Ubuntu Projektwebseite ubuntu.com und wählt oben Download aus. In dem nun aufklappenden Menü wählt ihr oben links Ubuntu Desktop aus und dann auf 20.10. Nach einem kurzen Augenblick geht das Fenster zum Runterladen auf.

Die Inbetriebnahme fand bei mir in VirtualBox statt. Der Installationsprozeß bei Ubuntu ist gut konzipiert. Der Installer führt Euch durch die Sprachkonfiguration, Installationsmethode, Installationsart, Zeitzone, Benutzererstellung und das war es im Prinzip schon. Danach benötigt die Installation einen kurzen Augenblick. Sobald dies abgeschlossen ist, werdet Ihr mit einem Fenster informiert. Nach Klick auf Jetzt neu starten startet das System durch und Eure Neuinstallation fährt danach hoch und ein grooviger Gorilla empfängt Euch.

Kommen wir mal zur Systemvermessung. Nach der minimalen Installation belegt Ubuntu 20.10 knapp 7 GB Festplattenspeicher. Der Konsum an Arbeitsspeicher lag bei meinem System initial bei knapp 820 MB RAM Allokation. Damit liegen wir im Vergleich zum Vorgänger Ubuntu 20.04 sowohl beim Plattenplatz als auch beim Arbeitsspeicherverbrauch in vergleichbaren Werten. Das ist nichts Dramatisches. Es ist jedoch ein hausinterner Vergleich. Möglicherweise ist eine nicht LTS Version nicht ganz so feinabgestimmt oder man hat mehr Wert auf optimale Performance gelegt und nimmt dafür etwas mehr allokierten RAM in Kauf. Egal wie, es ist alle im Rahmen.

Desktop & Programme

Ubuntu 20.10 liefert Gnome Shell 3.38.0 mit aus.

Der Desktop wirkt optisch sehr anmutend. Er sieht gut aus und strahlt nicht weniger an als es bei Ubuntu 20.04 der Fall war. Ubuntu kommt weiterhin mit dem Yaru Thema. Hier hat sich auf den ersten Blick nicht so viel zum Vorgänger getan. So gibt es leider weiterhin keine Option das Thema automatisch nach Tageszeit umstellen zu lassen, also bei Abenddämmerung von hell auf dunkel und morgens von dunkel auf hell. Ansonsten sieht Yaru sehr konsistent aus und erfuhr nur Feinschliff.

Weiterhin ist es bei Ubuntu nötig in den Einstellungen einen Blick auf den Bereit Datenschutz zu legen. So möchte Ubuntu erneut Diagnosedaten sammeln. Schaut mal bei Konnektivität rein. Die Überprüfung der Verbindung war bei mir aktiviert und ich hatte es deaktiviert. Je nachdem wie Ihr die Konfiguration nach der Erstinbetriebnahme vorgenommen habt, wird bei Fehlerdiagnose Automatisch oder Manuell vorkonfiguriert sein. Ich setze das gerne auf Nie.

Bei den Hintergrundbildern hat man sich nicht so weit aus dem Fenster gelegt. Es gibt ein neues Gorilla Hintergrundbild. Dazu gibt es noch eine Handvoll neuer Bilder. Nichts Spektakuläres und einen Teil kennt Ihr vermutlich schon von 20.04.

Das Software Center ist nicht mehr auf Gnome Software Center basierend, sondern es handelt sich um Ubuntu Software. Man möchte hier die hauseigenen Snap Pakete gerne mit vermarkten.  Zuerst sollen Snap Pakete installiert werden, sofern verfügbar. Ist ein Softwarepaket nicht als Snap Paket verfügbar, will man das klassische Debian-Paket installieren. Sukzessive wird Ubuntu wohl immer mehr auf Snap setzen und das Snap-Softwareangebot erweitern. Neu ist jetzt oben rechts eine Angabe über die Quelle, also ob z.B. Flatpak oder Debian Paket.

Insgesamt wirkt der Ubuntu Desktop optisch sehr anmutend. Er reagiert auch in der VM sehr zügig. Es kam im meinem Test eigentlich zu keiner Situation, in der das System sich eine Gedenksekunde gestattete.

Vorinstallierte Software

  • Kernel: 5.8.0-20-generic
  • Browser: Firefox
  • E-Mail Client: Nicht vorinstalliert
  • Office: Nicht vorinstalliert
  • Software-Container: Snap ist vorinstalliert, Flatpak nicht

Allgemein vorinstallierte Software:

Hier kann ich nur wiederholen, was ich schon im Rahmen des Tests von Ubuntu 20.04 schrieb. Ein richtiger Lichtschimmer ist bei der minimalen Installation die Auswahl an vorinstallierter Software. Hier ist unglaublich wenig vorinstalliert. Das entspricht genau meiner Wunschvorstellung. Wenig vorinstalliert und was fehlt, einfach nachinstallieren.

Wer jedoch neu in der Linux- und Ubuntuwelt ist, sollte unter Umständen mit der normalen Installation starten. Da ist mehr dabei als man eigentlich braucht aber halt auch für alle Zwecke etwas. Wer neu in der Linuxwelt ist, dem kann man nicht unterstellen, daß der ideale E-Mail Client oder das beste Büropaket bekannt sind. Aber für mich ist die minimale Installation ideal.

Besonderheiten und Fazit

Schauen wir zunächst die Besonderheiten an. Die nicht LTS Versionen werden 9 Monate unterstützt. Wenn Ihr also bewußt keine LTS einsetzt, stellt Eucha auf regelmäßige Systemupgrades alle 6-9 Monate ein. Dafür erhaltet Ihr für Ubuntu relativ neue Software und Pakete im Vergleich zur LTS Version. Insgesamt kommt Ubuntu 20.10 mit punktuellen Verbesserungen und setzt dezent an Ubuntu 20.04 mit kontinuierlichen Schritten an.

Der Eindruck von Ubuntu 20.10

Wer Ubuntu 20.04 einsetzt, muß nicht zwingend weiterspringen. Der neue 5.8 Kernel von Ubuntu 20.10 wird rückportiert als nächster HWE Stack in Ubuntu 20.04.2 bereitgestellt. Wer nicht starr auf den LTS Versionen verweilen mag, kann in den nächsten Tagen bzw. Wochen guten Gewissens weiterziehen und erhält eine solide Ubuntu Version. Ich würde jedoch noch ganz bewußt noch mindestens 2-3 Wochen vergehen lassen, bevor ich springe. Generell empfehle ich Anwendern, deren Anspruch es ist, daß der Rechner einfach läuft, die Ubuntu LTS Versionen. Wer also ganz bewußt nicht auf LTS Zweig fährt, sollte noch kurz warten bis die ersten Kinderkrankheiten ausgemerzt sind.

Mir hat Ubuntu 20.10 also recht gut gefallen. Wie hat es Dir gefallen? Wechselst Du oder bleibst Du auf der LTS Version? Schreibt das doch mal in die Kommentare rein, würde mich sehr interessieren. Wenn Dir dieses Video gefallen hat und Du an weiteren Videos von mir dranbleiben magst, dann abonniere meinen Kanal und drücke die Glocke um immer gleich über neue Videos informiert zu werden. An der Stelle möchte ich auch meinen Blog michlfranken.de empfehlen. Da findet Ihr nicht nur die Begleitartikel zu meinen Videos, sondenr noch vieles mehr. Wenn Ihr Themenvorschläge habt, könnt Ihr diese gerne in den Kommentaren platzieren. Ich freue mich darüber und versuche immer umzusetzen was machbar ist.

Vielen Dank fürs Zuschauen. Machts gut, Leute. Bleibt weiterhin gesund und wir sehen und hoffentlich zum nächsten Video auf meinen Kanal.

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7 Kommentare

  1. mir kommt es vor als bist du ziemlich Ubuntu – lastig geworden. Zumindest kommt derzeit viel über Ubuntu. Wie kommt das?

  2. Nun das denke ich nicht.
    Wobei zugegebenermaßen mit Ubuntu kann man mehr Leute ansprechen als mit anderen Distributonen, die eine höhere Einstiegshürde haben.

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