­Linux Desktops – Ein Überblick (Beitrag Tux Tage 2022)

10 min


Hallo und willkommen. Ich freue mich zum dritten Mal bei den TuxTagen dabei zu sein. Unter all den spannenden Themen habe ich heute das Thema der Linux Desktops auf dem Schirm. Das hatte ich schon im Rahmen meines Beitrags zu den Kieler Linuxtagen vorangekündigt. Dort gabs mit einem Überblick zu den wichtigsten Distros Teil 1. Heute geht’s mit Teil 2 um die wichtigen Desktops. Also lasst uns loslegen. Ab geht’s.

Viele Distros und viele Desktops

Wie schon beim ersten Teil auf der Kielux festgestellt, es gibt nicht das eine Linux, wie man es sich vielleicht von Windows oder macOS vorstellt. Jeder kann seine eigene Linux Distro zusammenstellen und veröffentlichen. Du, ich, jeder, der dazu technisch befähigt ist. Das ist lizenztechnisch völlig in Ordnung. Ob es sinnig ist, sie mal dahingestellt. Um mir einen Überblick zu verschaffen, gehe ich manchmal auf die Seite von Distrowatch. Da sehen wir, dass es sehr viele Distros gibt. Ich möchte mich jetzt zu keiner Aussage hinreißen lassen, ob es all diese Distros auch tatsächlich braucht.

Doch wer jetzt denk alles gut ich muss nur eine der hundert Distros wählen und dann passt es schon, irrt. Denn, wer hätte es gedacht, es gibt auch verschiedene Desktops. Manche lehnen sich an Windows an, manche an macOS. Andere wiederum versuchen eigene Akzente und Vorstellungen umzusetzen im Hinblick auf Konzept oder Effizienz.  Die Bandbreite reicht also von ressourcenschonend bis grafisch sehr ansprechend und hübsch mit vielen Effekten.

Manche Desktops verfolgen also technische Zwecke in Form von ein gutes Nutzererlebnis auf alter Hardware älter 10 Jahre zu bieten. Das ist auch sehr nachhaltig gedacht, sofern der alte zu betreibende PC nicht gerade der große Stromfresser ist. Andere Desktops möchten den Wechsel von Windows oder von macOS erleichtern, indem sie sich optisch an das jeweilige Vorbild anlehnen, ja manche klonen es fast schon, sodass es beinahe wie ein Ei dem anderen gleicht. Auch das gibt es und wird unterschiedlich angenommen.

Überblick über die Desktops

Wir konzentrieren uns auf eine Auswahl an Desktops, die wir uns hier einmal anschauen. Wie im Linux und FOSS Umfeld üblich, es gibt oft auch interessante Ideen, die im Laufe ihrer Entwicklung dann einschlafen und sterben. Aus dem Grund macht es auch nicht Sinn 30 Desktops zu präsentieren, von denen nur noch eine Hand voll aktiv gepflegt werden. Von daher habe ich eine Selektion getroffen auf Angebote, die etabliert sind und aktiv entwickelt werden und nach bester Aus- und Vorausschau auch noch morgen da sein werden.

Diese Desktops möchte ich heute einmal vorstellen:

  • Gnome Shell
  • KDE Plasma
  • Cinnamon
  • MATE
  • Xfce
  • DDE
  • Budgie
  • Pantheon

Andere Desktops wie z.B. Lxqt, UKUI oder CuteFish und andere haben an der Stelle das Nachsehen.

Vorstellung der Desktops

Gnome Shell

Gnome Shell ist eine Desktoplösung des Gnome Projekts, die es seit 2011 gibt. Gnome dürfte eine der beiden Desktop Lösungen mit größten Verbreitungsgrad sein. Das Gnome Projekt hat in den letzten Jahren viel Aufwand in die Modernisierung der Desktoplösung investiert. Es handelte sich hierbei um weitreichende Optimierungen, verbunden mit großen Anstrengungen, die jedoch nötig waren, um die Führungsposition nicht zu verspielen.

Gnome Shell gibt es für alle Hauptdistributionen wie Debian, Ubuntu, Fedora, openSUSE oder Arch. Entsprechend der Hauptdistros sind die Pakete für gewöhnlich auch für alle Forks verfügbar. Speziell das Fedora Projekt arbeitet sehr eng mit Gnome zusammen. Damit ist nicht gesagt, dass Fedora das beste Gnome Erlebnis anbietet, sondern lediglich, dass Fedora mit Seinen Versionen immer die neueste Gnome Version ausrollt. Auch Ubuntu liefert ausschließlich Gnome Shell aus und konzentriert sich allein auf die bestmögliche Integration von Gnome.

Gnome kommt heutzutage sehr auf Touchgesten optimiert und wenig angepasst. Damit ist eine Nutzung dieses rudimentären Auslieferzustands jedoch nicht zwingend notwendig, da es unzählige Erweiterungen für Gnome gibt, die eine Anpassung an persönliche Desktopvorlieben sicherstellen.

Die derzeit aktuelle Gnome Version ist Gnome 43.

KDE Plasma

KDE-Plasma-Desktopumgebung ist eine Desktoplösung vom KDE e.V. und wird in derzeitiger Form seit 2014 angeboten. Vorausgegangen war seit 1996 das K Desktop Environment. KDE allgemein ist also ein Projekt mit langjähriger Erfahrung und reichlich Substanz.

KDE dürfte die zweite große Desktoplösung im Linuxumfeld sein. Die KDE Entwickler modernisieren fortlaufend den Desktop und bieten eine neueste stabile Version, sowie eine LTS Version an. Die neueste Version kommt sogar auch mit einer eigenen Linux Distro namens KDE Neon.

KDE-Plasma gibt es für alle Hauptdistributionen wie Debian, Ubuntu, Fedora, openSUSE oder Arch. Entsprechend der Hauptdistros sind die Pakete für gewöhnlich auch für alle Forks verfügbar. Neben KDE Neon gibt es noch Kubuntu und openSUSE, die KDE Plasma als primären Desktop anbieten.

KDE Plasma adaptiert Windows 10 und bietet eine vergleichbar moderne Oberfläche, die fein und weitreichend anpassbar ist. Anders als Gnome liefert KDE stets ein für den Desktop angepasste Lösung aus.

Die derzeit aktuelle Version ist KDE Plasma 5.26

Cinnamon

Cinnamon ist eine Desktoplösung, die als Gnome Fork vom Linux Mint Projekt initiiert und federführend entwickelt wird. Die erste Version erschien im Jahr 2011.

Cinnamon ist die Standard Desktop Umgebung bei Linux Mint und LMDE, allerdings bieten alle Hauptdistributionen wie Debian, Ubuntu, Fedora, openSUSE oder Arch Cinnamon in den Repos an. Bei Ubuntu besteht die Besonderheit darin, dass eine ältere Cinnamon Version angeboten wird als bei Linux Mint selbst und es gibt auch eine inoffizielle Flavour Version Ubuntu Cinnamon Remix. Auch Manjaro und das Fedora Spin für Cinnamon integrieren diese Desktop Lösung sehr gut.

Cinnamon adaptiert Windows 10 und bietet eine angelehnte Oberfläche an, die an persönlich Bedürfnisse anpassbar ist.

Die derzeit aktuelle Version ist Cinnamon 5.4.

MATE

Die MATE-Desktop-Umgebung ist ein Fork von Gnome 2, der seinerzeit startete, als Gnome mit dem Wechsel von Gnome 2 zu Gnome 3 zahlreiche bislang angewandte Praktiken überwarf. MATE war die Unternehmung das gehabte fortzuführen. Die erste Version von MATE erschien 2011.

MATE-Desktopumgebung gibt es für alle Hauptdistributionen wie Debian, Ubuntu, Fedora, openSUSE oder Arch. Die Distro Ubuntu MATE verspricht 100% Retrospektive, was nicht zu viel versprochen ist. Das Konzept wurde unverändert fortgeführt, sodass es einerseits einen Retro-Anspruch für sich proklamieren kann, andererseits auch keinerlei Ähnlichkeit mit Windows oder macOS besitzt. Linux Mint und Manjaro bieten ebenfalls gut integrierte Lösungsvorschläge mit MATE an.

So führt MATE sein eigenes Konzept fort, welches keiner bekannten großen Desktop-Lösung gleicht.

Die derzeit aktuelle Version ist 1.26.

Xfce

Die Xfce Arbeitsumgebung wird von einer relativ losen Gruppe freiwilliger Entwickler veröffentlicht und gepflegt. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1996 zurück.

Neben Gnome und KDE Plasma dürfte Xfce durchaus als die dritte große Desktop Umgebung betrachtet werden. In Ermangelung an statistischer Erfassung, die es glücklicherweise nicht gibt, kann man dies nicht ganz exakt quantifizieren.

Xfce-Desktopumgebung gibt es für alle Hauptdistributionen wie Debian, Ubuntu, Fedora, openSUSE oder Arch. Ein gutes Desktoperlebnis mit vorangepasstem Desktop bieten Linux Mint, Xubuntu oder Manjaro an.

Die derzeit aktuelle Version ist 4.16

DDE

Die Abkürzung DDE steht für Deepin Desktop Environment. DDE ist die Oberfläche der Linux Distro Deepin, die beide von der Wuhan Deepin Technology Co Ltd entwickelt werden. Die erste Deepin Veröffentlichung war im Jahr 2016.

DDE ist keine Abkopplung von Deepin selbst, sondern die Oberfläche, welche auch in anderen Distros zu haben ist. Deepin selbst kämpft aufgrund seiner Herkunft China in Verbindung mit der seinerzeit verwendeten Statistikerhebung über die Spaware CNZZ. Deepin konnte sich von diesen Vorwürfen nie vollständig reinwaschen, sodass ein gewisses Misstrauen gegenüber Deepin trotz Gefallen an DDE bestand. Ubuntu DDE oder Manjaro adaptieren DDE recht ansehnlich auf eigenem Unterbau.

Budgie Desktop

Der Budgie Desktop ist ein Gnome Fork, der von Solus initiiert wurde und federführend gepflegt wird. Die erste Version von Budgie erschein Ende 2013.

Budgie wird in vielen Distributionen angeboten, darunter Debian, openSUSE, Manjaro, Arch Linux und Ubuntu Budgie.

Die derzeit aktuelle Version ist 10.6.4

Pantheon

Der Pantheon Desktop ist ein Gnome Fork, der vom Elementary Projekt für die hauseigene Linux Distribution Elementary OS gestartet wurde und seither hausintern federführend entwickelt und betreut wird.

Pantheon wird in den Arch Paketquellen geführt. Andere Distros wie Debian, Ubuntu, Fedora oder openSUSE führen Pantheon nicht in den offiziellen Paketquellen, wobei für Fedora und openSUSE inoffizielle Quellen die Installation von Pantheon ermöglichen.

Die beste Nutzererfahrung bietet die hauseigene Distro, da z.B. der App Store von Pantheon eine „Zahle-Was-Du-Willst“-Philosophie verfolgt, welche in der Form in den Adaptionen nicht umgesetzt wurde.

Die derzeit aktuelle Version ist Pantheon 1.508. (os 7 1.517)

Welcher Desktop mit welcher Distro?

Im Beitrag zur Kielux kristallisierte ich meinen Dreisatz aus Ubuntu, Fedora und openSUSE Tumbleweed heraus. Dies geschah im Hinblick darauf alle gängigen Ansätze abzubilden. Manche Anwender mögen LTS Distros. Andere wollen mit rollenden Distros das neueste für das System bekommen. Dazwischen gibt es aber auch Semi-Rollend, wo das neue von Zeit zu Zeit bereitgestellt wird. Bei den Desktops folgen wir diesem Muster nicht so strickt, da bei den Desktops eine gewisse Besonderheit herrscht.

Manche Distros liefern die Desktops blanko aus ohne jegliche Anpassungen. Andere Distros bauen sich einen einheitlichen Erkennunsstil auf und passen den Desktop darauf an.

So liefert Ubuntu Gnome mit Anpassungen, Fedora verzichtet auf großartige Anpassungen. Linux Mint passt Cinnamon an, Debian oder openSUSE nicht. Das sind nur einige Beispiele. Ich konzentriere mich bei dieser Aufstellung darauf angepasste Desktops vorzustellen. Wer keinerlei Anpassungen benötigt oder mag, findet bei Debian, openSUSE oder Arch quasi leere Hüllen zum Selbstaufbau.

Fortlaufend kommen nun anhand der Desktops Empfehlungen für Distros, die den jeweiligen Desktop gut anpassen.

Gnome

Mit das beste Benutzererlebnis für Gnome bieten Ubuntu, Zorin OS und Manjaro.

KDE Plasma

Mit das beste Benutzererlebnis für KDE Plasma bieten KDE neon, Kubuntu, openSUSE oder Manjaro.

Cinnamon

Mit das beste Benutzererlebnis für Cinnamon bieten Linux Mint, LMDE und Manjaro.

MATE

Mit das beste Benutzererlebnis für MATE bieten Ubuntu Mate und Linux Mint.

Xfce

Mit das beste Benutzererlebnis für Xfce bieten Linux Mint, Manjaro und Zorin OS

DDE

Mit das beste Benutzererlebnis für DDE bieten Ubuntu DDE und Manjaro.

Budgie

Mit das beste Benutzererlebnis für Budgie bieten Solus und Ubuntu Budgie.

Pantheon

Das beste Benutzererlebnis für Pantheon gibt’s bei Elementary OS.

Was soll ich nehmen, wenn ich noch Windows oder macOS nutze?

Bis hier hin hatte ich versucht fein zu granulieren, was unter welcher Konstellation ein gutes Einsatzszenario darstellt. Doch wenn Du bis jetzt noch Windows oder macOS einsetzt, dann könnte es sein, dass Dir vieles vielleicht wenig oder gar nichts sagte. Aus dem Grund versuche ich Dich in diesem Kapitel da abzuholen, wo Du gerade stehst.

Kommend von Windows

Wenn Du derzeit Windows nutzt und eine vergleichbare Oberfläche auch unter Linux verwenden möchtest, dann bringe ich Dir gleich ein paar Vorschläge. Wenn Du mit dem Paradigma brechen und mal etwas anderes ausprobieren willst, gibt’s auch Vorschläge. Ähnliche bzw. vergleichbare Oberflächen wie z.B. Windows 10 bekommst Du mit:

  • Linux Mint mit Cinnamon Desktop
  • Kubuntu
  • Zorin OS
  • Tuxedo OS
  • Ubuntu Budgie

Kommend von macOS

Wenn Dein Mac Computer, OS X oder macOS ausgedient haben oder Du aus anderen Gründen wechseln möchtest, dann kann ich Dir folgende Empfehlungen aussprechen, die eine vergleichbare Oberfläche anbieten:

  • Ubuntu
  • Ubuntu Budgie
  • Zorin OS (in der kostenpflichtigen Pro Version)
  • Elementary OS

Wenn Du mal was anderes ausprobieren willst, dann kannst Du ja als Windows Anwender mal die Tipps für macOS Wechsler anschauen und umgekehrt. Am einfachsten kannst Du es in einer virtuellen Maschine ausprobieren. Hier gibt es für Windows und macOS verschiedene Lösungen wie VMware oder Parallels Desktop. Ich würde einfach VirutalBox als kostenlose Lösung empfehlen. Kann alles und generiert keine unnötigen Kosten.

Kommend von einer älteren Hardware

Na diese Kategorie vergesse ich doch nicht. Während wir jetzt schon alle genannten Desktops irgendwo unterbrachten, wird es jetzt Zeit für Xfce und MATE. Denn beide Desktops laufen auf älterer Hardware noch ziemlich gut, speziell Xfce ist sehr genügsam, was auch geringere Ressourcen angeht. Alternativ zu Xfce bietet auch der Desktop Lxqt z.B. mit Lubuntu gute Erfahrungswerte auf alter Hardware. Lxqt hatte lediglich gegenüber Xfce hier das Nachsehen. Wollte eine Redundanz von Desktops für alte HW vermeiden. Du wirst Dir vermutlich keine Freude machen, wenn Du mit 10 Jahre alter Hardware mit 256GB SSD und 4GB RAM eine Gnome oder KDE Installation durchführst. Glaube mir, zum Rumspielen vielleicht aber für den Tageseinsatz wirst Du damit keine große Freude haben. Doch eine Distro mit MATE oder Xfce könnten hier durchaus interessant sein. Empfehlung an der Stelle ist ganz klar Xubuntu und Linux Mint entweder mit MATE oder Xfce.

Braucht es so viele Desktops?

Das ist mal wieder die Gretchenfrage. Ich persönlich könnte auch mit zwei, drei oder vier gut leben. Doch ich verstehe, dass es Desktops gibt, die ich nicht einsetze, die dennoch eine Daseinsberechtigung haben. Ich kenne Leute, die auf uralten IBM ThinkPad mit Lubuntu und Xubuntu fahren und damit sehr zufrieden sind. Ich finde das toll, wenn auch gleich ich das für mich nicht als erste Wahl nennen würde.

Ob es relevante oder irrelevante Desktops gibt, ist eine andere Diskussion. Ich persönlich tendiere auch zum Standpunkt, dass es nicht alle Linux Desktops braucht. Aber gut, die Entwickler der anderen Desktops sehen da anders, sie kümmern sich um die Desktops und pflegen sie – alles gut für mich.

Dennoch sehe ich es immer mit etwas Schwermut Neulingen nicht nur die unzähligen Distros, sondern auch Desktops zu erklären. Daher finde ich, vieles braucht es nicht bei der Erstvorstellung. Ein Ubuntu oder Linux Mint System sollte den meisten am Anfang völlig ausreichen. Das reduziert einerseits die Distro und andererseits auch den Desktop auf ein absolutes Minimum herunter, bringt eine gute Treiberunterstützung und leichte Handhabung. Das suchen die meisten meiner Erfahrung nach und genau das liefern Ubuntu und Linux Mint. Das sowohl für aktuelle als auch für ältere Hardware.

Sollte man ehr den Desktop oder die Distro wechseln?

Jetzt nehmen wir mal an, Du hast Ubuntu installiert aber kommst mit Gnome nicht klar. Du recherchierst etwas und stellst fest, Dir gefällt KDE viel besser. Wie kommst Du jetzt von Ubuntu mit Gnome zu KDE? Installierst Du auf der bestehenden Distro KDE nach oder solltest Du vielleicht besser auf Kubuntu oder KDE neon wechseln? Eine gute Frage. Noch plakativer ist es, wenn Du Linux Mint installiert hast und entdeckst, dass Dir Pantheon von Elementary OS doch eigentlich viel besser gefällt. Wie kommst Du am besten von A nach B und somit zum Ziel?

An der Frage könnte es schon mit Streitereien losgehen. Von daher gebe ich Dir jetzt nicht den Rat mach es so wie ich es beschreibe, denn dann machst du es auf die erdenklich beste Weise. Denn das wäre nicht richtig. Richtig wäre es Dich auf verschiedene Begleitumstände aufmerksam zu machen. Um bei den beiden Beispielen zu bleiben: Du kannst KDE Plasma unter Ubuntu mit Gnome nachinstallieren. Du kannst auch Pantheon Desktop unter Linux Mint nachinstallieren, wenn du PPA Quellen von Elementary OS zufügst. Beides geht. Doch entstehen daraus dann möglicherweise nicht die besten Zielsysteme. Einerseits könnten Programme für den gleichen Anwendungszweck doppelt und mehrfach installiert werden, andererseits könnte es sein, dass auch ein Wechsel des LoginManagers von Nötigen wird. Man benötig also auch hier wieder etwas Wissen um eventuell aufkommenden Probleme souverän begegnen zu können. Aus dem Grund würde ich persönlich keine weiteren Desktops nachinstallieren. Ich würde mir gründlich und in Ruhe in virtuellen Maschinen die diversen Optionen genau anschauen und mich dann für eine Lösung entscheiden. Anhand meiner Entscheidung würde ich dann die passende Distro installieren. Bleiben wir bei den Beispielen: Ich würde also im Falle, dass ich KDE Plasma Desktop haben will, Kubuntu oder KDE neon installieren und das klassische Ubuntu somit ersetzen. Ebenfalls würde ich Elementary OS installieren und Linux Mint somit ersetzen, wenn ich von Cinnamon lieber auf Pantheon umsteigen möchte.

Ich würde nicht den Ballast, den mir mehrerer Desktops zwangsweise mitbringen, mit mir rumschleppen wollen. Ich weiß es geht und ich hatte das auch ausprobiert, doch mein Bauchgefühl sagt mir, es ist besser sich für eine Lösung zu entscheiden und damit dann auch zu leben. Alles andere lenkt möglicherweise ab und hilft mir somit auch nicht weiter. Ist recht pragmatisch aber hey. Ist nur meine Strategie. Wenn Du z.B. Debian oder openSUSE installiert hast und alle erdenklichen Desktops installierst, ist das für mich auch gut.

Kleiner Tipp noch falls Du jemand bist, der gerne öfter zwischen verschiedenen Konzepten wechselt: Manjaro und Zorin OS Pro bieten entsprechende Layout Switcher mit, mittels denen Du den Gnome Desktop per Knopfdruck umschalten kannst von z.B. Windows 10 auf macOS oder Windows 11 auch bei Zorin OS Pro.

Danksagung an die FOSS Entwickler

Versteht mich nicht falsch. Ich will in keiner Weise die Arbeit der Entwickler schmälern. Auch wenn ich Desktop A oder B nicht einsetze, ist die Arbeit der Entwickler dennoch ehrenwert und zu erwähnen. Die meisten machen das in ihrer Freizeit und ehrenamtlich. Das mag man manchmal bei der Professionalität der Open Source Software vergessen und genau das zeugt von der erstklassigen Arbeit, die Ihr in den FOSS Projekten leistet. Vielen Dank für Euer Engagement, für Eure tolle Arbeit.

Schlussworte

Linux und FOSS im Allgemeinen lebt von seinen Nutzern und Entwicklern. Aber man muss sich nicht unbedingt einbringen. Es ist auch Sinn der Sache und ok wenn man die Software einfach einsetzt. Das ist auch Freiheit, und zwar die Freiheit der Entscheidung. Dennoch kann es manchmal nicht schaden einem Projekt auch mal etwas zukommen zu lassen. Die entsprechenden proprietären Konterparts wollen ja i.d.R. auch gekauft werden. Und wenn man nur ab und an mal einen 5er oder 10er rüberwandern lässt, dann ist das eine super Sache. Ich z.B. freue mich auch immer wenn ich eine Spende erhalte. Das soll jetzt keine Aufforderung sein an mich zu spenden im Speziellen, sondern ehr das Verständnis im Allgemeinen schärfen. Diese kleinen Zuwendungen motivieren, egal ob Blogger, YouTuber, Entwickler oder Admin.

Ich bedanke mich für die freundliche Aufmerksamkeit. Macht es gut und bis bald. Ciao Euer Michael. Und noch viel Spaß bei den Tux Tagen 2022.


3 Kommentare

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  1. Man kann den Entwicklern, die Ihre Zeit opfern, nicht genug danken! Sie machen erstklassige Arbeit! Ohne Sie wäre der PC-Alltag grau und langweilig.
    Es ist gut, dass es viele Distributionen und Desktops gibt, so kann sich jeder sein “PC-Paradies” zusammenstellen und damit arbeiten.

  2. Gutes Video.
    Alles wichtige für neugierige Linuxinteressenten zusammengefasst. Standardkost, gut präsentiert.

    Ein Vorschlag für:

    Linux Desktops – Ein Überblick-Teil 2

    -Trinity-Desktop (Q4OS)
    -mehrere unterschiedliche Desktopvarianten u.a. ROX (AntiX-Linux)
    -MX-Linux
    -Haiku
    -Enlightenment
    -LXDE
    -LXQt (nun mit Waylandunterstützung)
    -und andere mehr…

    Dektopumgebung,was ist das eigentlich?
    ****************

    Was ist ein Graphical User Interface (GUI)?

    Die Zeiten, in denen ausschließlich Wissenschaftler und Software-Entwickler Computer nutzen konnten, sind schon lange vorbei. Heutzutage kann fast jeder Mensch einen PC oder ein Tablet bedienen – oft sogar ohne große technologische Vorkenntnisse. Doch dies bedurfte der Entwicklung von grafischen Benutzeroberflächen – einer Art von User Interface….

    … Fazit

    Ohne Graphical User Interfaces wäre die Digitale Revolution nicht denkbar gewesen. Die GUI ermöglichten es selbst ungeübten Nutzern, sich schnell in Programme einzuarbeiten. Allgemein verständliche Symbole und erklärender Text sorgen für eine hohe Nutzerfreundlichkeit.

    gefunden bei:

    https://www.ionos.de/digitalguide/websites/web-entwicklung/was-ist-ein-gui/
    ******************

    Das “Fazit” ist für mich entscheidend. Erst recht unter Linux, wo man fast immer als Hilfesuchender, mit Konsolen-zaubersprüchen und englischen Texten, die kein Normalo versteht, zugedröhnt wird.

    Große Linux-BSD-Solaris übersichtsseite
    Suchparameter, auch nach Desktops, auswählbar

    OPEN SOURCE
    NO LIMIT. NO RISK. NO COSTS. YOUR WAY.

    http://www.openos.at/

    Danke für Deine Videos, Michel!

    Beste Grüße