Ciao Elementary OS – Warum ich elementary OS nicht mehr nutze

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Hey Leute. Willkommen zurück. Michael hier. Wie Ihr vermutlich wisst, war Elementary OS eine lange Zeit meine primäre Linux Distro. Doch die Reise ist jetzt nach etwa 2 Jahren zu Ende. Es ist für mich Zeit sich von Elementary OS zu verabschieden. Was die Beweggründe dafür waren und welche Distro jetzt den Vorzug hat, alles das besprechen wir im Beitrag. Bleibt dran.

Eigentlich ist es noch gar nicht so lange her, als ich von Debian zu Elementary OS wechselte. Und ich hatte seinerzeit gute Gründe mich auf die Reise zu begeben. Der Pantheon Desktop war nur einer davon. Es ist auch für mich etwas überraschend, wie jetzt alles kam. Das dürft Ihr mir glauben.

Doch auch ich bin nur ein Mensch und nur weil man einen YouTube Kanal hat, heißt das nicht, dass man grundlegend andere Entscheidungen trifft als es z.B. die Zuschauer tun. Also auch bei mir kann sich mal etwas ändern. Meinung, Vorliebe oder dergleichen sind nicht statisch, sondern fortlaufende Prozesse, die durch Erkenntnis usw. reifen. Vor einem guten halben Jahr, also im März 2022 veröffentlichte ich den Beitrag „Wenn man auf die Suche nach einer neuen Distro geht“. Zu dem Zeitpunkt war die Transformation von Debian zu elementary OS voll abgeschlossen. Im Praxiseinsatz war elementary OS jedoch schon frühzeitiger. Eigentlich hatte ich es schon eine ganze Weile vor meinem Beitrag als Hauptdistro genutzt. Also tatsächlich schon kurz nach der Freigabe von Odin, Version 6. Davor hatte ich Elementary OS 5 auf einem Zweitrechner laufen. Doch um diese Spitzfindigkeiten soll es jetzt nicht gehen. Ich möchte damit nur aufzeigen, dass nach rund einem Jahr elementary OS fielen mir ein paar Details auf, die mich nun doch zum Weiterziehen brachten.

Mein Problem mit Elementary OS

Nach gut einem Jahr Elementary OS sind einige Punkte aufgefallen, die den suggerierten Eindruck der Alternative trübten. Elementary OS möchte ja als ethische Alternative zu Windows und macOS wahrgenommen werden. Für Windows Wechsler sah ich das schon immer kritisch. Denn kein Windowswechsler wird jetzt von Pantheon magisch angezogen werden. Vielleicht wenige aber nicht die Masse. Für macOS Nutzer ist es schon ehr interessant auf den ersten Blick.

Doch es geht schon mal mit den Fenstersymbolen los. Es gibt links schließen aber kein maximieren und minimieren. Maximieren ist dafür rechts. Minimieren ist nicht gegeben.

Abhilfe schafft das elementary Tweaks Tool, eine Drittanbieter App, die sich nach manueller Installation in die Systemeinstellungen einbettet und dann verschiedene Modi wie Windows (rechts) oder macOS (links) einstellen lässt. Direkt nach dem Start ist es nicht einstellbar. Wird das Neueinsteiger abholen? Ehr weniger. Das Tweaks Tool ist für OS 6 und 6.1 verfügbar. Ob es für OS 7 dann auch offiziell verfügbar sein wird, ist indes unklar, da es von einem Drittanbieter kommt. In der aktuellen Vorabversion kann man das Tweak-Tool jedoch installieren und einsetzen.

Ein nächster kosmetischer Makel ist die Höhe des oberen Fensterbalkens, des Headers. Dieser ist nicht einheitlich, sondern auch innerhalb der hauseigenen Apps verschieden. Kleines Beispiel gefällig? Firefox, Nemo, App Center, Systemeinstellungen und Aufgaben haben alle fünf verschiedene Größen bzw. Höhen. Das ist leider nicht die allergrößte Glanzleistung für einen Desktop, der sich von macOS inspirierend ein einheitliches Design geben will.

App Benachrichtigungen in der oberen Leiste sind eine super Sache oder? Dumm nur, dass das bei elementary OS nur für eine Handvoll erlesener Apps geht, die alle aus dem eigenen Hause stammen. Drittanbieter Apps wie z.B. der Nextcloud Client, OBS Studio oder VLC sind da einfach mal außen vor und haben Pech. Eine Lösung für OS 6 und OS 6.1 gibt es, wenn man das Paket Wingpanel-indicator-ayatana patcht, doch geht das dann nicht z.B. mit Pantheon auf Basis von Fedora oder Manjaro. Es geht nur mit EOS selbst, zumindest zum Zeitpunkt der Beitragserstellung Ende 2022. Danke an den Entwickler des Wingpanels für die Mühe und schönen Dank an eOS für diese schwachsinnige Restriktion.

Die Mail App von Elementary OS ist ein Fork von Geary. Nun bin ich mit Geary nie warm geworden, da mir das Konzept und der Funktionsumfang zu gering waren. Bei Elementary Mail ist das nicht anders. Es gibt nicht mal einen Knopf zum Sync der Mails bei Imap. Das wäre nicht schlimm, würde sich der Client nicht von Zeit zu Zeit einfach aufhängen und nichts tun. Oder ein andermal zeigt er von allen E-Mails nur die Betreffzeile an und der Mail-Body ist leer. Für mich eine Katastrophe und absolut unbrauchbar. Nette Idee aber dann total abgestunken. 6! Setzen.

Der Kalender von Elementary OS ist übrigens sehr gut und synct schön via Caldav. Zu dumm, dass man scheinbar beim Abschauen der vergleichbaren Mac Apps vergessen hat, dass es da noch die App Kontakte gibt. Dabei handelt es sich um ein Adressbuch, in dem man seine Kontakte abspeichern kann. Schreibt man eine E-Mail, so kann man via die im Adressbuch hinterlegte E-Mail Adresse den Kontakt auswählen. Bei der Mail App von Elementary OS geht das aber nicht. Man muss entweder auf eine bestehende Mail antworten oder tippt die Mailadresse ein. Und das im Jahr 2022. Ohne Worte.

Das App Center sieht hübsch aus und wenn man ausschließlich mit Flatpak Apps operiert, dann kann man auch aus den vollen schöpfen. Wer allerdings so binär rückständig ist und noch ein Debian Paket installieren will, kann mit dem App Store einfach nichts anfangen, da dieser das nicht kann. Da heißt es dann via Terminal und APT das Glück suchen oder Synaptic Paketverwaltung. Wer auch immer sich das hat einfallen lassen… Ach lassen wir es lieber. Doch wenn Du nicht den Unterschied zwischen Debian Paket und Flatpak kennst und dich somit nur auf deren App Store verlässt, dann ist die Anzahl an Apps ziemlich gering. Gut das Thema hat sich, seit Flathub mit OS 6.1 eingebunden ist, entspannt aber zu OS 6 gab dann nur 100-200 Apps, die speziell für Elementary OS nach deren Designrichtlinien erstellt wurden.

Doch das eigentliche Schmankerl des App Stores ist, dass man nach dem „zahle-was-du-willst“-Prinzip einem Entwickler etwas für eine App zahlen kann oder nicht. Das auch dann, wenn der Entwickler seine Preisvorstellung angibt, kann man einfach Null setzen und schon ist die App kostenlos zu haben.

Willst Du dem Entwickler etwas Gutes tun und für die App zahlen, dann geht das ausschließlich mit Kreditkarte, deren Daten Du dann angeben musst. Andere Zahldienste wie z.B. Paypal gibt es nicht. Wo würde das nur hinführen…? Mutet fast schon etwas nach „Achtung Kunde“ an. Wer also keine Kreditkarte hat oder im Internet damit es vermeidet zu bezahlen, kann hier nichts bezahlen. Blöd.

Ich stieß manchmal auch auf Sachverhalte, die ich selbst nicht erklären konnte. Beispiel gefällig? Gerne. Beim Paketauffrischen im Terminal via „flatpak update“ wurde „nichts zu tun“ gemeldet. Öffnete ich danach das App Center, wird ein Sack voll Flatpak Pakete zum Aktualisieren angezeigt. Ich habe hier nicht weiter gebohrt warum, weshalb und wieso aber so richtig sauber wirkte es auf mich nicht.

Die derzeit aktuelle Elementary OS Version 6.1 basiert auf Ubuntu 20.04.5 LTS. Zwar wird dank HWE Stack der derzeit aktuell mögliche GNU/Linux LTS Kernel 5.15 inkl. Treiber bereitgestellt, doch die anderen Pakete sind Stand 2020. Hier greift dann die Ubuntu Universe und Multiverse Paket-Problematik. Sie sind einfach über 2 Jahre alt und wenn wir mal kurz zu den Mitbewerbern wie den Ubuntu Forks, Pop!_OS oder Linux Mint rüberschielen, stellen wir fest, dass die alle schon frische Versionen mit Ubuntu 22.04 Basis haben. Lediglich Zorin OS 16 basiert ebenfalls noch auf Ubuntu 20.04 aber die Zorin Brüder kommunizieren ja auch im Vorfeld offen, wie die Versionen erschienen, sodass stets klar war, dass Zorin OS 17 im Jahr 2023 erscheint. Das war so geplant. Bei Elementary OS schraubt man seit Jahresbeginn 2022 an Version 7 herum und seither ist es nicht erschienen. Irgendwann, wenn es fertig ist, kommt es aber ganz bestimmt heraus.

Konstitutionelle Probleme und Verbesserungsbedarf in der Kommunikation wären noch zwei weitere Themen, die ich gerne ansprechen möchte. Denn bei allen technischen Aspekten spielt auch Vertrauen bei der Wahl einer Distro für mich eine entscheidende Rolle. Hinter Elementary OS steht das Unternehmen Elemetnary Inc, welches mal drei Leute umfasste, heute aber zu einer Einzelkämpferunternehmung rundum Danielle Fore geschrumpft ist. Eigentlich waren es mal zwei Gründer und eine weitere kaufmännische Kraft. Der Mitgründer Cassidy James Bleade verließ die Firma Anfang des Jahres 2022 allem Anschein nach im Streit. Hintergrund waren Finanzprobleme durch die zwei Jahre der Corona-Pandemie. Bleade schlug vor eine Vollzeitstelle extern anzutreten und unentgeltlich an Elementary OS weiter mitzuarbeiten, jedoch weiter als stimmberechtigter Miteigentümer an Elementary Inc. Das war Fore nicht recht, denn nur wer mitarbeitet soll auch bestimmen können und umgekehrt. Lange Rede kurzer Sinn, die beiden trennten sich, Bleade verließ Elementary Inc und OS und seither geht er anderen beruflichen Herausforderungen nach. Fore leitet die Firma nun allein. Aufgrund dieser personellen Situation wurden Features, die für Version 7 geplant waren, gestrichen, sodass mehr oder minder ein Minimalkonsens übrigblieb. Technische Probleme in der Weiterentwicklung in Verbindung mit scheinbar zu wenigen Ressourcen scheinen für die Stagnation in der Entwicklung von OS 7 verantwortlich zu sein. Zumindest schaut es danach aus.

Die dünne Personaldecke zeigte sich auch im Rahmen des August Newsletters, als dieser zwei Wochen verspätet versendet wurde, weil Danielle Fore aufgrund einer Covid-19 Infektion ausfiel. Natürlich kann die Welt auch ohne einen Newsletter leben, das ist nicht das Problem. Das Problem ist aber tiefer sitzend. Denn es wurde offensichtlich, dass ohne Fore scheinbar nichts mehr läuft. Nicht mal einen einfachen Newsletter bringt man dann noch raus, also niemand anders als Fore kann oder darf das. Auch logisch, die Firma scheint nicht mehr Mitarbeiter zu haben. Bei einem mal verzögerte Newsletter ist das halb wo wild. Doch wie sieht es aus in Verbindung mit kritischen Patches für Pantheon? Blieben diese dann auch einfach mal Wochen aus, sodass Lücken ungepatcht blieben? Das ist nur eine theoretische Annahme, die die Kritikalität offenlegen soll. Es hängt scheinbar alles an Fore und das ist kritisch und problematisch.

Hoffen wir also auf OS 7. Doch bevor es dazu kommt, hoffen wir, dass man diesmal eine Möglichkeit bietet den Versionssprung ohne Neuinstallation durchzuführen. Wir erinnern uns, dass es seitens der Elementary OS Entwickler keine offizielle Möglichkeit gab, seinerzeit von OS 5 auf OS 6 das Upgrade durchzuführen. Die Empfehlung war tatsächlich Neuinstallation. Na schönen Dank auch. Schauen wir mal ob sich hier ein Modernisierungssprung im Jahr 2022 ergibt oder nicht. Aktuell ist ein Upgrade-Tool geplant aber der Status ist nicht ganz klar.

Nun will ich das jetzt nicht so stehen lassen, als hätte ich mich jetzt ausgekotzt und alles sei gut. Nein nein. Ich mag den Pantheon Desktop weiterhin, wenn auch gleich meine Erfahrung mich erst mal gesättigt hat. Solange Pantheon diese Reglementierungen und enge Verbindung zu Elementary OS hat, solange degradiere ich den Desktop auf den Status „Beobachtungskandidat“. Heißt ich bleib in VMs dran aber schweren Herzens nicht mehr im Rahmen meiner primären Distro. Resümiert ist mir Elementary OS inkl. Pantheon zu strümpfig aufgestellt. Da steckt viel Potenzial drin aber derzeit gleicht es mir ehr einem ungeschliffenen Diamanten. Jeder der genannten Punkte mag für sich alleinstehend mehr oder weniger marginal wirken. Nachdem ich das alles mal in einer reiflichen Überlegung reflektierte, fiel mir auf, mit wie vielen Umständen ich mich da letztlich rumschlage um über den Tag zu kommen. Immer wieder werde ich nach Tipps für Distros etc gefragt und ich argumentiere immer in die gleiche Richtung der Einfachheit etc. Aber unterm Strich kam die Distro, die ich tagtäglich einsetzte, in mehreren Punkten diesen Ansprüchen nicht in dem Maße nach, welches ich erwarte. Daher lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Mein Desktop und meine Distro

So sehr ich Pantheon und das damit verbundene Prinzip mag, wenn die Luft raus ist, wird es Zeit für etwas Neues. Meine Distro des Vertrauens sollte also daher stabil sein. Sie sollte verlässliche Eckpunkte der Versionierung aufweisen. Sie sollte Flatpak exzellent beherrschen. Sie sollte stabil sein aber dennoch Desktop Apps aktuell im Bauch haben.

Mein Selbstexperiment 30 Tage mit Ubuntu 20.04 mündete nicht in einer Katastrophe. Auch mein Ubuntu 22.04 Langzeittest war nicht negativ. Ubuntu LTS war also ein heißer Anwärter, allerdings wollte ich keine vorschnellen Schlüsse ziehen. Im Gegenteil, ich wollte sorgsam abwägen, denn ich habe dieses Jahr schon mal meine primäre Distro gewechselt und wenn ich schon ein zweites mal wechsele, dann will ich nicht in einem halben Jahr wieder an der Stelle stehen.

Eine ganze Weile hatte ich Pop!_OS auf Praxistauglichkeit getestet. Immerhin basiert es auf Ubuntu LTS und wird von System76 entwickelt und natürlich auch betreut. Ein paar interessante Details wie z.B. die Recovery Partition sind schon ziemlich interessant. Auch hat der Cosmic Desktop Features zu bieten, die Ubuntu nicht hat. Die Tiling Funktion sei hier kurz erwähnt. Damit könnt Ihr die geöffneten Fenster sauber nebeneinander anordnen. Arbeitet man gleichzeitig in mehreren Fenstern oder Apps, ist das sehr praktisch, da es auf Knopfdruck geht. Pop!_OS 22.04 kommt derzeit mit Linux Kernel 6 und hat somit den neuesten Kernel zu bieten und nicht einen 5.15er LTS Kernel wie Ubuntu. Doch Pop!_OS hat ein eigenes Thema, welches auf Yaru von Ubuntu aufbaut aber Brauntöne realisiert. Das gefällt mir an manchen Tagen besser an anderen nicht so. Aber unterm Strich ist es völlig ok.

Da ich seinerzeit von Debian mit Gnome zu Elementary OS mit Pantheon wechselte, ging ich also zurück zu Gnome. Die Basis ist derzeit Gnome 42 aber nicht mehr in Verbindung mit Debian.

Wer mein Beitrag zu den Kielux gesehen hat, weiß, dass ich für mich einen Dreisatz aufgestellt habe. Ubuntu, Fedora und openSUSE Tumbleweed. Das deckt den Bedarf der Bandbreite, LTS, semi-rollend und rollend ab und ist mein roter Faden. Dennoch bin ich immer offen für Neues, aber nicht zu jedem Preis. Neues heißt also in VM testen und nicht per Schnellschuss installieren und an den Start bringen.

So habe ich mich entschieden, künftig Dual zu fahren. Ein System das felsenfest ist und eines, dass aktueller und moderner sein darf. Doch beide sollen definitiv stabil sein. Ich mag es nicht wenn ich das System hochfahre, ich dann an den Fehlern, die die letzten Aktualisierungen brachten, rumbasteln muss. Ferner ist mir neben Stabilität auch Kontinuität sehr wichtig. Es muss verlässlich sein.

So habe ich mich einerseits entschieden mein Ubuntu Experiment fortzusetzen. Auf meinem Rechner, der felsenfest sein soll, werkelt somit Ubuntu 22.04 LTS. Die Gründe sind klar. Es ist mir ein sehr wichtiges System und da gehe ich keine Kompromisse ein. Das System muss verlässlich laufen und das auch immer dann, wenn ich es benötige. Auf der anderen Seite habe ich nach reiflicher Überlegung Pop!_OS 22.04 installiert. Ich gebe zu seit meinem Test von Pop!_OS 22.04 hat es mich nicht mehr losgelassen. Mein längerer Test konnte bis auf meine schwankende Wahrnehmung zum braunen Thema absolut keine Schnitzer oder gravierenden Negativpunkte aufzeigen. Im Gegenteil, hier bekomme ich eine stabile Basis mit stets neuestem Kernel. Allerdings muss ich gestehen, die Installation von Pop!_OS in Verbindung mit der Verwendung von BtrFS Subvolumes ist, gelinde ausgedrückt, stark verbesserungswürdig.

Meine beiden Systeme sind wie folgt abweichend vom Standard aufgesetzt:

  • Ubuntu 22.04 Gnome ohne Snap, dafür aber mit Flatpak.
  • Pop!_OS 22.04 Gnome mit BtrFS Dateisystem und Sub-Volumes

Die Anpassungen an Ubuntu hatte ich bereits dokumentiert. Die URL ist in der Videobeschreibung. Zu Pop!_OS könnte ich mir vorstellen ein Video zu erstellen, wenn es Euch interessiert. Also gerne in die Kommentare schreiben.

Warum nicht wieder Debian?

Das habe ich mir auch länger überlegt. Aber letztlich möchte ich doch die neuere Gnome Version nutzen. Und zwar so, wie Ubuntu und Pop!_OS sie angepasst haben. Das ist auf eine produktive Desktop Nutzung ausgelegt und lässt sich weiträumiger anpassen als bei Fedora z.B. Schlagwort Farbnuancen oder Leisten- und Dock-Modus. Das passt für mich gut. Debian 11 kommt mit Gnome 3.36 und das ist mir mittlerweile zu alt. Hab ich das jetzt wirklich gesagt? Ups. Ja. Zu alt. Also mir als LTS-Anwender ist was zu alt. Ja schon irgendwie. Und hier kann ich bei Ubuntu und Pop!_OS mit Flatpak und im Notfall mit PPA Paketquellen entgegenwirken.

Debian hätte philosophische Vorteile gegenüber Ubuntu aber diese bringen mit in der Praxis im Rahmen meiner Arbeit keine essenziellen Vorteile, sodass ich diese wohlwollend zur Kenntnis nehme, daraus aber aktuell keinen praktischen Vorzug sehe, der für Debian sprach. Keine Frage, Debian ist weiterhin eine tolle Distro und an meinem Server werkelt Debian auch weiterhin. Doch am Desktop bieten mir genannte Mitbewerber derzeit mehr als Debian.  Zu diesem Ergebnis kam ich übrigens ganz von alleine. Canonical und System76 haben hier keine Finger im Spiel.

Fazit

Ich hoffe eine gute Wahl getroffen zu haben, nein eigentlich bin ich da sicher eine gute Wahl getroffen zu haben. Ich wusste ja, was mich erwartet. Tunlichst vermeiden möchte ich einen baldigen erneuten Wechsel, denn das wäre nicht nur für mich unschön, sondern würde allgemein komisch wirken. Im letzten Jahr hatte ich die Distro häufiger gewechselt als die letzten 5 Jahre zusammen. 

Auch wenn man einen YouTube Kanal betreibt, ist man dennoch Mensch, der mal eine Fehlentscheidung trifft. Mit der jetzigen Entscheidung bügele ich das wieder aus und bin damit auch voll konform mit meinem Dreisatz der Distros: Ubuntu, Fedora und Tumbleweed. Aktuell kann ich mir elementary OS für mich nicht mehr vorstellen. Ich bliebe vorsichtig optimistisch was die Zukunft von elementary OS angeht. Ob das ewig so bleibt, das schau mer mal wenn es soweit ist. Bis dahin komme ich ersmtal klar und jetzt interessieren mich Deine Gedanken dazu in den Kommentaren.

An der Stelle noch ein Hinweis: Dies sind meine Gründe, wieso ich mich gegen eine weitere Nutzung von elementary OS entschieden habe. Wenn Du dies anders siehst oder elementary OS weiter nutzt, ist das Deine Entscheidung und für mich in Ordnung. Meine Gründe habe ich sachlich dargelegt. Daher erwarte ich auch, dass die etwaige Diskussion darüber ebenfalls auf sachlichem Niveau bleibt und nicht in persönliche Wertung abdriftet.


10 Comments

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  1. Ach wie gut ich das kenne, dass man sich eigentlich für eine Distro entschieden hat und dann doch an einem bestimmten Punkt zweifelt oder hadert!
    Ich bin seit geraumer Zeit bei Debian testing mit Gnome 43 gelandet und habe so gut wie keine Dinge, die mich stören würden. Die einzige Herausforderung ist vermutlich der Zeitpunkt zu dem man innerhalb des LTS-Zyklus von stable zu testing wechselt. Ich habe alle meine repositories jetzt auf bookworm gesetzt und werde vermutlich dann in der Mitte des LTS-Zeitraums auf trixie wechseln.

  2. Toll argumentiert und den Wechsel begründet!
    ich nutze noch eOS. All die negativen Punkte die hier beschrieben wurden stören mich genauso…aber ich traue mich nicht zu wechseln. Ich bin anfang letzten Jahres zum 4. Mal innerhalb 5 Jahre von einer anderen Distro zurück zu eOS. Ich hatte Ubuntu, Linux MINT, Archlinux (mit unity), Manjaro (XFCE), KDEneon, Ubuntu Budgie und dazwischen immer mal wieder eOS. Warum diese hin und her Sprünge? Jedesmal bin ich von eOS weg wenn eine neue Version erschien oder ich die Nase Voll von den restriktionen der Entwickler hatte und wenn ich schon eh neu installieren muss dann kann ich auch eine andere distri nehmen. Diese Seitensprünge waren aber immer kurz weil keiner der Desktops so eine einheitliche Optische Wirkung und Darstellung wie Pantheon besitzt. Es sieht für mich im ganzen hübscher und ästhetischer aus was ich nirgendwo anders wiederfinde. Was Du beschrieben hast bezüglich der Fenstertitelbreite ist mir auch sofort damals aufgefallen und ich dachte erst das liegt an mir, das ich so akribisch bin soetwas störend zu finden, aber tatsaechlich nervt das. Ich habe auch das Tweak tool nur wegen den schließen/maximieren/minimieren Buttons auf MacOS Style. Weiterhin desktopfolder plugin damit ich den Desktop wie gewohnt vollmüllen kann;) Waere das Entwicklerteam größer und würden die negativpunkte wegfallen + GlobalMenu würde ich nie an ein wechsel nachdenken.
    Die Zukunft ist wie Du schreibst für eOS sehr ungewiss und momentan läuft es echt mieß mit der Weiterentwicklung. Ich mag aber keine andere Desktops auch wenn man mit Icon und Themepacks viel herausholen kann, Pantheon wirkt im ganzen aber wie ein schöner Maßanzug. Es ist vlt. auch meine Vorliebe für das Design von macOS, von dem sich eOS inspirieren lassen ließ und ich es deshalb so chique finde…echt doofe Situation denn wenn ich, wie Du jetzt mich von eOS (schonwieder) verabschieden würde, würde ich wieder nach paar Monaten Pantheon vermissen…klingt wie eine Sucht^^

    Bezüglich des Installationsvideo von PoP_OS! auf Btrfs unter subvolumes würde ich mich über ein Video oder Artikel freuen.
    VG und toller Blog!

  3. Schon nach vollziehbar. Das Schöne bei Linux ist ja, man kann sich je nach seinen Vorstellungen was anderes aussuchen.

    Mein persönlicher “Dreisatz” bezieht sich auf die Einfachheit der Bedienoberfläche in Verbindumg mit dem Ressourcenverbrauch/Reaktionsgeschwindigkeit des laufenden Gesamtsystems und zwingend dem DEB-Dateisystem.

    Synaptic will ich nicht mehr missen!

    Personalisieren wie Farbgebung, Icons, Hintergrundbild, usw kann man ja bei den jeweiligen Distros je nach seinem Geschmack selber.

    Also da wären

    1-LXDE (Debian, Sparky, Mint, Kanotix)
    2-Cinnamon (Mint, Linux-Mint-Debian, Debian)
    3-den Zorindesktop (ZorinOS)

    LXDE funtzt am allerbesten, ist stabil, schnell und für mich im Handling am geeignetsten.

    Übrigends, auch Kanotix scheint leider ein zu schlafen oder gestorben zu sein. Eine Distro, die ich für Retro-PCs sehr zu schätzen gelernt habe. Es gibt mittlerweile schon beim Seitenaufruf Probleme

    Fehler: Gesicherte Verbindung fehlgeschlagen

    Diese Website unterstützt möglicherweise nicht das TLS-1.2-Protokoll, welches die niedrigste von Firefox unterstützte Version ist.

    https://kanotix.com/index.html

  4. Ich habe gerade mal auf Distrowatch mir die ca. 80 – 90 Derivate angeschaut und komme zu der Meinung, wenn 70 % dieser sogenannen Distributionen, die mehr oder weniger alle den gleichen Unterbau haben, verschwinden, ist viel gewonnen.
    Das gilt auch für eOS, wo ich den Mehrwert bislang vergeblich gesucht habe.
    Stattdessen sollte man sich lieber auf vernünftige Projekte konzentrieren, anstatt sich anhand marginaler Äußerlichkeiten zu zersplittern.

  5. Hallo MichlFranken

    Auf deinem YouTube Kanal zieht ein Zuschauer den Vergleich zu Solus. Diese Unwissenheit und Falschaussagen sind es, die mich davon abhalten mich an Diskussionen zu beteiligen.

    Das Solus Team stellt regelmäßig Updates zur Verfügung und führt unaufgeregt seine Arbeit fort.
    Gestern wurde z. B. Auf Gnome 43.2 und KDE 5.26.5 aktualisiert.

    Ich würde es begrüßen, wenn du Aussagen der User die auf Unwissenheit beruhen, nicht unkommentiert lassen würdest. Dadurch wird die Solus Distribution falsch dargestellt und man tut dem Solus Team unrecht.

  6. Hallo Zuschauer,

    es ist schlicht unmöglich jeden fachlich nicht vollumfänglich fundierten Beitrag zu kommentieren.
    Dies steht Euch allen jedoch frei in einem sachlichen Ton zu tun.
    Ich sehe in Solus derzeit Gnome 43.0 und nicht 43.2 aber Sub-Release hin oder her, wie Stillstand wirkt es auf mich nicht.

  7. Da ich immer eine Mac OS nahe Distro bevorzuge, nutze ich bisher immer Voyager (https://voyagerlive.org/) seit ich aber auf Apple Silicon wechselte kann ich diese nicht mehr anständig virtualisieren, da ich (korrigiert mich bitte) leider bisher keine ARM64 Version finden konnte. Aber ansonsten kann ich diese wirklich guten Gewissens empfehlen. 🙂

  8. Tja, pop os schön und gut, aber warum lässt sich diese Edition nicht einmal zum Ausprobieren auf einem popeligen Fujitsu i5 Gen9 UEFI bei ausgeschaltetem Secure Boot starten, egal wie der USB Stick erstellt wurde und auf welchem? Weder mit Ventoy noch “pur” per dd mode.
    Alles endet früher oder später bei irgendwelchen SqashFS error: failed to read error.

    Dann findet man keinerlei vernünftige Hilfe auf deren Homepage, weshalb noch mal sollte man sich mit sowas weiter herumschlagen?

    Ich glaube deshalb auch nicht, (Zitat: Pop!_OS 22.04 kommt derzeit mit Linux Kernel 6). 22.04 ist im April 2022 erschienen, wie der Name bereits andeutet, und *wann* ist die erste Version vom Kernel 6 auf meinen Manjaros erschienen, war das Oktober oder November, oder gar später? Oder enthält die aktuell verteilte ISO etwa den neuesten Kernel? Danke für Aufklärung.

  9. @Wolli: Das ist unschön aber wenn es da ein Problem gibt, hast Du schon mal eine andere Distro wie Ubuntu oder Linux Mint versucht? Evtl ist das dann ja eine besser passende Alternative.

  10. MichlFranken sagt am 4. Februar 2023 um 6:36 Uhr:
    “Das ist unschön aber wenn es da ein Problem gibt, hast Du schon mal eine andere Distro wie Ubuntu oder Linux Mint versucht? ”

    Lol, grundsätzlich sind im 26. Jahr der Verkündung der Eroberung des Desktops durch Linux (laut Hal Faber) immer noch die grundsätzlich selben Fehler vorhanden, trotz aller probierten Distributionen.
    Alles angeblich super benutzerfreundlich, und dann gibt es immer wieder mit UEFI, GPT, und dem Bootloader Probleme, wenn keine Alleinherrschaft auf dem PC erwünscht ist. Etliche Installer und Systemwerkzeuge können immer noch nicht mit gar nicht mal so neumodischem Kram umgehen, frickelfrickel.
    Dazu das erlebte Gezicke bei LTE Versionen und nicht mal drei Jahre alter Hardware (wie beim ehemaligen Ryzen 5, der erst mit Manjaro brauchbar wurde), die dennoch für Umsteiger immer wieder empfohlen werden.

    Und auch Mint hat erhebliche Probleme bei Versionsupgrades, da eben nicht alle nötige Software in den Repos existiert. Eben bei gewachsenen Systemen. Dagegen kenne ich etliche problemlose Upgrades von Windows Vista auf 7 auf 10, (oder 7 auf 8 auf 10), manchmal mit etwas Hardwareaufrüstung (SSD, RAM). Da hat die Linuxgemeinde noch einen weiten Weg vor sich, um den Desktop zu erobern.

    Vermutlich wird man eher an der gewollten Vereinzelung im eigenen Saft verkochen, wenn politische Korrektheit und Erleuchtetsein wie beim toten elementary wichtiger als Funktionalität bleiben. Also nix für Normalos mit ihrem Drang zur MS-Software.